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Ballack bricht den Bann

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Da auch Kapitän Michael Ballack nicht an die Leistung vom Freundschaftsspiel gegen Irland anknüpfen konnte und außer bei einem Kopfball nach einer Schweinsteiger-Ecke (32.), den Clayton von der Linie kratzte, weitgehend unauffällig blieb, blieben die Bemühungen, die man der Klinsmann-Elf keinesfalls absprechen konnte, fruchtlos.

Wer nach dem Wechsel eine andere deutsche Mannschaft erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Als Podolski aus 18 Metern abgezogen hatte (52.), hatten die Deutschen vorerst ihr Pulver verschossen. Mehr als zuvor hielt die allgemeine Verunsicherung Einzug in die Reihen des Confed-Cup-Gastgebers - und die Tunesier drängten und drückten plötzlich. Im Strafraum von Jens Lehmann brannte es mehr als nur einmal lichterloh. Die deutsche Mannschaft schien endgültig den Faden verloren zu haben.

Das merkte auch Jürgen Klinsmann und reagierte. Endlich, muss man wohl sagen. Der indisponierte Asamoah (62.) musste ebenso vom Feld wie wenig später der neben Huth zweitgrößte Unsicherheitsfaktor Thomas Hitzlsperger (67.). Kuranyi und Schneider sollten neuen Schwung und mehr Ordnung ins Spiel bringen.

Es sollte sich schon bald bezahlt machen. Denn nur fünf Minuten später war die so lange herbeigesehnte, zu diesem Zeitpunkt aber überraschende Führung dann fällig. Und wieder einmal war es Michael Ballack, der den Bann brach und dem Spiel die entscheidende Wende gab: Von Podolski bedient und Abdi im Strafraum gefoult, legte er, so schien es, den gesamten bis dahin aufgestauten Frust des Spiel in seinen Schuss und versenkte das Leder aus elf Metern knallhart in die Mitte zum 1:0 für Deutschland (73.).

Die Elf von Roger Lemerre musste sich den Rücktand aber auch ein Stück weit selbst zuschreiben. Ihre fast zwanzigminütige Sturm- und Drangphase um die 60. Minute hatte sie zu mutig gemacht. Die Defensive wurde zusehends vernachlässigt - und nach dem Rückstand noch mehr geöffnet.

Bei den Deutschen klappte dagegen plötzlich, was bis dahin schief gegangen war. Zum Beispiel das Zusammenspiel zwischen den beiden Jung-Stars Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski: Als der Kölner Lokalmatador seinen Spezi mit einem Zuckerpass der jedem Brasilianer zur Ehre gereicht hätte, frei gespielt, der den Torwart umkurvt und zum 2:0 eingeschoben hatte, war das Spiel entschieden (80.).

Der Schlusspunkt war das aber noch nicht. Den zu setzen gebührte ausgerechnet dem Debütanten und Neu-Wolfsburger Mike Hanke. Klinsmann hatte "Prinz Poldi" vor heimischer Kulisse einen triumphalen Abgang gegönnt und den 20-Jährigen nach 87 Minuten vom Feld genommen - und damit Hanke seinen großen Auftritt ermöglicht: Der Stürmer zahlte Klinsmann die Nominierung schon nach zwei Minuten auf dem Feld im Nachschuss mit seinem ersten Tor im Dress der A-Nationalelf zum 3:0 zurück - und versöhnte die Fans damit endgültig.

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