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"Ziel ist es, möglichst schnell in des Gegners Hälfte zu kommen", sagt der Bundestrainer. Löw, der Klinsmanns Philosophie in die taktische Schulung der Spieler herunterbricht, hält es für günstiger, in der Mitte des Platzes an den Ball zu kommen. Das eröffnet der eigenen Mannschaften mehr Möglichkeiten, das Spiel fortzusetzen. An den Seitenlinien sind es meistens nur zwei: der Pass in die Mitte und der inzwischen geächtete Umweg über den Torwart.

Doch auch das Spiel nach vorn ist keine freie Improvisationskunst. "Gute Mannschaften erkennt man daran, wie viele Anspielmöglichkeiten der ballführende Spieler hat", erklärt Löw. Mannschaften, bei denen das Spiel ohne Ball funktioniert, heben sich positiv von der Masse ab. Die Bremer haben das in ihrem Meisterjahr so überzeugend praktiziert, dass manchmal der Eindruck entstanden ist, als hätten sie einen Spieler mehr auf dem Platz.

Solche Überlegenheit ist keine Frage der Begabung, sondern oft das Resultat harter Arbeit. "Wir müssen das Stehen aus den Köpfen kriegen. Bei Top-Teams kann man das gut beobachten", sagt Löw. "Da sprinten drei Spieler von dem ballführenden Mann weg, die den Ball gar nicht bekommen. Sie reißen nur eine Lücke für den vierten Spieler, der angespielt wird und das Tor macht." Diese Sprints im Höchsttempo dauern nur wenige Sekunden, im Laufe eines Spiels aber müssen sie je nach Bedarf beliebig oft wiederholt werden können. Ohne die entsprechende Ausdauer geht das nicht.

Was sonst passiert, war vor zwei Wochen im Spiel der Nationalelf gegen Bayern München zu beobachten. Die Spieler hatten ein paar freie Tage hinter sich und waren nicht austrainiert. "Andreas Hinkel hatte an der rechten Seite manchmal 20, 25 Meter um sich herum keine Anspielstation", sagt Löw. "Er hat den Ball sechsmal zu Jens Lehmann zurückgespielt. Sechsmal in zehn Minuten."

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