Anstoß Die Bundesliga braucht mehr Weltmeister

Die Bundesliga muss spannender werden. Millionen-Transfers wie der von André Schürrle sind da gute Nachrichten. Denn Teams mit Topsponsoren, wie der VfL Wolfsburg, können dem FC Bayern Paroli bieten. Ein Kommentar.
  • Lucas Fuhr
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Die Last-Minute-Transfers der Liga
André Schürrle (VfL Wolfsburg)
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Hängepartie mit positivem Ausgang: Weltmeister André Schürrle wechselt für geschätzte 32 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg. Der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga einigte sich erst wenige Minuten vor Ende der Transferfrist am Montag um 18 Uhr mit dem FC Chelsea über den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte.

In der Liste der teuersten Bundesliga-Einkäufe nimmt der Transfer Platz drei ein. Nur Javi Martinez (zu Bayern München/für 40 Millionen Euro) und Mario Götze (Bayern München/37 Millionen Euro) waren teurer.

Mainz profitiert
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Der FSV Mainz 05 wird an dem Transfer von Fußball-Weltmeister André Schürrle vom FC Chelsea zum VfL Wolfsburg mitverdienen. Wie Manager Christian Heidel bestätigte, kann der Verein mit rund 750.000 Euro rechnen, sollte die Ablösesumme für den Nationalspieler bei 30 Millionen Euro liegen. Schürrle hatte von 2006 bis 2011 in Mainz gespielt und war dort zum Profi geworden. Nach den Statuten des Weltfußballverbandes FIFA steht dem FSV eine sogenannte Solidaritätszahlung zu.

Marcelo Diaz (Hamburger SV)
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Der Hamburger SV hat wie erwartet den chilenischen Fußball-Nationalspieler Marcelo Diaz verpflichtet. Der 28 Jahre alte Teilnehmer an der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien kommt vom FC Basel und soll einen Vertrag bis 2017 erhalten. Die Ablöse wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Diaz soll künftig mit dem derzeit noch verletzten Schweizer Nationalspieler Valon Behrami im Mittelfeld die Defensive stärken. Eine Einigung haben die Hanseaten auch mit Ivo Ilicevic erzielt. Der kroatische Nationalspieler, den der HSV gerne verkauft hätte, soll zwar weiter mit den Profis trainieren, aber vorerst für die U 23 in der Regionalliga Nord spielen, um sich mit guten Leistungen zu empfehlen.

Deyverson (1.FC Köln)
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Der Wechsel von Carlos Eduardo platzte im letzten Moment, dafür kommt jetzt ein anderer Brasilianer zum 1. FC Köln. Der brasilianische Angreifer Deyverson (l.) wechselt von Belenenses Lissabon an den Rhein. In der laufenden Saison erzielte der 23-Jährige acht Treffer in der portugiesischen Liga. „Er wurde von unserer Scouting-Abteilung unter die Lupe genommen. Jörg Jakobs (Sportdirektor, d. Red.) hat den Transfer dann gut vorbereitet. Wir sind der Überzeugung, dass das passt“, sagte FC-Manager Jörg Schmadtke dem Kölner „Express“.

Geoffroy Serey Die (VfB Stuttgart)
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Der kriselnde Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat sich wenige Stunden vor dem Ende der Transferperiode die Dienste des ivorischen Mittelfeldspielers Geoffroy Serey Die (30, l.) gesichert. Der WM-Teilnehmer 2014 kommt vom Schweizer Meister FC Basel und erhält in Stuttgart einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Über die Wechselmodalitäten vereinbarten die Vereine Stillschweigen. Der Ivorer nimmt aktuell noch mit Elfenbeinküste am Afrika Cup teil und wird danach in Stuttgart erwartet.

Jan Rosenthal (SV Darmstadt 98)
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Jan Rosenthal (l., hier gegen Schalkes Sead Kolasinac) von Eintracht Frankfurt wechselt zum SV Darmstadt 98. Das teilte der Fußball-Zweitligist am Montag mit. Rosenthal, der in dieser Saison wegen Verletzung und Krankheit noch keinen Bundesliga-Einsatz für die Eintracht absolviert hat, kommt auf Leihbasis bis zum Saisonende. Zudem verpflichteten die „Lilien“ den gebürtigen Darmstädter Yannick Stark von 1860 München. Der Mittelfeldspieler erhält beim aufstrebenden hessischen Aufsteiger einen Vertrag bis Juni 2018.

João Pereira (Hannover 69)
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Hannover 96 hat den portugiesischen Fußball-Nationalspieler João Pereira vom FC Valencia verpflichtet. Wie der Bundesligist mitteilte, erhält der 30 Jahre alte WM-Teilnehmer einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015. Pereira bestritt bislang 40 Länderspiele und stand auch bei der WM in Brasilien im Spiel gegen Deutschland auf dem Platz. Am Montag war der Wechsel des slowenischen Abwehrspielers Abwehrspieler Petar Stojanovic zu den Niedersachsen geplatzt. 96 hatte sich nicht mit Stojanovics Club NK Maribor auf einen Transfer einigen können.

DüsseldorfAndré Schürrle kehrt zurück in die Bundesliga. Der Transfer des Vorlagengebers zum Weltmeister-Tor nach Wolfsburg ist zweifellos der spektakulärste Wechsel dieses Winters – und der teuerste: Satte 30 Millionen Euro lassen die Niedersachsen sich dem Vernehmen nach die Verpflichtung des Flügelstürmers kosten.

Eine stolze Summe, an der sich wohl wieder altbekannte Diskussionen entzünden werden über „Traditions-“ und „Plastikklubs“, wobei letztere mit geschenkten Millionen angeblich den Liga-Wettbewerb unterminieren. Gern fallen solche Äußerungen im Zusammenhang mit Klagen darüber, wie spannungsarm die vom FC Bayern München nach Belieben dominierte Bundesliga geworden ist – zurecht.

Ja, der Abstiegskampf ist packend. Ja, die Krise der eigentlich als zweite deutsche Fußballmacht etablierten Borussia aus Dortmund taugt, um in Atem zu halten. Und auch die Duelle um die internationalen Plätze versprechen noch einige Brisanz. Doch es ist nun einmal so: Ein längst entschiedener Meisterschaftskampf nimmt dem Wettbewerb einfach immens an Reiz.

Der FC Bayern macht mittlerweile den dritthöchsten Umsatz aller Fußballklubs in Europa und ist dem Rest der Liga längst um Meilen enteilt, das ist Tatsache. Kein anderes deutsches Team schafft es auch nur unter die Top-Ten der „Geldliga“.

„Geld schießt keine Tore“, könnte hier als alte Weisheit Otto Rehhagels angeführt werden. Doch die wird leider immer noch all zu oft missverstanden: Rehhagel meinte mit der Aussage lediglich die Unmöglichkeit, Geldsäcke auf den Platz zu stellen.

Dass teuer eingekaufte Spitzenspieler sehr wohl Tore schießen, war auch „König Otto“ bewusst. Die Wahrheit ist: Ein Konkurrent für den FC Bayern würde auch finanziell konkurrenzfähig sein müssen.

Der VfL Wolfsburg hat – als 100-prozentige Tochter des Automobilriesen VW mit reichlich Mitteln ausgestattet – für viel Geld neue Spieler gekauft. Knapp 49 Millionen waren es in der letzten, rund 12 Millionen Euro in dieser Saison. Ohne Schürrle, versteht sich.

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