Brisantes Spitzenspiel BVB startet letzten Angriff auf Leipzig

Verkehrte Fußball-Welt. Anders als vor der Saison erwartet, sind nicht die Dortmunder, sondern die Leipziger erster Bayern-Verfolger. Das wurmt die BVB-Vereinsführung gewaltig. Es zählt nur der Sieg.
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Beim Hinspiel musste Borussia Dortmund eine empfindliche Niederlage gegen den Aufsteiger aus Leipzig hinnehmen. Damals endete das Spiel 1:0 für RB Leipzig. Quelle: dpa
RB Leipzig - Borussia Dortmund

Beim Hinspiel musste Borussia Dortmund eine empfindliche Niederlage gegen den Aufsteiger aus Leipzig hinnehmen. Damals endete das Spiel 1:0 für RB Leipzig.

(Foto: dpa)

DortmundSportlich brisant, ideologisch aufgeladen - das erste Gastspiel von RB Leipzig bei Borussia Dortmund steht unter besonderen Vorzeichen. Angesichts des bereits auf elf Punkte angewachsenen Rückstands wird das Duell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) für den schwächelnden Traditionsclub zum wohl letzten Versuch, den verblüffend starken und in der Revierstadt besonders ungeliebten Aufsteiger anzugreifen. Voller Sorge, dass diese Kluft weiter anwächst, nahm BVB-Sportdirektor Michael Zorc die Profis in die Pflicht: „Ich erwarte eine massive Leistungssteigerung.“ Ähnlich sieht es Abwehrmann Sokratis: „Wir müssen viel, viel besser spielen.“

Ein Erfolgserlebnis tut not. Schließlich geriet der BVB zuletzt gleich mehrfach in unliebsame Schlagzeilen. Die Diskussion um die Rolle von Trainer Thomas Tuchel beim Wintertransfers von Alexander Isak und die jüngsten Äußerungen von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang zu einem möglichen Vereinswechsel im Sommer sorgten beim in dieser Saison ohnehin unruhigen Tabellenvierten für Störgeräusche. Ein Geheimtraining sollte helfen, sich mit aller Akribie und Ruhe auf die Partie vorzubereiten. Es passte ins Bild, dass Medienvertreter erstmals gebeten wurden, den am Trainingsgelände gelegenen sogenannten „Spion-Hügel“ zu verlassen.

Bayern auf Kurs, der HSV auf Abwegen
Hamburger SV - Bayer Leverkusen (Freitag, 20:30 Uhr)
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Der 19. Spieltag beginnt mit einem Duell der Verlierer. Der HSV verlor vergangene Woche das wichtige Sechs-Punkte-Spiel gegen Ingolstadt und steht deshalb nun auf einem direkten Abstiegsplatz. Leverkusen gab gegen Mönchengladbach eine sicher geglaubte 2:0-Führung noch aus der Hand. Nun treffen beide Teams am Freitagabend aufeinander. Bei der Werkself läuft es sportlich zwar insgesamt besser, aber auch trotz des 3:1-Siegs aus der Hinrunde drückt die am Donnerstag bekanntgegebene Sperre von Calhanoglu auf die Leverkusener Stimmung.

Prognose: Hamburg (26 Prozent Siegchance) 1:2 Leverkusen (51 Prozent)

Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg (Samstag, 15:30 Uhr)
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Im Duell der Schwarz-weißen sind die Freiburger zu Gast in Mönchengladbach. Bei der Borussia setzt man auf die eigene Heimstärke und versucht die positiven Gefühle aus dem 3:2-Sieg gegen Leverkusen mit in die neue Partie zu nehmen – wenngleich Trainer Hecking vor überschwänglicher Euphorie warnt. Das Hinspiel konnten die Freiburger noch mit 3:1 für sich entscheiden. Und auch letzte Woche konnten die Breisgauer einen weiteren Sieg gegen die Berliner einfahren.

Prognose: Mönchengladbach (51 Prozent Siegchance) 2:1 Freiburg (26 Prozent)

Hertha BSC - FC Ingolstadt 04
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Nach dem Sieg gegen den HSV stehen die Ingolstädter nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz. Ob der Audi-Club diese Position halten kann, wird sich im kommenden Härtetest gegen den aktuellen Tabellensechsten zeigen. Bereits das Hinspiel konnten die Hauptstädter mit einem lockeren 2:0 für sich entscheiden. Vergangene Woche sorgte die 1:2-Niederlage gegen Freiburg allerdings für einen Dämpfer, der nun wiedergutgemacht werden soll.

Prognose: Berlin (43 Prozent Siegchance) 1:1 Ingolstadt (32 Prozent)

1. FC Köln - VfL Wolfsburg
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In Wolfsburg läuft es weiterhin eher schleppend. Trotz Trainerwechsel und zahlreicher Neuverpflichtungen im Winter pendelt sich die neue Mannschaft scheinbar noch nicht so recht ein. Vor heimischer Kulisse gab man am vergangenen Wochenende eine frühe 1:0-Führung gegen Augsburg letztlich noch aus der Hand. In Köln wird der Volkswagen-Club auf eine vor Euphorie und Tatendrang nur so strotzende Mannschaft treffen. Den Darmstädtern schenkte man kürzlich sechs Buden ein und die kommende Partie soll nicht wie in der Hinrunde torlos enden.

Prognose: Köln (47 Prozent Siegchance) 1:1 Wolfsburg (29 Prozent)

TSG 1899 Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05
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Alles andere als torlos verlief das Hinrundenspiel zwischen Mainz und Hoffenheim. Nach einer 4:1-Führung zur Halbzeit verloren die 05er in der zweiten Hälfte früh durch eine Rote Karte den Defensivspieler Bussmann, wodurch die Abwehrkette zunächst zu wanken begann und letztlich vollends auseinanderbrach. Die Hoffenheimer setzten zur Aufholjagd an und beendeten diese mit dem 4:4-Ausgleichstreffer ausgerechnet durch den Ex-Mainzer Szalai. Das neutrale Fußballherz würde sich eine Wiederholung des spannenden Torfestivals wünschen.

Prognose: Hoffenheim (42 Prozent Siegchance) 2:1 Mainz (35 Prozent)

Bayern München - FC Schalke 04
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In der aktuell laufenden Saison sind die Bayern in der heimischen Allianz Arena weiterhin ungeschlagen. Da es in den letzten drei Auswärtsspielen allerdings „nur“ zu knappen Siegen mit gerade einmal einem Tor Unterschied (2:1, 2:1, 1:0) reichte, sieht der momentane Tabellenführer dringenden Verbesserungsbedarf. Auf Schalke ist die schlechte Laune hingegen Dauergast. Nach der Niederlage gegen Frankfurt findet man sich nun im bedeutungslosen Tabellenmittelfeld wider, was den Gelsenkirchenern gar nicht gefällt.

Prognose: München (72 Prozent Siegchance) 2:0 Schalke (8 Prozent)

Borussia Dortmund - RB Leipzig (Samstag, 18:30 Uhr)
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Nach dem Unentschieden zum Bundesligaeinstand folgte für die Roten Bullen am zweiten Spieltag vor heimischer Kulisse der erste Sieg gegen einen der „ganz Großen“ – und das durch einen Last-Minute-Treffer von dem erst in der 84. Minute eingewechselten Keita. Als hätten es die Geschichtsbücher nicht besser vorschreiben können. Sechzehn weitere Partien später ist Dortmund gegen Leipzig die Spitzenpartie des 19. Spieltags.

Prognose: Dortmund (54 Prozent Siegchance) 2:1 Leipzig (24 Prozent)

Die lange Vorgeschichte erhöht den Reiz der Partie. So bemühten sich die Leipziger vergeblich, den heutigen BVB-Coach Thomas Tuchel nach seinem Aus in Mainz 2014 zu verpflichten. Darüber hinaus trat Hans-Joachim Watzke wiederholt als Wortführer gegen den von Unternehmer Dietrich Mateschitz alimentierten Gegner in Erscheinung. Besonders die Aussage des BVB-Geschäftsführers, dass in Leipzig nur Fußball gespielt wird, „um eine Getränkedose zu performen“, blieb in Erinnerung.

All das verstärkt die Angriffslust der Sachsen - auch abseits des Rasens. „Wir sind allein auf weiter Flur, die da vorne an den Bayern dran sind. Wenn es uns nicht gäbe, wäre die Bundesliga wohl schon im März wieder entschieden“, stichelte Ralph Hasenhüttl vor der Reise zum selbsterklärten Bundesliga-Kronprinzen.

Anders als die zuletzt zweimal siegreichen Leipziger wirken die Dortmunder nach vier Unentschieden in den vergangenen fünf Partien verunsichert. Gut möglich, dass Tuchel Veränderungen vornimmt und den zuletzt zum Edelreservisten degradierten Weltmeister Mario Götze erstmals in diesem Jahr in die Startelf beordert.

Es könnte dem BVB zum Vorteil gereichen, dass der Gegner in Timo Werner (Grippe) und Emil Forsberg (Sperre) auf zwei Leistungsträger verzichten muss. Das große Selbstvertrauen beeinträchtigen diese Ausfälle jedoch nicht: „Wir jammern nicht, wir haben bisher immer Lösungen gehabt“, kommentierte Hasenhüttl.

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  • dpa
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