Kampf um die Spitzenposition

Welche Mannschaft hat am Ende die Nase vorn?

(Foto: dpa)

Bundesliga-Prognose (20) Irrer Kampf um Position zwei

Die Spitzengruppe der Bundesliga umfasst – die Bayern außen vor – sechs Teams, die fast gleichauf liegen. Der Kampf um die vordersten Plätze tobt. Die KickForm-Prognose gibt Aufschluss über die kommenden Ergebnisse.
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DüsseldorfMathematik kann die Welt erklären. Zumindest einen Großteil davon. Auch wenn der Fußball bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, den Naturgesetzen muss sich auch die schönste Nebensache der Welt fügen. Und so geben komplexe Statistiken Hinweise darauf, wie eine Bundesliga-Partie ausgeht.

Die Statistikexperten des Start-ups KickForm haben sich auf diese Form der Prognose spezialisiert. Der mathematische Algorithmus dahinter berücksichtigt zum Beispiel den messbaren Heimvorteil, die Besonderheiten des Spieltags oder den Tordurchschnitt. Die Trefferquote liegt damit zwar bei rund 13 Prozent. Damit liegt sie jedoch höher als das statistische Mittel von Algorithmen, die Wettanbieter einsetzen.

Wer für das Bundesliga-Tippspiel im Büro noch schnell eine Inspirationsquelle sucht: hier finden sich die laut KickForm wahrscheinlichsten Ergebnisse des Spieltags. Die Tendenzen der vergangenen fünf Spiele berücksichtigen alle Pflichtspiele, also auch nationale und internationale Pokalwettbewerbe.

Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach

Hinter den enteilten Bayern (16 Punkte Vorsprung) tobt auf der Tabelle der Fußball-Bundesliga zurzeit ein Sechskampf um die zweite Position. Demnach wird der 20. Spieltag am Freitagabend auch mit einem punktetechnischen Duell auf Augenhöhe – 30 gegen 31 – eröffnet. „Den Auswärtssieg vergolden“ will Eintracht-Coach Kovac, der nach dem 3:1-Erfolg in Wolfsburg einen Heimsieg folgen lassen will. Ganz so leicht fällt das Frankfurt in dieser Saison allerdings nicht, denn von den insgesamt 30 Zählern wurden nur neun im heimischen Stadion erkämpft – und mit Gladbach kommt der nächste schwere Brocken nach Hessen. Borussia-Trainer Hecking kann dabei nach überstandenem Infekt auf die Rückkehr von Christoph Kramer setzen, der „durchaus eine Option für die Startelf“ sei. Der Sieger der Partie hievt sich zumindest für knapp einen Tag auf die Vizemeisterposition. Das wahrscheinlichste Ergebnis ist allerdings ein 1:1.

1. FC Köln – FC Augsburg

Beide Teams kämpfen um den Anschluss. Während der schon verlorengeglaubte Tabellenletzte aus Köln nur noch drei Zähler hinter dem HSV steht, weiß Trainer Ruthenbeck, dass Augsburg „nicht weit weg von der Europa League“ ist. Und tatsächlich sind die Bayern ebenfalls nur drei Punkte vom um die internationalen Plätze kämpfenden Sechserpack entfernt. Trotzdem erwartet beispielsweise Augsburgs Goalgetter Finnbogason ein „hartes und intensives Spiel“ in Köln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Neu-Kölner Simon Terodde, der laut Trainer Baum „im Kollektiv zu stoppen“ sei. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Augsburg.

VfB Stuttgart – FC Schalke 04

Nach der mittlerweile elften Niederlage in einem sehr leistungsschwachen Spiel in Mainz rumort es im Stuttgarter Umfeld gewaltig. Coach Wolf lässt sich davon aber nur wenig beeinflussen. Man müsse da „bei sich bleiben und seiner Überzeugung folgen“. Das Drumrum kriege man ohnehin nicht in den Griff. Deshalb könne man nur versuchen, „das nach innen zu lösen – und Punkte zu holen“. Gegen Schalke dürfte das trotz großer Heimstärke aber schwierig werden. Denn der VfB-Trainer weiß, dass die Gelsenkirchener nach drei sieglosen Spielen „etwas unter Zugzwang“ stehen.

Neben dem kleinen sportlichen Tief ist auf Schalke weiter ein Thema bestimmend: Leon Goretzka. DFB-Manager Bierhoff äußerte sich unglücklich über den feststehenden Wechsel („Ein ambitionierter Jung-Nationalspieler sitzt ungern mittwochs auf der Couch, wenn andere Champions League spielen“), Schalke-Sportchef Heidel reagierte erbost. Wichtig ist am Samstagmittag aber erst einmal wieder aufm Platz. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 1:1.

Borussia Dortmund – SC Freiburg

Wenig überraschend steht auch in Dortmund eine Personalie im Mittelpunkt. Dabei könnte Aubameyang nach zwei Auszeiten gegen Freiburg mal wieder auf Platz stehen. „Bis jetzt hat er in dieser Woche einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt BVB-Coach Stöger. Die Verhandlungen mit dem FC Arsenal um einen Wechsel das Gabuners stocken derweil. Die Londoner sehen den Handlungsdruck nach den Eskapaden des Stürmers offenbar bei der Borussia, die sich wiederum von den „Erpressungsversuchen“ nicht zum Handeln zwingen lassen.

Die Freiburger treten mit dem Selbstvertrauen aus sieben ungeschlagenen Spielen in Folge – gekrönt mit dem Sieg gegen den letztjährigen Vizemeister Leipzig – im Ruhrgebiet an. Eine Statistik bereitet dem SC dann aber doch große Sorgen: Seit über 16 Jahren hat Freiburg in Dortmund keinen Punkt mehr geholt. Für BVB-Trainer Stöger ist das aber kein Grund für Übermut. „Freiburg ist immer für eine Überraschung gut.“ Das wahrscheinlichste Ergebnis: 1:0 für Dortmund

FC Bayern München – TSG 1899 Hoffenheim

In München kommt es am Samstagmittag zum großen Wiedersehen. Niklas Süle, Sandro Wagner und Sebastian Rudy streiften sich kürzlich noch das Trikot der TSG Hoffenheim über. Während Rudy zuletzt vermehrt nur auf der Bank zu finden war, dürften Wagner – als Einwechseloption – und Süle gegen ihren Ex-Klub antreten. „Ich bin auf jeden Fall bereit“, sagt der Innenverteidiger, der durch den wegen einer Erkrankung zuletzt ausgefallenen Mats Hummels ein Kandidat für die Startelf ist. Von der TSG erwartet der Confed-Cup-Sieger, dass sie „alles abverlangen und nach vorne spielen wird“. Als eines der ganz wenigen Teams verzeichnet Hoffenheim gegen die Bayern zwar eine positive Bilanz – zumindest wenn man auf die letzten drei Begegnungen blickt (zwei Siege, ein Unentschieden). Ansonsten befinden sich die Kraichgauer momentan aber in einer schwierigen Verfassung – aus den letzten fünf Bundesligapartien konnte nur ein Dreier geholt werden – weshalb es sehr schwierig wird, in München etwas zu holen. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:0 für München.

RB Leipzig – Hamburger SV

Beim Tabellenvorletzten aus Hamburg stehen die Zeichen auf Neuanfang. „Es ist wie immer, wenn ein neuer Trainer kommt. Alle sind engagiert, weil es bei Null losgeht“, sagt der neue HSV-Coach Bernd Hollerbach. Kurz vor dem Beginn der Partie in Leipzig bleiben allerdings einige Fragen noch unbeantwortet. So ist nicht nur die Kapitänsfrage unklar, sondern auch, wer zwischen den Pfosten steht. Vor wenigen Wochen erst hat Pollersbeck Mathenia abgelöst. Nun soll aber auch diese Position komplett neu bewertet werden.

Neubewertungen können in Leipzig kaum vorgenommen werden. Abzüglich der momentan ausgefallenen Spieler Halstenberg, Forsberg und Keita stehen RB-Trainer Hasenhüttl nur noch 15 Feldspieler zur Verfügung. So ist beispielsweise auf der linken Defensivseite Bernardo quasi die einzige Option. Einen rein aus der Not heraus getätigten Transfer will der Coach aber nicht sehen. Wenn überhaupt, müsse es „eine Verpflichtung sein, die uns sofort weiterhilft und besser macht“. Aber auch mit dem jetzigen Kader dürfte es gegen den HSV reichen. Denn das wahrscheinlichste Ergebnis sieht ein 2:1 für Leipzig vor.

Werder Bremen – Hertha BSC

Bremens Kohfeldt formuliert es unmissverständlich: „Wir müssen jetzt Punkte holen.“ Und tatsächlich sind schon jetzt vier Punkte vonnöten, um den Relegationsplatz verlassen zu können. Dabei stellt sich Werder nicht schlecht an, hat für das 2:4 in München viel Lob erhalten. Aber von wohlwollenden Worten allein kann man sich eben nichts kaufen. Berlin ist auf der anderen Seite momentan das einzige Team, das in der Tabelle weder nach unten schauen muss noch weit nach oben gucken kann. Trotzdem gilt auch für Hertha-Trainer Dardai die Devise: „Wir müssen punkten.“ Und auch der Ungar kann nichts mit Lob für ein schönes Spiel anfangen, wenn die Punkteausbeute nicht stimmt. Er habe nichts dagegen, „wenn wir jetzt grottenschlecht spielen und gewinnen“. Die Zuschauer dürfen am Samstagabend wohl ein waschechtes Kampfspiel erwarten. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 1:1.

Bayer 04 Leverkusen – 1. FSV Mainz 05

Nach fünf Toren am vergangenen Wochenende und Testspiel unter der Woche heißt es für Leverkusen weiter angreifen. Nicht nur soll mit einem Sieg eine Champions-League-Position gefestigt werden. Die Werkself habe laut Trainer Herrlich „noch etwas gut zu machen“. Leverkusen will sich für die sehr schwache 1:3-Pleite in der Hinrunde revanchieren. Gegen Mainz dürfte zumindest ein weiteres torreiches Spiel zu erwarten sein. Denn der selbsternannte Karnevalsverein spielt mit offenem Visier. Auf der einen Seite funktioniert das Sturmduo Quaison und Yoshinori gut, in den letzten drei Partien erzielte der FSV so mindestens zwei Treffer. In der Defensive herrscht aber Unordnung. So kassierte Mainz auch mindestens zwei Tore – allerdings in den letzten fünf Bundesligabegegnungen. Dementsprechend fällt auch die KickForm-Prognose aus. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Leverkusen.

Hannover 96 – VfL Wolfsburg

Am Sonntagabend tritt Wolfsburg zum Niedersachsen-Duell in Hannover an. Die eigentlich nach höherem strebenden Wölfe stecken im Abstiegskampf. Mit Martin Schmidt hat der VfL aber einen kampferprobten Trainer an der Seitenlinie stehen. Mit Mainz konnte er bereits zweimal einen drohenden Abstieg abwehren. „Als Erfahrung ist das nicht schlecht“, sagt der 50-Jährige. Der Aufsteiger aus Hannover hat dank eines Polsters von elf Punkten zum Relegationsplatz momentan nicht viel mit den unteren Rängen zu tun. Und nach vier Punkten aus den letzten beiden Partien gegen Mainz und Schalke sind die 96er gut drauf. „Wir wissen im Team, dass wir nur zusammen erfolgreich sein können“, lobt Kapitän Philipp Tschauner die Mentalität seiner Mannschaft. Ob das gegen Wolfsburg genügt? Die Prognose erwartet ein ausgeglichenes Spiel. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 1:1.

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