Bayer Leverkusen Trainer Roger Schmidt ist entlassen

Chefcoach Roger Schmidt muss bei Bayer Leverkusen gehen. Einen Tag nach der herben Niederlage beim BVB reagieren die Verantwortlichen, schweren Herzens wie Rudi Völler beteuert. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.
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Trainer Roger Schmidt muss in Leverkusen gehen. Foto: Bernd Thissen Quelle: dpa
Trennung

Trainer Roger Schmidt muss in Leverkusen gehen. Foto: Bernd Thissen

(Foto: dpa)

LeverkusenFußball-Bundesligist Bayer Leverkusen hat Trainer Roger Schmidt beurlaubt. Die Trennung vom Chef-Coach beschlossen die Vereinschefs auf einer Sitzung einen Tag nach der 2:6-Niederlage bei Borussia Dortmund. Schmidt, der am 13. März 50 Jahre alt wird, hatte Bayer im Sommer 2014 übernommen und noch einen Vertrag bis 30. Juni 2019. Seine Beurlaubung ist bereits die neunte in dieser Bundesliga-Saison.

„Angesichts der aktuellen sportlichen Entwicklung sind wir nach sehr ausführlicher Analyse und Beratung zu der Auffassung gelangt, dass eine Trennung zwar schmerzhaft, aber für die weitere Entwicklung und Zielerreichung von Bayer 04 unumgänglich ist”, erklärte Geschäftsführer Michael Schade. „Mir persönlich tut dieser Schritt sehr leid, denn wir haben Roger Schmidt viel zu verdanken.”

„Wir sind nicht Mülleimer für andere Menschen"
Erhitzt
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Der Zwist zwischen Referee Felix Zwayer und Schmidt erhitzte die Gemüter. Schmidt hatte sich den Anweisungen des Schiedsrichters, den Innenraum des Stadions zu verlassen, aus Ärger über den Führungstreffer des BVB widersetzt und damit für ein Novum in der Bundesliga-Historie gesorgt. „Ich habe da natürlich eine Vorbildfunktion und der bin ich heute auch nicht gerecht geworden. Ich bin zu stur gewesen“, bekannte Schmidt.

Schmidt über Zwayer
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Erst nach der Spielunterbrechung räumte Schmidt seinen Platz in der Coaching-Zone und verfolgte die restliche Partie laut Bayer-Kapitän Stefan Kießling von der Kabine aus. Doch es dürfte seiner Position in den nun folgenden Ermittlungen nicht zuträglich gewesen sein, dass er erneut über Zwayer klagte: „Dass der Schiedsrichter bei freier Sicht diesen Elfmeter nicht pfeift, vielleicht auch, weil ich vorher zu emotional war. Ich hoffe nicht, dass es so war, aber mir fällt keine andere Erklärung dazu ein.“

Spielunterbrechung in Leverkusen
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Schmidt stellte indirekt eine Verbindung zwischen seiner Verbannung und einer Fehlentscheidung des Referees wenige Minute später her. Zwayers Reaktion auf diese Anschuldigung fiel kurz und knapp aus: „Kein Kommentar.“ Allerdings räumte der Schiedsrichter ein, das von Schmidt angesprochene klare Handspiel des Dortmunders Sokratis im Strafraum übersehen zu haben: „Dazu muss ich sagen, dass wir bedauerlicherweise falsch entschieden haben. Wenn wir die Perspektive der Fernsehbilder gehabt hätten, hätten wir auf Elfmeter entschieden.“

Völler ist erregt
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„Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat, oder finden sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter?“ Der Sportdirektor von Bayer Leverkusen, Rudi Völler, diskutierte vor der Kamera und mit den Schiedsrichtern über die strittigen Szenen im Spiel Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund. Natürlich ist Schmidt nicht der erste Coach, dem der Kragen platzte. Einer seiner Vorgänger war sein heutiger Vorgesetzter Rudi Völler. Eine kleine Aufstellung der Übungsleiter, die schon einmal verhaltensauffällig geworden sind ...

Völlers Ausraster
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Es sollte nur ein harmloses Interview nach einem eher gewöhnungsbedürftigen 0:0 gegen Island werden. Doch ARD-Moderator Waldemar Hartmann bekam nach einer Kritik am Auftritt des Teams den geballten Zorn des damaligen Bundestrainers (oder korrekt: Teamchefs) Rudi Völler zu spüren. Aus dem Coach, unter dem Deutschland 2002 überraschend Vizeweltmeister wurde, platzten Aussagen heraus, die sich über Wochen und Monate angesammelt hatten. Beispiel gefällig? „Ihr müsst doch mal von eurem hohen Ross runter kommen, was ihr euch immer alle einbildet, was wir für einen Fußball in Deutschland spielen müssen. Der Günter, was die früher für einen Scheiß gespielt haben, da konntest du doch früher überhaupt nicht hingehen, die haben doch früher Standfußball gespielt“, polterte Völler unter anderem gegen Günter Netzer. Hartmann wurde unterstellt, sich vor der Sendung drei Weizenbiere zu genehmigen. Und Völler ließ den ganzen Abend mit seiner Schelte nicht locker. Später entschuldigte er sich bei den Betroffenen – aber nie für den Kern seiner Aussage.

Napoli gegen Borussia Dortmund
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Beim Champions-League-Auftakt 2013 in Neapel sind Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp alle Sicherungen durchgebrannt. Der Hintergrund ...

Klopps Ausraster
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Als Higuain in der 29. Minute für Neapel traf, flippte Jürgen Klopp völlig aus und schrie den vierten Offiziellen an. Der hatte zuvor verhindert, dass der blutende Neven Subotic zurück aufs Feld kommt – damit hatte der vierte Offizielle aus Klopps Sicht wohl eine Mitschuld am Tor. Schiedsrichter Proenca schickte Klopp auf die Tribüne.

Nach dem zweimaligen Einzug in die Champions League hat Schmidt in dieser Bundesliga-Spielzeit die schlechteste Bayer-Saison seit 14 Jahren zu verantworten, und das trotz großer Investitionen vor der Saison. Von den vergangenen sieben Pflichtspielen verloren die Rheinländer fünf.

Nach Informationen der „Bild”-Zeitung will Bayer als Nachfolger am Montag zunächst einen Interimstrainer benennen.

Meldung auf der Bayer-Homepage

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