Bilanz der Weltmeister Kein Lahm, kein Schweinsteiger – kein Problem

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Den Weg zeigt der Trainer
Zum Abschied kullern die Tränen
Abschied
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„Das bedeutet mir sehr viel, dass jeder einzelne hier steht”, sagte der 32 Jahre alte Schweinsteiger über das Stadionmikrofon. Die Zuschauer im Borussen-Park applaudierten minutenlang, riefen „Fußball-Gott”.

Tief berührt
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„Es war für mich eine große Ehre, für Deutschland und euch Fans zu spielen”, sagte der 32 Jahre alte Schweinsteiger.

Weg damit
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„Jeder ist traurig. Wir wissen, was für ein großartiger Kerl und Fußballer er ist”, sagte Mesut Özil.

Ehrung für den Kapitän
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„Dass es so schön sein würde, hätte ich mir nicht erträumt. Es hat mich sehr gerührt”, sagte Schweinsteiger im ZDF. „Die Nationalmannschaft ist wie eine Familie.”

Dank der Fans
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Die Weltmeister-Auswahl gewann im letzten Länderspiel ihres Anführers gegen Finnland mit 2:0 (0:0) und schenkte dem 32-Jährigen ein herzliches Servus der 30.121 Fans.

Selfie mit Flitzer
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Nachdem sich ein Flitzer mit einem Trikot mit der Nummer 7 direkt auf dem Rasen ein Selfie mit Schweinsteiger abgeholt hatte, gab es nach 67 Minuten den großen Abschiedsmoment.

Abschied
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Bastian Schweinsteiger winkt bei seinem Abschiedsspiel ins Publikum. Foto: Federico Gambarini

Das Team ist nicht auf einen Anführer zugeschnitten, auf einen herausragenden Fußballer, der den Weg vorgibt. Den Weg zeigt der Trainer, und je mehr Spieler diesen eigenständig verstehen und umsetzen, desto überflüssiger wird der Kapitän. Es ist genau das, worauf Löw, Mannschaftsmanager Oliver Bierhoff und der ausbildende Unterbau des DFB hinarbeiten.

Einer, der zuletzt zum gelebten Beispiel dieser Herangehensweise wurde, ist Miroslav Klose. Der auf lange Sicht erfolgreichste deutsche Nationalstürmer (71 Tore in 137 Spielen) hat vor kurzem seine Karriere beendet. Und Klose, einer der meistrespektierten Spieler des internationalen Fußballs, wurde umgehend zum Trainer-Praktikanten von Jogi Löw.

Das zeigt gleich dreierlei: Löw hat durchaus ein sehr gutes Verhältnis zu verdienten Führungsspielern; Klose besitzt nach wie vor einen unbändigen Drang, sich und das Fußballspiel zu verbessern – und der DFB setzt viel daran, seinen Jugendspielern wieder Stürmerexpertise zu vermitteln.

Nach der EM wurde die Ausrichtung der Nachwuchsausbildung, die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viele gute zentrale Mittelfeldspieler hervorbrachte, um den Akzent auf Torgefahr erweitert. Natürlich zeigt sich hier auch der Absolutismus der A-Nationalmannschaft.

Über die anhaltenden Erfolge regiert das Duo Löw und Bierhoff sportlich wie wirtschaftlich in den gesamten DFB hinein. Und auch die Liga, organisiert im Dachverband DFL, schaut sich die Trends meist mehr, mitunter weniger freiwillig ab. Unbestritten ist jedoch, dass die Doppelspitze Löw/Bierhoff dadurch nachhaltiger arbeiten kann als je zuvor.

Am Ende des Jahres 2016 zeigt sich der Weltmeister nicht lahm und ergraut, sondern jung und dynamisch. Löw schafft es fortwährend, sich der eigenen Utopie der absoluten Flexibilität anzunähern. Der Nachwuchs arbeitet von Geburtsjahrgang zu Geburtsjahrgang technisch und taktisch präziser. Dadurch erreicht die Nationalmannschaft eine unglaubliche Tiefe.

Das erhöht einerseits den Konkurrenzkampf im Team, andererseits wiegen verletzungsbedingte Ausfälle nicht mehr so schwer. Und gerade die aktuelle Welle von Nominierungen bei U-Spielern beweist, dass diese schon früh mit Löws System kompatibel sind.

Im Idealfall macht sich der Bundestrainer so – mit der modernsten Nationalmannschaftsstruktur – noch vor seinem möglichen Abschied in einigen Jahren selbst ersetzbar.

Die besten Transfers des Sommers
Kerem Demirbay, 18999 Hoffenheim, 10 Punkte
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Acht Spiele, drei Tore, zwei Vorlagen: Kerem Demirbay ist im offensiven Mittelfeld das Gesicht des Hoffenheimer Aufschwungs. Und ein Schnäppchen war er auch noch: Für 1,7 Millionen Euro wechselte Demirbay den Arbeitgeber – das war allerdings nicht die Fortuna aus Düsseldorf, für die er zuletzt gespielt hatte. Eigentlich stand Demirbay beim Hamburger SV unter Vertrag, sah dort aber keine Perspektive für sich. Für die Hamburger nicht die einzige wenig schmeichelhafte Erwähnung in dieser Liste.

Quelle: Kicker, Maximale Punktzahl für Einzelspieler: 10

Kevin Vogt, 1899 Hoffenheim, 10 Punkte
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Der derzeit kongeniale und defensive Partner an Demirbays Seite: Kevin Vogt. Für drei Millionen Euro wechselte er von Köln nach Hoffenheim. Und sitzt dort nicht auf, sondern ist eine Bank. Das Ergebnis für Hoffenheim: 10 von 10 Punkten für den Transfer und Kampf ums internationale Geschäft, statt gegen den Abstieg.

Timo Werner, Hoffenheim, 10 Punkte
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Für satte 50 Millionen Euro kaufte der in den deutschen Fankurven nicht sehr wohlgelittene Aufsteiger RB Leipzig im Sommer ein. Allerdings setzte der Klub dabei auf Leistung statt auf große Namen. So war auch Timo Werner, 20 Jahre jung und von Absteiger VfB Stuttgart kommend, mit 10 Millionen Euro Ablöse nicht gerade ein Schnäppchen. Mit fünf Toren und drei Vorlagen in elf Spielen, zahlt sich das Investment in den schnellen Mittelstürmer aber bislang aus.

Raphaël Guerreiro, Borussia Dortmund, 10 Punkte
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Für 12 Millionen Euro wechselte Raphaël Guerreiro (l.) nach Dortmund – die Erwartungen der Borussia waren dementsprechend hoch. Doch das Leistungsniveau des in Frankreich geborenen Portugiesen stimmt bislang – der quirlige Linksverteidiger ist ein echter Volltreffer für den BVB.

Jesús Vallejo, Eintracht Frankfurt, 10 Punkte
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Leipzig, Hoffenheim, die Berliner Hertha, Köln und auch Eintracht Frankfurt: Unerwartete Teams versuchen sich in dieser Saison als Höhenflieger. Gewohnheitsmäßig in höheren Tabellenregionen zu Hause ist dagegen Real Madrid – Heimatverein von Jesús Vallejo, von Eintracht Frankfurt für drei Millionen Euro ausgeliehen. Der 19-Jährige Spanier ist in Frankfurts Innenverteidigung derzeit jeden Cent wert – allein eine Zweikampfquote von rund 65 Prozent spricht für sich.

Michael Esser, SV Darmstadt 98, 10 Punkte
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Weil Stammtorhüter Christian Mathenia nach der Debut-Saison samt Klassenerhalt lieber Ersatzkeeper (bislang null Einsätze) beim Hamburger SV wurde, brauchten die „Lilien“ einen neuen ersten Mann zwischen den Pfosten. Fündig wurden sie in Österreich beim SK Graz, von dort kam Michael Esser. Zwar spielt Darmstadt alles andere als eine Überflieger-Saison. Doch am soliden Rückhalt Esser liegt das nicht – der „Kicker“ gibt 10 von 10 Punkte.

Serge Gnabry, Werder Bremen, 10 Punkte
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Als echter Volltreffer für die nicht gerade auftrumpfenden Bremer erwies sich auch Serge Gnabry. Der frisch gebackene deutsche Nationalspieler rückte erstmals als hervorstechender Akteur der Silber-Elf bei den Olympischen Spielen von Rio in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Von Arsenal London, die ihn bereits in Reserveteam abgeschoben hatte, wechselte Gnabry für 5 Millionen Euro an die Weser und in die Bundesliga.

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