Bundesliga BVB gibt Bayern noch mehr Vorsprung

Zum Bayern-Jäger wird Borussia Dortmund in dieser Saison kaum noch: Wieder verschenken die Hochgeschwindigkeits-Fußballer um Aubameyang, Reus und Schürrle einen Sieg. Diesmal in Mainz.
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Der BVB muss sich derzeit mit dem vierten Platz in der Bundesliga-Tabelle zufrieden geben. Quelle: AFP
In Mainz reicht es nur für ein Unentschieden

Der BVB muss sich derzeit mit dem vierten Platz in der Bundesliga-Tabelle zufrieden geben.

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MainzDie Drängelei an der Bundesliga-Spitze verzeiht Borussia Dortmund solch einen Ausrutscher eigentlich nicht. „Die Spiele sind wahnsinnig eng. Die Konkurrenz ist unglaublich konstant und hat den Vorteil der Außenseiterrolle“, sagte Trainer Thomas Tuchel nach dem 1:1 (1:0) des BVB beim FSV Mainz 05 ziemlich emotionslos. Vor dem Schlager gegen RB Leipzig am Samstag liegt seine Mannschaft als Tabellenvierter der Fußball-Bundesliga immer noch hinter dem Sensations-Aufsteiger und Eintracht Frankfurt sowie punktgleich mit 1899 Hoffenheim. Keine Frage: Der prädestinierte Bayern-Verfolger hinkt weiter „einen Tick“ (Tuchel) hinter den Erwartungen her.

Ziemlich konsterniert verschwand der frühere Mainzer Chefcoach an alter Wirkungsstätte nach dem Schlusspfiff in den Katakomben. Auch mit Afrika-Cup-Rückkehrer Pierre-Emerick Aubameyang hatten die Dortmunder zum Rückrunden-Auftakt den Sprung auf den Champions-League-Platz verpasst. Vor der Sky-Kamera beklagte Tuchel den „fehlenden Mumm“ seiner Mannschaft.

Beste und schlechteste Einkäufer der Bundesliga
Bundesliga
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Die Fußballforscher des Schweizer Instituts Cies haben die Wertentwicklung bei europäischen Vereinen unter die Lupe genommen. Dafür wurden die zusammengerechneten Transferausgaben für den aktuellen Kader dem gesamten Teamwert gegenübergestellt – die Differenz zeigt, um wie viel Millionen Euro der Kader an Wert gewann oder verlor. Alle 18 Bundesligaklubs in der Übersicht, gerankt nach Wertzuwächsen.

Platz 1: FC Bayern München
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Natürlich, die Bayern. Der deutsche Klassenprimus hat nicht nur natürlich den wertvollsten Bundesligakader mit einem Gesamtwert von 560 Millionen Euro. Nein, die Münchner können dank Transferausgaben von „nur“ 357 Millionen Euro auch den höchsten Wertgewinn verbuchen: 203 Millionen Euro stehen für den Deutschen Meister so zu Buche.

Quelle: Cies Football Observatory

Platz 2: Bayer Leverkusen
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Schon länger investiert Bayer Leverkusen kräftig in den Kader, gerade bei jungen Spielern: Jonathan Tah, Hakan Calhanoglu, oder Julian Brandt sind Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit – alle drei Spieler mit mächtig Wertsteigerungspotential. Einem Kaderwert von mittlerweile bereits stolzen 323 Millionen Euro stehen Transferausgaben von 147 Millionen Euro gegenüber. Das macht ein Plus von 176 Millionen Euro. Den Vizetitel teilt sich Leverkusen mit...

Platz 2: Borussia Dortmund
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...Borussia Dortmund, ebenfalls mit einem Plus von 176 Millionen Euro. Ein Platz der zeigt, wie stark Deutschlands Nummer zwei nach Einschätzung von Cies investiert. Denn trotz einer Transferoffensive mit Einkäufen von über hundert Millionen Euro im Sommer stehen insgesamt vergleichsweise moderate Investitionen von 237 Millionen Euro einem Kaderwert von 413 Millionen Euro gegenüber.

Platz 4: Borussia Mönchengladbach
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Sportlich läuft es für die Borussia in dieser Saison überhaupt nicht – finanziell schätzen die Schweizer Forscher die „Fohlen“ aber immer noch Champions-League-würdig ein. Die Fohlen kommen bei Ausgaben von 94 Millionen Euro auf einen Kaderwert von 156 Millionen Euro, machen so also ein Plus von 62 Millionen Euro.

Platz 5: 1. FC Köln
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In Köln läuft es prächtig derzeit. Unter Sportchef Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger ist der Verein sein Image als Karnevals- und Chaosklub losgeworden, sportlich und finanziell ist der Verein mehr als im Soll. Das zeigt auch die Wertentwicklung des Kaders. Den schätzt Cies zwar nur mit 78 Millionen Euro ein – bei Ausgaben von lediglich 28 Millionen Euro macht der Verein so aber dennoch ein Plus von 50 Millionen Euro.

Platz 6: FSV Mainz 05
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Schon eine Ecke höher bewertet wird von den Schweizern der Kader des FSV Mainz 05, den Cies auf 95 Millionen Euro schätzt. Bei Ausgaben von 47 Millionen Euro bleibt aber eine etwas geringere Differenz von 48 Millionen Euro.

Trotz des Blitztors nach 124 Sekunden durch Marco Reus verschenkte der BVB den so wichtigen Sieg. Danny Latza bestrafte die nach der Pause zu passiven Gäste mit dem Ausgleichstreffer in der 83. Minute – es war der einzige Schuss der Rheinhessen, der aufs gegnerische Tor kam. „Das ist sehr enttäuschend. Mit einem Dreier hätten wir wieder auf Platz drei rücken können. Das ist bitter, weil wir vorher den Sack schon hätten zumachen können“, klagte Kapitän Marcel Schmelzer.

Weltmeister André Schürrle stellte fest: „Ich hatte nie das Gefühl, dass das 1:1 in der Luft liegt, darum ist das jetzt sehr bitter. Uns fehlen die dreckigen Siege.“ Vom FC Bayern redet beim BVB ohnehin niemand mehr: 14 Punkte beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter – und auch schon elf auf Leipzig. „Die Liga ist kompliziert geworden und qualitativ sehr, sehr stark geworden, auch in der Spitze“, sagte Tuchel: „Wir haben das Gefühl, dass wir ein paar Punkte zu wenig haben.“

Dabei wurde ein Treffer der Mainzer durch Yoshinoro Muto vor der Pause wegen Abseits zu Unrecht nicht gegeben. Kurz vor dem Abpfiff hatte der eingewechselte Pablo De Blasis sogar noch die Chance zum Siegtreffer. „Ich glaube: Den Ausgleich gegen Dortmund zu schießen, ist so spät besser – sonst wäre der Weg bis zur 90. Minute zu weit geworden“, erklärte Schmidt.

Die Mainzer freuen sich nun auf das Duell bei Borussias Tabellennachbarn Hoffenheim. Da könnte auch Neuzugang Bojan Krkic sein Debüt geben, die Leihgabe von Stoke City steht an diesem Montag erstmals in Mainz auf dem Trainingsplatz. „Hoch interessant“ findet auch Tuchel diesen Transfer: Krkic war ja mal Lionel Messis Nebenmann beim FC Barcelona. „Es ist an Martin, da was rauszuholen“, meinte Tuchel und schmunzelte dann doch noch beim Blick auf seinen Kollegen Schmidt.

  • dpa
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