Bundesliga Klopp versus Krise

Der zweite Teil der ersten Englischen Woche ist vom Abstiegskampf geprägt. Besonders stark stehen dabei Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart im Fokus. Aber auch für Paderborn und den HSV ist die Lage prekär.
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Unermüdlicher Antreiber: Dortmund-Coach Jürgen Klopp im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Quelle: ap
Jürgen Klopp

Unermüdlicher Antreiber: Dortmund-Coach Jürgen Klopp im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen.

(Foto: ap)

DüsseldorfJürgen Klopp und Huub Stevens haben es längst erkannt. Der Kampf gegen die drohende Zweitklassigkeit bedeutet fighten, den Gegner niederringen, Abkehr vom Champagner-Fußball. „Da muss die B-Note außen vor bleiben“, umschrieb BVB-Chefcoach Klopp die missliche Lage des Tabellenletzten aus Dortmund.

Die Rollenverteilung ist mehr als ungewohnt. Als Tabellen-Letzter empfängt der gebeutelte BVB den zum Europa-League-Kandidaten aufgestiegenen FC Augsburg. Klopp setzt zunächst auf Kampf und Ergebnisfußball - und verlangt eine Wagenburgmentalität.

Die Abkehr vom Champagner-Fußballer ist für Jürgen Klopp kein dauerhafter Paradigmenwechsel. Aber in der gegenwärtigen Situation favorisiert der Trainer von Borussia Dortmund Tugenden wie Kampf und Einsatzbereitschaft, eine stabile Grundordnung und Defensive.

Auch im ersten Heimspiel des Jahres an diesem Mittwoch (20.00 Uhr) gegen den FC Augsburg will sich der Fußball-Lehrer nicht von der seiner Ansicht nach unangemessen hohen Erwartungshaltung treiben lassen. „Wichtig ist, dass wir eine Wagenburg um uns herum bauen. Wir müssen diese Liga halten, das werden wir tun. Nichts anderes zählt“, sagte Klopp vor dem Duell mit dem Tabellen-Fünften.

Die öffentliche Kritik an der wenig ansehnlichen Vorstellung, mit der sein Team beim 0:0 in Leverkusen einen Punkt ergatterte, schmeckt Klopp nicht. „Wenn man zu großen Schritten noch nicht in der Lage ist, muss man kleine machen“, verteidigte der Coach vehement die momentane Spielweise.

So dürfte Klopp die Meinung des Kollegen Markus Weinzierl vor dem Gastspiel im Signal Iduna Park gar nicht gefallen. Denn der Augsburger Trainer hält an der eigenen Außenseiterrolle fest. „Das ist eine kuriose Situation“, sagte Weinzierl am Dienstag: „Es spielt der Tabellenfünfte beim 18., und der 18. ist in diesem Spiel sicherlich der Favorit.“ Der Coach sieht „viel Brisanz“ in der Partie und findet: „Dortmund muss gewinnen.“

Bayern am Boden
Frust bei Xabi Alonso
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Der Blick gesenkt, die Backen aufgepustet: Xabi Alonso ist der Frust über die Bayern-Leistung bereits während des Spiels anzusehen. Für den erfolgsverwöhnten Bayern-Spanier ist die Niederlage in der Bundesliga eine gänzlich neue Erfahrung...

Guardiola ratlos
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Bayerns Trainer Pep Guardiola fasst sich an den Kopf: Niederlagen sind nichts für den Erfolgscoach. Der Spanier zeigte sich aber als guter Verlierer: „Die waren im richtigen Moment besser“, sagte er.

Claudio Pizarro am Boden
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Am Boden: Claudio Pizarro verpasste kurz vor Schluss noch eine Riesenchance und konnte der wenig durchschlagskräftigenden Bayern-Offensive keine neue Frische verleihen. Er war nicht der einzige Bayern-Spieler, der zeitweise am Boden lag...

Schweinsteiger neben der Spur
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Bastian Schweinsteiger und Luis Guistavo im Grätschduell: Der Bayern-Kapitän beackerte das Spielfeld, war immer am Mann, investierte viel. Am Ende musste er aber zugeben, „viele Fehler“ gemacht zu haben. Sonst nicht seine Art, beteiligte er sich am Freitagabend gegen Wolfsburg an allen Scharmützeln...

Im Rudel
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Spieler des VfL Wolfsburg (in grün) und des FC Bayern München (in rot-blau) leisten sich handfeste Auseinandersetzungen: Die Münchener verbissen sich nach ihrem Rückstand in die Partie und leisteten sich ein ums andere Mal hitzige Wortduelle mit den Unparteiischen und Gegenspielern. Am Ende beruhigten sich die Gemüter und die Bayern-Stars akzeptierten ihr Versagen...

Dante applaudiert
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Dante nach dem Spiel: Nach Ende der Partie schienen die Bayern-Spieler die Niederlage schnell zu akzeptieren. In Interviews übten Schweinsteiger, Neuer, Guardiola und andere Bayern-Akteure Selbstkritik. Die Wolfsburger-Spieler ließen sich von ihren Fans frenetisch feiern. Ein bewegender Abend in vielerlei Hinsicht...

Malanda im Blick
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Das Konterfei des verstorbenen Junior Malanda auf einer Fahne während des Spiels: Zu Beginn der Partie gedachten Fans und Spieler dem Anfang Januar verstorbenen Angreifer. Wolfsburg-Trainer Hecking und seine Mannen betonten vor dem Spiel, die Partie für Malanda gewinnen zu wollen.

Klopps Plan ist klar und verständlich. Der Tabellenletzte will sich zunächst Stück für Stück Luft verschaffen im Abstiegskampf, um über kleine Erfolgserlebnisse irgendwann die Sicherheit und Leichtigkeit früherer Jahre zurückzugewinnen. „Es ist bei uns eine Frage der Geduld. Denn Selbstvertrauen kann man sich nicht in der Vorbereitung holen“, erläuterte der Trainer.

Aus der Partie bei Bayer nimmt Klopp das Positive mit. „Das zu Null in Leverkusen war ein großer Schritt nach vorne. Insgesamt war das eine sehr stabile Formation. Unser Spiel war sicherlich nicht perfekt, aber es war eine große Bereitschaft für unsere Situation da.“

Es gehe „einzig und allein darum, zu punkten und so schnell wie möglich die Abstiegsränge zu verlassen“, sagt auch Roman Weidenfeller. Zwar sei es eine schwierige Phase, gab der Torhüter zu. Aber in der Saison 2006/2007 sei es noch kritischer gewesen. „Damals standen wir am 27. Spieltag auf dem 17. Tabellenplatz“, erinnerte Weidenfeller. „Damals haben wir es gemeinsam gemeistert und jetzt werden wir es auch schaffen.“

Hertha und Bayer unter Druck, Werder furios
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