WM-Auftakt "Endlich geht's los!"

Der WM-Zug kommt in Deutschland langsam ins Rollen. Rund 100.000 Fans strömten zum Auftakt in die Stadien in Berlin und Sinsheim sowie auf die Fanmeilen. Auch Kanzlerin Merkel zeigte einmal mehr ihre Jubelqualitäten.
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Fieberte auf der Tribüne mit dem deutschen Team: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: dapd

Fieberte auf der Tribüne mit dem deutschen Team: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(Foto: dapd)

Berlin/FrankfurtDeutschland entdeckt den Frauenfußball: Viele Millionen vor den Fernsehern und fast 74.000 im Olympiastadion haben mit dem 2:1-Auftaktsieg der Nationalmannschaft den perfekten Start in die Heim-WM gefeiert. „Endlich geht's los“, rief Bundespräsident Christian Wulff am Sonntag in seiner Eröffnungsrede in die bebende Berliner WM-Arena.

Auch Kanzlerin Angela Merkel zeigten sich beim Eröffnungsspiel zwischen der deutschen Elf und Kanada begeistert. „Ich finde das ganz toll“, lobte Merkel die Stimmung im mit 73.680 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion. FIFA-Chef Joseph Blatter hatte kurz vor dem Anpfiff getwittert: „Das Stadion ist voll. Das ist ein weiteres Zeichen für die Euphorie, die Deutschland 2011 geweckt hat.“ Mehr als 100.000 Besucher waren schon am Samstagabend bei der Kick-off-Show „Ballzauber“ in Frankfurt. Auch in den anderen WM-Spielorten feierten Zehntausende Fans beim Public Viewing eine schwarz-rot-goldene Party.

Die ARD durfte sich derweil über Traumquoten freuen. Den Sieg der deutschen Fußball-Frauen gegen Kanada verfolgten 14,09 Millionen Zuschauer an den heimischen TV-Geräten. Dies entspricht einem Marktanteil von 58,0 Prozent, wie die GfK-Fernsehforschung in Nürnberg ermittelte. Die Übertragung des ersten Spiels zwischen Frankreich und Nigeria sahen ab 14.45 Uhr auch in der ARD immerhin noch 3,21 Millionen Fans (19,9 Prozent).

Politik, Prominenz und Medien - noch bevor die Weltmeisterschaft so richtig Fahrt aufgenommen hat, fiebern plötzlich alle mit den Protagonisten der einstigen Randsportart. Und Kerstin Garefrekes (10. Minute) und Celia Okoyino da Mbabi (42.) heizten mit ihren Toren beim hochverdienten Auftakterfolg der DFB-Auswahl die WM-Stimmung weiter an. Auch der Gegentreffer von Kanadas Topstar Christine Sinclair (82.) störte den Jubel kaum.

Mit inzwischen 720.000 verkauften Karten ist die erhoffte Auslastung der Stadien von 80 Prozent bereits am ersten WM-Wochenende erreicht. „Das ist ein sehr, sehr gutes Zeichen“, sagte Steffi Jones, die Präsidentin des Organisationskomitees. Die Kulisse in Berlin ist ein Europarekord für Frauen-Fußballspiele.

Von Sorgenkindern, einem Juwel - und einem fast perfekten Spiel
Frauen-WM 2011 - Deutschland - Kanada
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Nadine Angerer – Note: 2,5

Wenig geprüft – aber wenn die Frankfurterin gefragt war, präsentierte sie sich hellwach. Wohl dem, der so eine Torfrau hat – da braucht den Fans auch bei stärkeren Kalibern als Kanada nicht bange werden. Beim Sonntagsfreistoß von Christine Sinclair zum Anschlusstreffer für Kanada (82.) war die 32-Jährige in ihrem 99. Länderspiel absolut chancenlos. Es war ihr erstes WM-Gegentor nach weit über 600 WM-Minuten. 2007 hatte sie in China während des gesamten Turniers keinen Treffer kassiert.

WM-Eroeffnungsspiel: Deutschland - Kanada
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Babett Peter – Note: 2,5

Die Linksverteidigerin legte los wie die Feuerwehr: Defensiv eine Bank, glänzte die Potsdamerin von der ersten Minute an auch in der Offensive mit gekonnten Vorstößen. Wie beim schnellen Führungstreffer nach zehn Minuten, als sie von Melanie Behringer toll in den freien Raum geschickt von der Grundlinie auf Kerstin Garefrekes flankte, die zum 1:0 für Deutschland einköpfte. Im zweiten Durchgang ließ ihr Offensidrang leider etwas nach. Trotzdem: Ein starker Auftritt der 23-Jährigen.

Frauen-WM 2011 - Deutschland - Kanada
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Linda Bresonik – Note: 3,5

Die Duisburgerin war auf der rechten Abwehrseite vor allem in der ersten Halbzeit gefordert – und machte dabei nicht immer den sichersten Eindruck. Wenn es gefährlich wurde für die deutsche Mannschaft, dann über ihre Seite. In der zweiten Hälfte sah das schon ordentlicher aus. Nach vorne kam von ihr aber über die gesamte Spielzeit trotz vorhandener Freiräume viel zu wenig. Das geht besser.

Frauen-WM 2011 - Deutschland - Kanada
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Saskia Bartusiak – Note: 2,5

Kompromisslos im Zweikampf und immer mit einem guten Auge für das Tackling im richtigen Moment – die Abwehrchefin vom FCR Duisburg spielte von Beginn an unaufgeregt, hielt die Abwehr gekonnt zusammen und war immer da, wenn es dann doch mal brannte.

Frauen-WM 2011 - Deutschland - Kanada
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Annike Krahn – Note: 3,0

Die Innenverteidigerin vom FFC Frankfurt tat sich im Zusammenspiel mit Rechtsverteidigerin Linda Bresonik etwas schwerer als Bartusiak und Peter auf der anderen Seite. Ihre anfängliche Nervosität legte sie dann im Laufe der Spielzeit ab und fand zu den bekannten Defensivqualitäten zurück. Das Spiel nach vorne ist und bleibt aber nicht ihr Ding.

Frauen-WM 2011 - Deutschland - Kanada
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Simone Laudehr – Note: 3,0

Nichts falsch gemacht, aber auch nicht sonderlich positiv aufgefallen: Die defensive Mittelfeldspielerin vom FCR Duisburg war gewohnt lauffreudig und bot sich immer wieder an, stand aber klar im Schatten von Nebenfrau Kim Kulig. Aus dem wäre sie in der 77. Minute dann fast herausgetreten. Doch ihr Schlenzer landete beim Stand von 2:0 nur an der Latte. Fazit: Die Leistung war steigerungsfähig.

Frauen-WM 2011 - Deutschland - Kanada
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Kim Kulig – Note: 2,0

Nach anfänglicher Nervosität mit einigen leichten Ballverlusten und Abspielfehlern wurde die 21-Jährige vom Hamburger SV mit zunehmender Spielzeit immer sicherer, eroberte viele Bälle im Mittelfeld etablierte sich als zentrale Figur beim Umschalten von Abwehr auf Angriff und suchte auch selbst immer wieder den Abschluss. Vor allem in der zweiten Halbzeit lieferte die Doppel-Sechs-Partnerin von Simone Laudehr eine ganz starke Leistung ab.

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