Beschluss des Aufsichtsrats Hoeneß bleibt Bayern-Boss

Uli Hoeneß wird trotz seiner Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung auch weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident des FC Bayern bleiben. Der Aufsichtsrat lehnte sein Angebot ab, die Ämter ruhen zu lassen.
Update: 06.05.2013 - 19:09 Uhr 45 Kommentare
Uli Hoeneß bleibt dem FC Bayern vorerst erhalten. Quelle: dpa

Uli Hoeneß bleibt dem FC Bayern vorerst erhalten.

(Foto: dpa)

MünchenUli Hoeneß bleibt trotz seiner Steuerhinterziehung Chef des Aufsichtsrats beim Fußball-Rekordmeister FC Bayern München. Das Gremium habe nach intensiver Diskussion einvernehmlich entschieden, dass der 61-Jährige das Amt weiter ausüben solle, teilte der Verein am Montagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Das geschehe auch im Interesse des FC Bayern, der sich voll und ganz auf das Erreichen der weiteren sportlichen Ziele konzentrieren solle, etwa dem Champions-League-Finale und dem Pokalfinale. Der Aufsichtsrat werde die Angelegenheit aber weiter beobachten und sich "bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema befassen".

Im Vorfeld war spekuliert worden, Hoeneß könnte sein Amt spätestens nach dem Champions-League-Finale am 25. Mai ruhen lassen. In Medienberichten war zudem von einer schwindenden Unterstützung im Aufsichtsrat für Hoeneß die Rede gewesen. So hatte Anteilseigner Audi Ende April erklärt, das Unternehmen sei der Überzeugung, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg nur sichergestellt werden könne, "wenn Regeln und Normen konsequent befolgt werden. Wir stehen für achtbares, ehrliches und regelkonformes Verhalten im Geschäftsalltag."

Vor wenigen Wochen war bekanntgeworden, dass Hoeneß im Januar mit einer Selbstanzeige die Hinterziehung von Steuern eingeräumt hatte. Er soll nach Medienberichten die Erträge von Kapitalanlagen in der Schweiz vor dem Fiskus verborgen haben. Medienberichten zufolge soll er 3,2 Millionen Euro Steuern nachgezahlt haben. Er habe "Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch", hatte er jüngst in einem Interview erklärt.

Hoeneß hatte den Angaben vom Montag zufolge dem Aufsichtsrat angeboten, sein Amt ruhen zu lassen, bis die zuständigen Behörden über die strafbefreiende Wirkung seiner Selbstanzeige entschieden haben. "Uli Hoeneß hat vor dem Gremium sein Bedauern über den Vorfall ausgedrückt und sich entschuldigt", hieß es.

Im Aufsichtsrat sitzen unter anderem Adidas -Chef Herbert Hainer, Audi-Chef Rupert Stadler, VW-Chef Martin Winterkorn, Telekom -Finanzchef Timotheus Höttges und Ex-HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl. Das Gremium kontrolliert den Verein, der jährlich 300 Millionen Euro umsetzt und finanziell zu den solidesten Fußball-Clubs in Europa zählt. Adidas und Audi halten zudem je 9,1 Prozent der Bayern-Anteile.

Hoeneß war wegen der Affäre unter anderem von Bundespräsident Joachim Gauck kritisiert worden. Wer Steuern hinterziehe, "verhält sich verantwortungslos oder gar asozial", hatte Gauck erklärt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte über einen Sprecher erklärt, auch sie sei enttäuscht von Hoeneß. Dabei stehe dieser auch für viel Positives über den Fußball hinaus. "Diese Verdienste bleiben natürlich, aber es ist jetzt durch die Tatsache der Selbstanzeige wegen Steuerbetruges eine andere, traurige Facette hinzugekommen".

Die Staatsanwaltschaft München prüft derzeit, ob sich Hoeneß im Januar rechtzeitig und vollständig selbst anzeigte, um einer Strafe wegen Steuerhinterziehung zu entgehen. Sollte das nicht der Fall sein, droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Das Thema hatte auch zu politischem Streit geführt.

  • dpa
  • afp
  • sid
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45 Kommentare zu "Beschluss des Aufsichtsrats: Hoeneß bleibt Bayern-Boss"

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  • Die großen Bosse sind ab sofort nicht mehr glaubwürdig. Orwell läßt grüßen.

  • Wie hätten Sie es denn gerne:

    Kleine oder große Steine. Ich bin zum Wurf bereit.

  • @glaubemir: Was soll der Schwachsinn: "die Aufsichtsräte decken die Steuerhinterziehung"? Bevor Sie so einen Schmarrn veröffentlichen, sollten Sie den Beschluss lesen. Wer Lesen kann, ist im Vorteil!

  • Hoeness ist mir lieber als ein Cohn Bendit, der auch noch einen Preis bekommen hat und dem das grüne Biotop grosszügig verziehen hat.

  • Meine Herren,

    niemand ist ohne Schuld und Vorne ist nicht Hinten, dass sollte jedem Menschen klar sein. Schlimm wird es ja auch erst, wenn das Hinten für jeden sichtbar wird. Und das gelingt den Verantwortlichen in diesem Schauspiel perfekt.
    Fremdschämen ist nun angesagt.

    Alle Beteiligten haben seit Gestern einen massiven Gesichtsverlust erlitten. Es wäre so Einfach gewesen.
    Aber den Herren fehlen eben die Eier. Was für Memmen!

    Ich freue mich schon auf die nächsten Entlassungswellen der beteiligten Konzernbosse. Mal sehen wie wohlwollend sie mit ihren Untergebenen dann umgehen werden.

    Solche Menschen verdienen nur Eines, die gerechte Strafe.
    Ich persönlich hoffe, dass diesen Herren der Größenwahn, eines Tages mächtig um die Ohren fliegt. Und dieser Tag wird kommen, das ist sicher.





  • Es ist unfassbar, dass Vorstandsvorsitzende von DAX-Unter-
    nehmen die Steuerhinterziehung von Hoeness decken und ihn
    weiter als Präsidenten des FC Bayern und als Aufsichtsrats-
    vorsitzenden akzeptieren. Merken die Herren nicht, dass sie
    ihre Glaubwürdigkeit ebenfalls damit aufs Spiel setzen!!!

  • Ihr selbstgerechten, scheinheiligen Kommentareschreiber. "Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein."

  • Was aus dieser Sache hervor geht ist: es gab eine geschäftliche Beziehung zwischen Hoeneß, Herrn Dreyfus und dem FC Bayern.

    Aber damit ist immer noch nicht Schluss. Denn: aus dieser Geschäftsbeziehung ist eine tiefergehende Freundschaft geworden, die soweit ging, dass Dreyfus dem Hoeneß diese 20 Millionen Euro lieh zum Zocken.

    Aus einer geschäftlichen Partnerschaft entstand zwischen Louis-Dreyfus und dem damaligen Bayern-Manager Uli Hoeneß eine Freundschaft, die offensichtlich so weit ging, dass Dreyfus Hoeneß mehrere Millionen lieh.


    http://www.welt.de/sport/article115492721/Wer-war-der-Mann-der-Uli-Hoeness-Geld-lieh.html

    Von daher gibt es nun mehrere Punkte, die gegen Hoeneß sprechen:

    a) Herr Hoeneß hat fremdes Geld verzockt und nicht etwa sein eigenes
    b) Herr Hoeneß hat mehr als nur diese offiziellen 3,2 Millionen Steuern hinterzogen
    c) Korruption (wegen dieser geschäftlichen Beziehung zu Gunsten beider)
    d) er schädigt damit den Ruf des FC Bayern und auch den der Mannschaft des FC Bayern.

    Daraus wird deutlich: diese heutige Entscheidung des Aufsichtsrates des FC Bayern ist nur eine halbherzige Distanzierung von diesem Hoeneß und in Wirklichkeit decken die ihn auch noch weil im Aufsichtsrat nämlich zwei Personen sitzen, die wegen ähnlicher Dinge schon Schwierigkeiten hatten und haben: einmal Herr Seehofer höchst selbst und dann Herr Stoiber.

    Das zeigt: der Aufsichtsrat des FC Bayern muss von diesen Typen gereinigt werden genauso wie unsere TV-Verwaltungs- und Aufsichtsräte und die Rundfunkräte! Dort müssen alle Politiker rausgenommen werden, damit wir wieder echte unabhängige Medien bekommen.

  • Total falsche Entscheidung des Aufsichtsrates. Ganz besonders, wenn man sich diesen Artikel hier:

    http://www.welt.de/sport/article115492721/Wer-war-der-Mann-der-Uli-Hoeness-Geld-lieh.html

    mal durchliest. Die Wahrheit über die Verbindung Hoeneß-Dreyfus.

    Außerdem: der Typ war auch noch vorbestraft:

    Zehnmonatige Gefängnisstrafe

    Louis-Dreyfus war Harvard-Absolvent, er besaß auch einen schweizerischen Pass. Negative Schlagzeilen machte er 2006, als er zu einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung und zu einem Bußgeld in Höhe von 200.000 Euro verurteilt wurde. Ein Gericht sah es als erwiesen an, dass er in illegale Spielertransfers des ehemaligen Marseille-Trainers Rolland Courbis verwickelt war.


    Darüber hinaus soll es so gewesen sein, dass Dreyfus als Retter von Adidas gilt:

    Ein begnadeter Manager

    Adidas steckte damals tief in der Krise. Doch Louis-Dreyfus zeigte sich einmal mehr als begnadeter Manager. Als er den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernahm, schrieb das Unternehmen einen Verlust von 150 Millionen Mark. Louis-Dreyfus verdoppelte den Werbeetat und lagerte die Produktion ins Ausland aus. Heute gilt er als "Retter von Adidas". Er brachte das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs, auch wenn die milliardenschwere Übernahme der französischen Salomon lange auf dem Konzern lastete. Adidas ging unter Louis-Dreyfus 1995 erfolgreich an die Börse.


    Dass bedeutet: Dreyfus soll - obwohl vorbestraft - die Firma Adidas aus einer schweren finanziellen Turbulenz rausgeholt haben. Aber: damit ist die Sache noch nicht komplett.

    Denn genau dafür - also für diese Rettung von Adidas - schonzte niemand geringeres als Hoeneß selbst diesem Dreyfus und dessen Firma Adidas den Auftrag als Ausstatter des FC Bayern zu.

    Der FC Bayern wird von Adidas ausgestattet, das Unternehmen ist mittlerweile sogar am Klub beteiligt. Der aktuelle Deal läuft bis 2022 und umfasst angeblich 200 Millionen Euro.

  • Ja aber hallo,

    sind Sie ein Troll, oder einfach nur betrunken?
    So ein Unfug, viel BLÖD-Zeitung gelesen und mal alle Schlagzeilen der letzten Wochen geschüttelt, nicht gerührt in einen rührenden Neid-Mix gegossen.
    Na wohl bekomm's...

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