Champions League Heimpatzer gegen Real - Bayern vor Viertelfinal-Aus

Cristiano Ronaldo hat den Triple-Träumen des FC Bayern einen herben Dämpfer versetzt. Mit zwei Treffern besiegelt der Weltfußballer den 2:1-Hinspielsieg von Real Madrid im Viertefinale in München. Die Hausherren können Topstürmer Robert Lewandowski nicht ersetzen.
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Cristiano Ronaldo schoss Real Madrid zum Sieg gegen die Bayern. Quelle: AFP
Champions League

Cristiano Ronaldo schoss Real Madrid zum Sieg gegen die Bayern.

(Foto: AFP)

MünchenAdios, FC Bayern? Nach dem verkorksten ersten Gipfeltreffen mit Real Madrid kann den deutschen Fußball-Rekordmeister nur noch ein großer Champions-League-Abend im Rückspiel retten. Beim 1:2 (1:0) im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger um den zweifachen Torschützen Cristiano Ronaldo (47. Minute/77.) verloren die Münchner nach der Pause in Unterzahl Ordnung und Kontrolle über ein vorweggenommenes Endspiel, das für sie in einer dominanten ersten Hälfte durch die Führung von Arturo Vidal (25.) so gut begonnen hatte.

Vidal (45.+1) vergab bei einem verschossenen Handelfmeter die große Chance zu einem komfortableren Vorsprung für das Ensemble von Trainer Carlo Ancelotti. Nach der Gelb-Roten Karte für Javi Martínez (61.) hielt vor allem Manuel Neuer die Bayern überhaupt noch im Spiel. Ohne den an der Schulter verletzten Robert Lewandowski fehlte dem Bundesliga-Tabellenführer vor 70 000 Zuschauern in der Allianz Arena in der Offensive die Durchschlagskraft.

„Es war ein bisschen unglücklich, wir waren die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit. Wir glauben daran, dass wir es noch schaffen können“, sagte Neuer. Kapitän Philipp Lahm meinte im ZDF: „Der Platzverweis war der Genickbruch.“

Nach 16 Heimsiegen in Europas Eliteliga nacheinander kassierten die Bayern gegen Real die erste Niederlage seit drei Jahren - damals hatten die „Königlichen“ 4:0 unter Ancelotti triumphiert. Ohne einen Coup am kommenden Dienstag im Estadio Santiago Bernabéu sind die Triple-Träume des designierten deutschen Meisters vorbei. Zuletzt erreichten die Münchner in der Saison 2010/11 nicht das Halbfinale.

In den Tagen nach der 4:1-Gala gegen Borussia Dortmund hatte die Sorge um Superstürmer Lewandowski die Debatten bestimmt. „Das Risiko wäre zu groß gewesen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, als die Zwangspause des Torjägers zur Gewissheit geworden war. Zum ersten Mal nach 32 Spielen fehlte der Pole den Bayern in der Champions League. Der von einer Sprunggelenksblessur genesene Thomas Müller konnte Lewandowski aber nicht gleichwertig ersetzen.

Auch Nationaltorwart Neuer kehrte zwei Wochen nach einer Operation am Fuß zurück in die Startelf - und bewahrte die Bayern nach 17 Minuten vor einem Rückstand. Mit den Fingerspitzen lenkte er einen Kopfball von Karim Benzema nach Flanke von Toni Kroos noch an die Unterkante der Latte. Ansonsten aber kontrollierten die Münchner gegen zunächst abwartende Gäste in Hälfte eins das Geschehen, waren aufmerksam in der Defensive und darauf bedacht, Konter wie beim 0:4-Debakel im Halbfinale vor drei Jahren zu vermeiden.

Der Club der Fußball-Milliardäre
Platz 20: Espanyol Barcelona
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Der Chinese Chen Yangsheng (2.v.r.) hat 2015 die Mehrheitsanteile beim spanischen Klub Espanyol Barcelona übernommen. Der Investor des Vereins aus der Primera Divison verdient sein Geld als Spielzeugfabrikant.

Vermögen: 1,1 Milliarden Euro

Gesamtinvestment: 50 Millionen Euro

(Quelle: sponsors)

Platz 19: OGC Nizza
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Der Verein aus der ersten französischen Liga gehört seit 2016 den Unternehmern Chien Lee (China) und Alex Zheng (USA). Beide verdienen ihr Geld in der Tourismusbranche.

Vermögen: keine Angaben

Gesamtinvestment: 100 Millionen Euro

Platz 18: Inter Mailand
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Zhang Jindong hat sich 2016 in den italienischen Traditionsverein Inter Mailand eingekauft. Das Vermögen des Chinesen stammt aus Geschäften im Elektroeinzelhandel.

Vermögen: 3,8 Milliarden Euro

Gesamtinvestment: 100 Millionen Euro

Platz 17: RB Leipzig
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Dietrich Mateschitz gehören gleich zwei Fußballvereine sowie ein Rennstall bei der Formel 1. RB Leipzig finanziert der Red-Bull-Chef seit 2009, inzwischen spielt der Brause-Klub in der 1. Liga.

Vermögen: 13,2 Milliarden Euro

Gesamtinvestment: 150 Millionen Euro

Platz 16: Stade Rennes
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Francois Pinault ist seit 1998 Fußball-Mäzen beim Erstligaverein Stade Rennes. Sein Geld verdient der Franzose mit Mode. Zu seiner Firma gehören unter anderem Gucci, Yves Saint Laurent und Puma.

Vermögen: 14,4 Milliarden Euro

Gesamtinvestment: 180 Millionen Euro

Platz 15: Leicester City
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In der vergangenen Saison konnten Leicester City und Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha (r.) den Titelgewinn in der Premier League bejubeln. Der Unternehmer aus Thailand ist Inhaber eines Duty-Free-Imperiums.

Vermögen: 3,3 Milliarden Euro

Gesamtinvestment: 200 Millionen Euro

Platz 14: Olympique Marseille
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Dem US-amerikanischen Immobilien-Tycoon Franck McCourt (r.) gehören seit 2016 die Mehrheitsanteile beim französischen Traditionsklub Olympique Marseille.

Vermögen: 2,3 Milliarden Euro

Gesamtinvestment: 200 Millionen Euro

Vidals Kopfball-Torpedo zum 1:0 nach Thiagos Ecke war Ausdruck der anfänglichen Überlegenheit. Dem enorm präsenten Chilenen war sein unbedingter Wille, endlich die Sehnsucht nach einem Champions-League-Triumph zu stillen, anzumerken. Doch kurz vor der Pause wurde Vidal sein schäumender Ehrgeiz zum Verhängnis. Daniel Carvajals Einsatz bei Franck Riberys Schuss wertete der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli als Handspiel, Vidal schnappte sich in Lewandowski Abwesenheit den Ball - und jagte ihn über das Tor.

Das rächte sich gleich nach der Pause. Carvajal konnte ungestört flanken, Ronaldo hatte zu viel Platz in der Strafraummitte und traf direkt zum Ausgleich. Nach 659 Minuten endete damit die torlose Zeit des Portugiesen in der Königsklasse.

Doch es kam noch schlimmer. Zunächst verhinderte Neuer bei einem Kopfball von Bale noch das 1:2 (56.), doch dann schwächte der bis dahin überzeugende Martinez sein Team durch zwei Gelbe Karten in nur drei Minuten - Platzverweis.

Nun ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Wieder rettete der überragende Neuer per Fußabwehr gegen Benzema (73.), dann mit einem Reflex gegen Ronaldo (75.). Gegen den nächsten Versuch von Ronaldo war dann auch der Welttorhüter machtlos, nachdem der Real-Superstar eine Flanke von Marco Asensio aus kurzer Distanz verwertete und so die Niederlage der Münchner perfekt machte.

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