6:1 gegen Porto Bayern mit imposanter Aufholjagd

Debakel für den FC Porto: Nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel drehen die Bayern richtig auf. Die Portugiesen werden überrollt, zur Halbzeit steht es schon 5:0. Für Aufregung sorgt auch die Hose von Pep Guardiola.
Update: 21.04.2015 - 23:00 Uhr Kommentieren
Münchens Thomas Müller (r-l), Thiago Alcantara und Juan Bernat feiern ihren Sieg mit den Fans. Quelle: dpa
Halbfinal-Ticket gelöst

Münchens Thomas Müller (r-l), Thiago Alcantara und Juan Bernat feiern ihren Sieg mit den Fans.

(Foto: dpa)

MünchenMit Fußball in Perfektion ist der FC Bayern in den Kreis der Champions-League-Titelanwärter zurückgestürmt. Wie ein Orkan sind die Münchner bei ihrer überragenden Aufholjagd im Viertelfinal-Rückspiel eine Woche nach dem 1:3 über den FC Porto hinweggefegt und haben mit dem 6:1 (5:0) wieder Kurs auf das Endspiel am 6. Juni in Berlin genommen.

Nur in der Schlussphase schlichen sich ein paar Sorglosigkeiten ins Bayern-Spiel ein. Nun muss der deutsche Rekordmeister für seinen Titeltraum das Halbfinale in der ersten Mai-Hälfte bestehen, das am Freitag mit dem FC Barcelona als möglichem Gegner ausgelost wird.

Thiago Alcántara (14. Minute), Jérôme Boateng (22.), Robert Lewandowski (27./40.) und Thomas Müller (36.) sorgten am Dienstagabend vor 70.000 Zuschauern schon für Beifallsstürme zur Pause. Müller ist nach seinem 27. Königsklassentor nun vor Mario Gomez alleiniger deutscher Rekordschütze. „Es gibt schlimmere Situationen im Leben. Es war wunderbar. Besser hätte es nicht laufen können. Dass wir so eine erste Halbzeit spielen, hätten wir auch nicht gedacht“, sagte Müller, der die Jubel-Party nach dem Schlusspfiff auf dem Fan-Zaun per Megafon anheizte.

Porto konnte durch Jackson Martinez (73.) nur noch verkürzen, als die Bayern schon im Abspul-Modus waren. In der 87. Minute sah Portos Ivan Marcano die Gelb-Rote Karte. Kurz darauf sorgte Xabi Alonso per Freistoß für den Endstand (88.). „Wir haben in der ersten Halbzeit geil gespielt. Viele Leute haben gedacht, dass wir es nicht schaffen. Aber wir sind die Bayern“, sagte Lewandowski im ZDF.

Die spektakulärsten Aufholjagden im Fußball
FCB demontiert Porto
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Der FC Bayern München steht wieder im Halbfinale der Champions League. Der deutsche Fußball-Rekordmeister setzte sich mit 6:1 (5:0) gegen den FC Porto durch und machte damit das 1:3 aus dem Hinspiel wett. So entspannt verliefen nicht alle Aufholjagden...

26.5.1999: Manchester United - Bayern München 2:1
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Oliver Kahn und Mehmet Scholl sind platt: Der „späte Tod“ des FC Bayern im Champions League Finale 1999 gegen Manchester United zählt zu den überraschendsten und schnellsten Kehrtwendungen in der Fußballgeschichte. Die Bayern führten 1:0 in Barcelona, doch in buchstäblich letzter Sekunde drehte Manchester das Spiel mit zwei Toren - „die Mutter aller Niederlagen“.

25. Mai 2005: AC Mailand - Liverpool 5:6 n.E.
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Daneben gehört das Finale von 2005 wohl zu den dramatischsten in der Geschichte der Königsklasse. 0:3 lag Liverpool zur Pause zurück. Doch mit der Hereinnahme von Dietmar Hamann kippte die Partie. Die Engländer glichen innerhalb von sechs Minuten aus (54.-60.) und siegten dann im Elfmeterschießen.

16. Oktober 2012: Deutschland - Schweden 4:4
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Das WM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Schweden aus dem Oktober 2012 zählt zu den denkwürdigsten in der Geschichte. Noch bis zur 62. Minute führte die DFB-Elf brutal überlegen mit 4:0, dann brach die Truppe von Jogi Löw völlig ein. Die Gäste schossen ein Tor nach dem anderen und erzielten schließlich in der dritten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich.

20. Oktober 1973: Kaiserslautern - FC Bayern 7:4
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In der 57.Minute erzielte Gerd Müller das 4:1 für den FC Bayern auf dem Betzenberg, das Spiel schien entschieden. Was dann passierte, nennt Franz Beckenbauer noch heute „einmalig in der Vereinsgeschichte“. Nur eine Minute später erzielte Klaus Topmöller das 2:4, danach gab es kein Halten mehr. Seppl Pirrung, der damals drei Treffer für den FCK erzielte, drückte es direkt nach der Partie so aus: „Das war eine tolle Geschichte heute. Der Beckenbauer wusste am Ende überhaupt nicht mehr, wo die Mittellinie ist.“

19. März 1986 Uerdingen - Dresden 7:3
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Das Viertelfinalhinspiel im Europapokal der Pokalsieger hatte Uerdingen 0:2 in Dresden verloren. Auch zur Halbzeit des Rückspiels lag die Mannschaft mit 1:3 zurück. Doch mit sechs Toren zwischen der 58. und der 86. Minute schaffte Uerdingen noch das Wunder. Dabei hatte Trainer Feldkamp von seinen Spielern in der Pause nur noch gefordert, sich würdevoll zu verabschieden. Dresden-Trainer Klaus Sammer (Foto) konnte es nicht fassen.

09. April 2013: Dortmund - Malaga 3:2
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Die wohl spektakulärste Aufholjagd der letzten Jahre. Das Hinspiel zwischen Borussia Dortmund und Malaga endete in Spanien 0:0, was für das Rückspiel im Champions League Viertelfinale alles offen ließ. In der 25. Minute dann der Schock durch Joaquin, der Malaga in Führung schoss. Nach Lewandowskis Ausgleich (40.) bissen sich Reus und Götze an Malaga-Keeper Willy die Zähne aus. Als Malagas Eliseu in der 82. Minute aus Abseitsposition das 2:1 für die Spanier schoss, schien schon alles aus zu sein. Dann folgten die wohl spektakulärsten 69 Sekunden der Dortmunder Vereinsgeschichte. In der 93. Minute erzielte Reus das 2:2, ein Tor fehlte noch zum Weiterkommen. Das übernahm dann Felipe Santana (Foto).

Zum neunten Mal insgesamt und zum vierten Mal in Serie stehen die Münchner im Halbfinale der Königsklasse. In der Festung Allianz Arena wurde die beeindruckende Europacup-Saisonquote auf fünf Siege und 19:1 Tore ausgebaut.

Erstmals wurde von den Bayern ein Zwei-Tore-Rückstand noch aufgeholt - dies war in der Champions League zuvor nur dem FC Barcelona, Manchester United, dem FC Chelsea und AS Monaco geglückt. Pep Guardiola wahrte seine Serie, in der Champions League Minimum immer im Halbfinale zu stehen. An persönlichem Einsatz ließ es auch der Trainer nicht missen: Seine graue Anzughose platzte an der Außennaht.

„Niemals aufgeben“ gaben die Fans in ihrer Choreographie das Motto des Abends vor. Die Bayern setzten es mit kontrollierter Leidenschaft auf dem Rasen schnell um. Kein taktisch blindes Anrennen wie vor einem Jahr gegen Real Madrid, aber vor allem keine dilettantischen Patzer wie in der Vorwoche in Porto.

Kaum zu glauben, dass Guardiola seine Startformation im Vergleich zum Hinspiel-Desaster nur auf einer Position verändert hatte - und Holger Badstuber (für Dante) hatte in der Defensive recht wenig zu tun. Bastian Schweinsteiger erlebte auf der Bank einen extrem unterhaltsamen Abend als Rückkehrer. Die weiter verletzt fehlenden Franck Ribéry und Arjen Robben wurden diesmal nicht vermisst.

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