Bilanz Borussia Dortmund Warum dem BVB der Umsatzeinbruch egal sein kann

Einen Tag nach dem Supercup-Gewinn gegen Bayern präsentiert Borussia Dortmund vorläufige Zahlen. Obwohl Umsatz und Gewinn eingebrochen sind, gewinnt der Verein an Finanzkraft – und sucht nun neue Investoren.
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BVB-Geschäftsführer Watzke: „Solange wir schwarze Zahlen schreiben, sind wir in der Lage ordentlich zu investieren.“ Quelle: dpa

BVB-Geschäftsführer Watzke: „Solange wir schwarze Zahlen schreiben, sind wir in der Lage ordentlich zu investieren.“

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DüsseldorfDer Gewinn: eingebrochen. Der Umsatz: ebenfalls. Auf den ersten Blick scheint die Bilanz, die BVB-Geschäftsführer Joachim Watzke einen Tag nach dem Supercups präsentieren kann, nicht gut ausgefallen zu sein. Doch so ist das im schwankungsreichen Fußballgeschäft, denn verantwortlich ist vor allem ein Transfer, der das Ergebnis des vorherigen Geschäftsjahres besonders gut aussehen ließ.

Der Verkauf von Mario Götze an Bayern München spülte den Dortmundern im Vorjahr 37 Millionen Euro in die Tasche, insgesamt nahm der Bundesligist durch den Abgang von Spielern 51,6 Millionen Euro ein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 fiel der Transferüberschuss mit 4,45 Millionen deutlich geringer aus.

Hinzu kamen sinkenden Umsätze in der Champions League. Während Dortmund im Vorjahr noch in das Finale einziehen konnte, war in der vergangenen Saison bereits im Viertelfinale Schluss. Auch die TV-Einnahmen sind durch das internationale Ausscheiden gesunken: Nach 87,6 Millionen Euro im Vorjahr stehen jetzt unterm Strich lediglich 81,4 Millionen Euro in den Büchern.

Deshalb ist es durchaus als Erfolg zu werten, dass die Dortmunder auch in diesem Jahr einen zweitstelligen Gewinn von rund 12 Millionen Euro ausweisen können. Bereinigt um die Transfererlöse kann auch der Umsatz leicht auf 260,7 Millionen Euro zulegen. „Die Umsatzentwicklung hat mich positiv überrascht“, sagt auch Analyst Marcus Silbe von Close Brothers Seydler Research. Ohnehin bleiben die Zukunftspläne von Watzke ambitioniert: Bis spätestens 2018 will der Dortmund-Chef des Umsatz ohne Transfers auf über 300 Millionen Euro steigern.

Finanziell hat sich der Club, der einst von der Pleite bedroht war, ohnehin weitgehend erholt: Auch wenn in der Bilanz noch Finanzverbindlichkeiten von 41,04 Millionen Euro ausgewiesen werden, ist Dortmund faktisch schuldenfrei. Der Großteil der bestehenden Verbindlichkeiten ist langfristig. Dem gegenüber stehen Vermögenswerte, mit denen die Schulden getilgt werden könnten. Dass der Club es nicht tut, lässt auf eine niedrige Verzinsung schließen. Kurz: Die wirtschaftliche Basis der Dortmunder ist erneut stabiler geworden.

So sehen es die Aktionäre, die nach Verkündigung der Zahlen für ein leichtes Kursplus sorgten, obwohl die Dividende bei zehn Cent unverändert bleiben soll. Und so sieht es auch BVB-Geschäftsführer Watzke: „Solange wir schwarze Zahlen schreiben, sind wir in der Lage in den nächsten Jahren ordentlich investieren zu können.“

Denn auch die Werbeeinnahmen entwickeln sich positiv. Der Vertrag mit Großsponsor Evonik wurde zuletzt vorzeitig bis 2025 verlängert – für ein Gesamtpaket von 250 Millionen Euro. Mit dem chinesischen Technikriesen Huawei haben die Dortmunder zudem einen neuen Premiumsponsor gewonnen. So legten die Werbeeinnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht auf 73 Millionen Euro zu, im Vorjahr hatten die Dortmunder mit Werbung noch 69,3 Millionen verdient.

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5 Kommentare zu "Bilanz Borussia Dortmund: Warum dem BVB der Umsatzeinbruch egal sein kann"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Pia: was ein sinnfreies Rumgetrolle.. "Wenn es sportlich nicht läuft.." Sie meinen so mit Abstieg etc? Dann muss ich Ihnen Recht geben ;)
    @Heinz Klein: eigentlich lassen die Zahlen ja nicht viel Interpretationsspielraum zu. Herr Bay hat es gut zusammengefasst - im Gegensatz zu den meisten Journalisten (und Ihnen, Herr Klein!), die dazu geschrieben haben, versteht er, dass die Transfererlöse einmalige Effekte sind. (Wenn man dann noch ins Detail geht, war Mario G. mit ca. 1 EUR bilanziert, danach wurde seine Ablöse reinvestiert=Vermögenswerte in die Bilanz aufgenommen.)
    Aber das nur ein Punkt dazu..

  • Sehr geehrte Frau Paff,

    danke für die Rückmeldung. Auch hier würden mich die Details interessieren. Warum entspricht das Geschäftsmodell des BVB keiner zeitgemäßen Unternehmensführung? Warum sollte der wirtschaftliche Verfall einsetzen?

    Beste Grüße

    Lukas Bay

  • Sehr geehrter Herr Klein,

    danke für Ihre Rückmeldung. An welcher Stelle sehen Sie eine "schwarz-gelbe Brille"? Es fällt schwer auf Kritik zu reagieren, wenn sie so unkonkret geäußert wird. Warum der Gewinneinbruch von 80 Prozent durch einen Sondereffekt verursacht wird und darum kaum zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit taugt, lege ich im Artikel ja dar. Deshalb kommt im übrigen auch der im Artikel zitierte Analyst Marcus Silbe von der Investmentbank Close Brothers Seydler in seiner Beurteilung auch zu dem Ergebnis: "Die vorläufigen Eckzahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr des Fußballvereins sind sehr solide ausgefallen." Wenn Ihnen Informationen vorliegen, die Grundlage für eine andere Beurteilung sind, lassen Sie mich gerne an Ihrem Wissen teilhaben.

    Beste Grüße

    Lukas Bay

  • Nimmt man die bisherigen Fußball-Artikel von Herrn Bay zusammen, kann man ihm schon eine gewisse schwarz-gelbe Brille unterstellen. Und der darf jetzt positiv über das von ihm emotional unterstützte Unternehmen schreiben, warum ein Gewinneinbruch von 80 Prozent vollkommen egal ist? Das nennt man dann wohl Qualitätsjournalismus...

  • Die Borussia ist betriebswirtschaftlich gesehen in Händen von Anfängern. Das derzeitige Geschäftsmodell respektive Geldanlagen entspricht keiner zeitgemäßen Unterhehmensführung.
    Wenn es sportlich nicht 100% läuft wird zügig der wirtschaftliche Verfall eintreten ... wie schon einmal gehabt. Die Geschäftsleitung ist auf Kumpanei aufgebaut u. schmort im eigenen Saft.
    Meine Wetten setzen auf massive Talfahrt der Aktie.

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