Bayern München Heynckes weist Wagner klare Rolle zu und lobt Goretzka

Bis Sonntag will Triple-Coach Heynckes die Bayern-Profis in der Wüste schwitzen lassen. Mit dabei ist auch ein neuer Millionenstürmer, dem der erfahrene Coach einiges zutraut. Doha soll ein gutes Omen sein.
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Sebastian Rudy (l.) und Zugang Sandro Wagner gehen durch den Flughafen in München, bevor sie mit der Mannschaft den Flug ins Trainingslager nach Doha in Katar antreten. Quelle: dpa
FC Bayern München – Abflug nach Doha

Sebastian Rudy (l.) und Zugang Sandro Wagner gehen durch den Flughafen in München, bevor sie mit der Mannschaft den Flug ins Trainingslager nach Doha in Katar antreten.

(Foto: dpa)

DohaSandro Wagner schrieb in der Abflughalle eifrig Autogramme, das Reden überließ der prominente Winterzugang des FC Bayern am ersten Arbeitstag des Jahres erstmal seinem neuen Chef. Jupp Heynckes hieß den 30 Jahre alten Fußball-Nationalspieler mit Bayern-Vergangenheit am Dienstag vor dem Start ins Trainingslager nach Katar „herzlich willkommen“ beim Bundesliga-Herbstmeister. Er umriss aber auch gleich klar die Position des neuen Stürmers im Münchner Edelkader: „Ich denke, dass er seine Rolle kennt und weiß, dass vor ihm ein Weltklassespieler wie Robert Lewandowski ist.“

Heynckes ist froh, dass der rund zwölf Millionen Euro teure Transfer von Wagner aus Hoffenheim nach München realisiert werden konnte. Denn er schließt eine Schwachstelle im Personal des Rekordmeisters. „Vorne in der Mitte haben wir nur Lewy“, erinnerte Heynckes. Ein qualitativ hochwertiger Ersatzmann für den polnischen Torjäger war der Wunsch.

So drillt Heynckes die Münchner Millionäre
Schlendrian
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Unter Trainer Carlo Ancelotti haben viele Bayern-Stars gemacht, was sie wollten. So spielte die Millionärstruppe dann auch: launisch und undiszipliniert. Damit soll nun Schluss sein.

„Meine Aufgabe ist, wieder Ordnung zu schaffen“
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Das betonte Heynckes gleich zu Beginn. Als Bayern-Kenner will er die Situation „entkrampfen“ und „entschleunigen“. „Ich glaube, dass ein Ruck durch die Mannschaft gehen wird.“ Wie Heynckes nun für Disziplin sorgt.

Mehr leiden
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Nationalspieler Thomas Müller weiß wie Jupp Heynckes tickt. Sportler müssen intensiv trainieren, damit der Erfolg kommt. „Er kann der Mannschaft neue Impulse geben, was Leidensfähigkeit, Einsatzbereitschaft, defensive Einstellung betrifft. Wir werden ein straffes Training haben.“

Kein Handy mehr
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Bei jeder Gelegenheit haben die Bayern-Stars während des Trainings aufs Handy geschaut. Nun ist es nur noch in der Kabine erlaubt – und auch nur, wenn das nicht weiter stört. Im Training sollen sich die Stars voll auf den Sport konzentrieren.

Pünktlich sein
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Manche Spieler nahmen die Zeiten unter Trainer Carlo Ancelotti nicht mehr so genau und wurden bei Verspätungen auch nicht bestraft. Das ist nun anders.

Selbst aufräumen
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Stars haben ihr Trikot einfach mal weggeworfen. In der Kabine haben die Stars zudem nicht sauber gemacht, sondern das anderen überlassen. Nun müssen sie selbst für Ordnung sorgen.

Höflich sein
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Der Präsident Uli Hoeneß lebt es seit Jahrzehnten vor: Von der Putzfrau bis zum Präsidenten – im Verein arbeiten viele für die Stars, doch die Kicker behandelten offenbar nicht jeden mit dem gleichem Respekt unter Ancelotti. Heynckes will das wieder ändern.

Heynckes traut Wagner die ihm zugedachte Rolle zu. „Er ist ein Spielertyp, der sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat und Nationalspieler geworden ist. Es steht auch zur Diskussion, dass er eventuell mit zur WM in Russland geht. Ich denke, dass er uns helfen kann“, sagte der Coach. Und er garantierte dem Mann hinter Vielspieler Lewandowski Einsatzzeiten. „Ich bin ein Trainer, der auch ein siegreiches Team wechselt, wenn ich die Notwendigkeit sehe, dass Spieler müde oder leicht angeschlagen sind. So werde ich das auch mit Sandro Wagner praktizieren“, erläuterte Heynckes.

Wagners Verpflichtung berge keinerlei Risiko, weil er aus seiner Zeit als Jugendspieler und Jungprofi den FC Bayern gut kenne. „Man hat den Transfer abschätzen können vom wirtschaftlichen und sportlichen her. Darum ist das ein guter Transfer“, urteilte Heynckes. Weitere Transferaktivitäten des FC Bayern im Winter schloss Heynckes „natürlich“ aus: „Alles andere halte ich nicht für sinnvoll.“

Positiv äußerte sich der Coach vor dem Start der Chartermaschine Richtung Persischer Golf auch über einen anderen Nationalspieler, der im Sommer in München landen soll: Leon Goretzka. „Das ist ein guter Junge, der gefällt mir“, sagte Heynckes über den Mittelfeldspieler des FC Schalke. Den ablösefreien Wechsel des 22-Jährigen bestätigte Heynckes aber nicht als fix: „Da muss man mal abwarten. Wenn ich richtig gelesen habe, hat sein Manager (Jörg) Neubauer gesagt, dass sie sich noch nicht entschieden haben.“

Es seien ja auch noch Clubs aus Spanien „im Rennen“, sagte Heynckes. Er bescheinigte dem Noch-Schalker eine „klasse Entwicklung“. Und als Insider merkte Heynckes an: „Das muss ein aufgeweckter, intelligenter Junge sein. Der weiß schon genau, was für ihn das Beste ist.“

Mit seinem aktuellen Spielerkader trat Heynckes die Reise in das bis zum Sonntag dauernde Wintercamp in Doha entspannt und tatendurstig an - und im Trainingsanzug. Denn gleich nach der Ankunft sollte in der Aspire Academy erstmals trainiert werden. Schließlich hat Heynckes 2018 wieder Großes vor. Er erinnerte selbst an das Triple-Jahr 2013. „Da haben wir in Doha überragend gearbeitet. Und das hoffe ich, dass wir das auch jetzt machen können“, sagte der 72-Jährige.

Trotz 15 Siegen in 16 Pflichtspielen seit seiner Rückkehr auf den Münchner Trainerposten sieht er erheblichen Arbeitsbedarf im neuen Jahr. „Es gibt immer wieder Dinge, die verbesserungswürdig sind und wo wir an Stellschrauben noch drehen müssen.“ Einige Akteure wie Jérôme Boateng und Arjen Robben, aber auch die Profis aus Südamerika durften direkt aus ihren Urlaubs- und Heimatorten nach Doha reisen.

„Ich hoffe, dass wir alle den Akku wieder aufgetankt haben“, sagte ihr Chef. Wegen der WM im Sommer habe die verkürzte Winterpause nur für einen „Wimpernschlag der Erholung“ gereicht, bemerkte Heynckes. Schon am 12. Januar eröffnen die weit enteilten Bayern die Rückrunde mit dem Bundesliga-Topspiel beim Tabellenvierten Bayer Leverkusen.

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