Champions League Das gefährliche Spiel mit der Königsklasse

Bayern, Dortmund, Leverkusen, Schalke: Endlich treten vier Bundesligaklubs in der Königsklasse an. Das Problem: In der Liga droht Langeweile, wenn wenige Klubs regelmäßig hohe Einnahmen aus der Königsklasse verbuchen.
Kommentieren
Bayern-Coach Pep Guardiola und Thomas Müller spaßen beim letzten Training vor dem Champions League Auftakt gegen ZSKA Moskau. Quelle: AFP

Bayern-Coach Pep Guardiola und Thomas Müller spaßen beim letzten Training vor dem Champions League Auftakt gegen ZSKA Moskau.

(Foto: AFP)

DüsseldorfAls der Spielermarkt heiß lief, stutzte selbst Jürgen Klopp. „Die Summen sind verrückt“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund Anfang September bei einem Werbetermin für Sponsor Opel, das Transferfenster war gerade geschlossen. Vor allem englische Klubs hatten noch einmal groß eingekauft. Rund eine dreiviertel Milliarde Euro gaben sie laut „transfermarkt.de“ im Sommer für Verstärkungen ihres Kaders aus. „Da wurden am letzten Tag Riesensummen umgesetzt“, staunte Klopp. „80 Prozent der Spieler kenne ich gar nicht.“

Auch der Revierklub hatte einiges Geld hin und her geschoben. Erst kassierte der BVB von Bayern München 37 Millionen Euro Ablöse für das eigene Supertalent Mario Götze. Kurz darauf überwies Dortmund 27,5 Millionen Euro an Schachtjor Donezk, um den armenischen Star Henrich Mkhitaryan zu verpflichten. Natürlich weiß Klopp, was den internationalen Kaufrausch befeuert – und sagt das auch unumwunden: „Wer in der Champions League dabei ist, der kriegt einen Haufen Geld.“

Der BVB kann auch in diesem Jahr die Finanzspritze vom Champions League-Veranstalter Uefa fest einplanen. Vielleicht werden es wieder 55 Millionen Euro, die Dortmund in der abgelaufenen Saison als Finalist verbuchte. Doch selbst ein Ausscheiden in der Vorrunde würde um die 20 Millionen Euro an Prämien bringen. Hinzu kommen noch einmal mehrere Millionen durch Ticketverkauf und zusätzliche Sponsoring-Einnahmen.

Insgesamt baden 32 Teilnehmer der Endrunde, die am Dienstagabend startet und am 24. Mai 2014 mit dem Finale in Lissabon endet, im Geldtopf der Uefa. Erstmals seit Jahren schickt die Bundesliga vier Klubs ins größte finanzielle Wellness-Center des Klubfußballs: Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Schalke 04. Auch Leverkusens Klubchef Wolfgang Holzhäuser behagen die Zusatzeinnahmen von mindestens 15 bis 20 Millionen Euro. „Das ist auch ganz gemütlich“, sagte er.

Zwar hat Uefa-Präsident Michel Platini erkannt, dass ein Umsteuern der oft riskanten Klubfinanzierung dringend geboten ist. Das von ihm angeregte Financial Fairplay soll Europas Vereine zu wirtschaftlicher Vernunft zwingen. Gleichzeitig setzt sein Turbowettbewerb Champions League immer fettere Anreize für Hasardeure.

Dabei sein ist alles. „Die Geister, die ich rief, werd' ich nicht mehr los“, kommentiert Philipp Grothe, Chef der Sportrechtevermarktung Kentaro den eingeschlagenen Wachstumskurs. „Die zentral vermarktete Champions League entwickelt sich zu einer Cash-Maschine für die Klubs und auch für die Uefa selbst“, sagt Grothe.

„Die Geister, die ich rief, werd' ich nicht mehr los“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Champions League - Das gefährliche Spiel mit der Königsklasse

0 Kommentare zu "Champions League: Das gefährliche Spiel mit der Königsklasse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%