Bayern-Niederlage gegen Bayer Leverkusen schlägt Peps Not-Elf

Gegen Leverkusen musste Bayern-Trainer Pep Guardiola nach vielen Ausfällen ordentlich improvisieren. Dabei setzte er auf mehrere Nachwuchs-Kicker. Leverkusen wusste das zu nutzen, die Werkself war klar besser.
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Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Bayerns Rico Strieder versuchen den Ball zu spielen. Pep Guardiola holte den Nachwuchs-Kicker aus der U23. Quelle: dpa
Bayer Leverkusen - Bayern München

Leverkusens Karim Bellarabi (l) und Bayerns Rico Strieder versuchen den Ball zu spielen. Pep Guardiola holte den Nachwuchs-Kicker aus der U23.

(Foto: dpa)

LeverkusenBayern München hat mit einem 0:2 (0:0) bei Bayer Leverkusen die Generalprobe für den Champions-League-Hit gegen den FC Barcelona verpatzt - sich mit einem B-Team aber nicht komplett blamiert. Die Werkself holte dagegen vor 31 210 Zuschauern mit dem Sieg durch die Tore von Hakan Calhanoglu (55.) und Julian Brandt (81.) gegen den feststehenden deutschen Fußball-Meister drei wichtige Punkte im Kampf um Bundesliga-Platz drei mit Borussia Mönchengladbach.

Die Gladbacher spielen am Sonntag bei Hertha BSC und empfangen sechs Tage später die Leverkusener zum wohl richtungsweisenden Duell um den direkten Einzug in die europäische Königsklasse.

Bayern-Cheftrainer Pep Guardiola hatte nach dem Aus im DFB-Pokal erwartungsgemäß seine Mannschaft stark verändert - angesichts der zahlreichen Verletzten wie Arjen Robben, Franck Ribéry und Robert Lewandowski und mit Blick auf den wichtigen Halbfinal-Auftritt im Camp-Nou-Stadion von Barcelona am Mittwoch. Erst gar nicht mit nach Leverkusen reisten die Weltmeister Thomas Müller und Jerome Boateng. Für den verletzten Robert Lewandowski stürmte Claudio Pizarro. Außerdem stand nach fast acht Monaten Verletzungspause erstmals Javier Martinez wieder in der Startelf. Sein Bundesliga-Debüt gab zudem der Regionalliga-Spieler Rico Strieder.

Dass dieses B-Team keine erste Fußball-Qualität bot, wunderte nicht. Dennoch war die Verlegenheitself des Rekordmeisters in der ersten Halbzeit dichter am ersten Treffer dran, als die bemühten, aber wenig inspirierten Leverkusener. In der 21. Minute vergab Mario Götze die größte Möglichkeit für die Gäste: Nach einem Steilpass lief er allein auf Bayer-Schlussmann Bernd Leno zu, spielte ihn aus, schoss aber zu schwach. Tin Jedvaj konnte den Ball noch abfangen.

Die Gastgeber, die zuvor in neun Liga-Partien ohne Niederlage geblieben waren, taten sich zunächst schwer, ihr temporeiches Offensivspiel aufzuziehen, hatten aber vor dem Seitenwechsel zumindest zwei Chancen. In der zehnten Minute köpfte Ömer Toprak frei stehend nach Ecke von Calhanoglu am Gehäuse des wenig beschäftigten Bayern-Keepers Manuel Neuer vorbei. 25 Minuten später fiel nach einigem Hin und Her im Münchner Strafraum Jedvaj der Ball vor die Füße, der jedoch zu überhastet und weit über das Tor schoss.

Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff war es Stürmer-Routinier Pizarro, der nach Hackentrick vom Gianluca Gaudino frei zum Schuss kam, den Leno mit Bravour parierte. Einmal mehr zeigte danach Bayer-Regisseur Calhanoglu, was für ein Kunstschütze er ist: Einen Freistoß aus 25 Metern verwandelte er direkt gegen Neuer, der schon 19. Mal in dieser Saison ohne Gegentor geblieben war.

Der Münchner Schlussmann musste sogar noch ein zweites Mal hinter sich greifen: Das eingewechselte Geburtstagskind Brandt (19) sorgte in der 81. Minute für die Vorentscheidung mit seinem Treffer von der Strafraumgrenze.

Das Bayern-Lazarett
Sebastian Rode
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Vor der Saison ablösefrei aus Frankfurt gekommen, war Sebastian Rode die Rolle als Ergänzungsspieler zugedacht – eigene Ansprüche hin oder her. Durch die vielen Verletzungen in Bayerns Mittelfeld bekam aber auch Rode immer wieder Spielzeit und wusste dabei mehrmals zu gefallen. Gegen Barcelona wäre er sicherlich eine Alternative gewesen, muskuläre Probleme setzen Rode nun außer Gefecht. Immerhin stehen die Chancen gut, dass er im Rückspiel wieder auflaufen kann.

Arjen Robben
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Immer wieder fester Bestandteil des Krankenlagers beim FC Bayern München ist der niederländische Offensivkünstler Arjen Robben. Der 32-Jährige hat von 30 Ligaspielen in dieser Saison an nur 21 teilgenommen – und mehr werden auch nicht mehr hinzukommen. Nachdem der Top-Torschütze der Bundesliga zuletzt wochenlang mit einem Bauchmuskelriss ausgefallen war, musste er im Pokalspiel gegen Dortmund kurz nach seiner Einwechslung wieder vom Platz. Am Mittwoch die Diagnose: Muskelbündelriss in der Wade, Saisonaus. FCB-Trainer fehlt damit vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona eine entscheidende Option im Sturm.

Robert Lewandowski
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Der polnische Stürmer hatte einen harten Start in München, kam aber zuletzt immer besser mit seiner Rolle im System Guardiola zurecht. 16 Tore hat Lewandowski in 28 Ligaspielen erzielt. Hinzu kommen fünf Treffer in der Champions League. Gegen Dortmund erlitt der ehemalige BVB-Star nach einem Zusammenprall mit Torwart Langerak eine Gehirnerschütterung sowie Brüche des Oberkiefers und des Nasenbeins. Das muss noch nicht das Saisonende bedeuten, für den Kracher gegen Barcelona wird es jedoch eng.

Und dennoch ist der polnische Nationalstürmer im Kader. Er soll womöglich mit einer Maske spielen, die sein Gesicht schützt. Auch, wenn seine Ärzte und sein Berater dringend von einem Einsatz abraten und um seine Gesundheit fürchten. Kurios: Derzeit sind die drei führenden der Bundesliga-Torschützenliste – Alex Meier, Arjen Robben, Lewandowski – langfristig verletzt.

Franck Ribéry
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Dem Duo „Rib-Rob“, also Arjen Robben und Franck Ribéry, hat der FC Bayern viel seines aktuellen Glanzes zu verdanken. Doch wie Robben ist auch der Franzose Ribéry immer wieder anfällig für Verletzungen. Die Münchener sind diese Saison wahrlich nicht die einzigen Klubs, die sich mit vielen Verletzungen herumplagen. Doch beim FCB wirken langfristige Ausfälle gleich mehrerer Schlüsselspieler schon die gesamte Spielzeit nach. Trainer Guardiola kommt kaum dazu, seine Wunschelf aufzustellen. Die Dreifachbelastung strapaziert den Kader, der eigentlich tief genug besetzt ist, um Ausfälle zu kompensieren. Das strapaziert das bayerische Nervenkostüm so sehr, dass es zuletzt gar zum Zerwürfnis mit dem langjährigen Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt kam. Auch Ribéry sitzt gegen Barcelona wieder nur auf der Tribüne.

David Alaba
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Der junge Österreicher gilt bereits als einer der weltbesten Außenverteidiger. David Alaba wäre in jedem Team der Welt gesetzt – so auch in der Nationalmannschaft. In der Partie gegen Bosnien riss sich der 22-Jährige das Innenband. Der Ausfall beförderte letztlich den schon fast aussortierten Mitchell Weiser zuletzt mehrfach in die Startelf, wo der 21-Jährige gute Leistungen zeigte. Es zeichnet sich jedoch ein Problem im Kader ab: Die älteren Stammkräfte sind verletzt über überspielt, den Youngstern fehlen Standing und Erfahrung – zum langsamen Heranführen fehlt nun die Zeit. Das schleift die Nachwuchskräfte, birgt aber auch Risiken.

Holger Badstuber
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Er gilt als einer der besten deutschen Verteidiger. Und er galt als riesiges Talent. Doch seit 2012 spielt Badstuber im Prinzip nicht. Zwei Kreuzbandrisse und ein Muskelsehnenriss stoppten den heute 26-Jährigen immer wieder. Seit Januar spielte der Verteidiger wieder regelmäßig. Im Champions-League-Viertelfinale gegen Porto dann der abermalige Rückschlag: Ein Muskelriss im Oberschenkel zwingt ihn zu drei Monaten Pause. Badstuber hatte mit der Verletzung sogar noch durchgespielt.

Javi Martinez
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Am Rekord-Transfer der bisherigen Bundesliga-Geschichte hatten die Bayern in dieser Saison noch kein einziges Pflichtspiel Freude. Im Supercup zum Saisonauftakt reißt sich der Spanier das Kreuzband. Und Guardiola muss im Mittelfeld kräftig umplanen. Stratege Martinez steht wieder im Kader des FCB, hat aber noch keinen Einsatz. Wohl auch, weil die Bayern kein Risiko bei ihm eingehen möchten. Am vergangenen Wochenende feierte er im Spiel gegen Leverkusen in Bayerns B-Elf nach achteinhalb Monaten sein Comeback. Wohl auch, um etwas Praxis zu sammeln und für die Partie gegen Barca infrage zu kommen.


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