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Champions League Juventus beißt sich gegen Real ins Finale

Der Titelverteidiger ist geschlagen: Juventus Turin steht im Finale der Champions League. Das 1:1 bei Real Madrid reicht den bissigen Italienern. Für die Entscheidung sorgt ausgerechnet ein Ex-Spieler von Real.
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Juve schießt Real aus der Champions League

Madrid Toni Kroos hat den Champions-League-Fluch mit aller Härte zu spüren bekommen und mit Titelverteidiger Real Madrid das mögliche Clásico-Finale gegen den FC Barcelona verpasst. Die Königlichen um den deutschen Fußball-Nationalspieler kamen am Mittwochabend gegen Juventus Turin trotz eines Treffers von Rekordschütze Cristiano Ronaldo und vieler hochkarätiger Chancen nur zu einem 1:1 (1:0) und mussten den Italienern nach dem 1:2 im Hinspiel den Vortritt für die Reise zum Finale am 6. Juni in Berlin lassen.

Ausgerechnet der Spanier und Ex-Madrilene Alvaro Morata besiegelte mit seinem Tor in der 57. Minute das Aus für Real, das somit wie alle seine Vorgänger seit 1993 den Titel in der Champions League nicht verteidigen kann. Barcelonas Torwart Marc-André ter Stegen ist nach dem Aus von Kroos und Sami Khedira der einzige deutsche Fußball-Profi im Heimfinale in der Hauptstadt.

Vor 80 354 Zuschauer im ausverkauften Estadio Santiago Bernabeu war Real durch Ronaldo (23. Minute) und dessen 77. Tor in der Königsklasse per Foulelfmeter in Führung gegangen. Der portugiesische Superstar zog wieder mit Lionel Messi gleich und egalisierte zudem die Pflichtspieltormarke von Club-Legende Alfredo di Stefano mit 307 Toren. Doch diese Statistiken konnten Ronaldo nicht trösten.

Für das Juve-Trio Gianluigi Buffon, Andrea Barzagli und Andrea Pirlo erfüllt sich hingegen der Traum von einer Rückkehr ins Berliner Olympiastadion – dem Ort ihres WM-Triumphes mit Italien 2006. Erstmals seit 2010-Sieger Inter Mailand steht wieder eine italienische Mannschaft im Endspiel. Juve war dies zuletzt beim Triumph von Manchester 2003 geglückt.

Angesichts von Temperaturen von über 30 Grad in Spaniens Hauptstadt hätte man dosiertes Tempo erwarten können. Aber Real legte sofort offensiv los. Gareth Bale köpfte nach nur 40 Sekunden erstmals auf das Juve-Tor. Karim Benzema, erstmals seit April nach einer Knieverletzung wieder dabei, bot sich eine weitere Chance in der 6. Minute. Wer eine ultra-defensiv eingestellte Gäste-Elf erwartet hatte, wurde aber auch überrascht. Die Italiener versuchten durchaus, das Spiel mitzugestalten. Der frühere Leverkusener Arturo Vidal prüfte den zuletzt von den eigenen Fans kritisierten Real-Schlussmann Iker Casillas in dessen 150. Champions-League-Spiel mit einem Flachschuss (14.).

„Mit dem Dreizack nach Berlin“
Pep Guardiola
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„Es war kein Sieg für das Finale, aber vielleicht ein Sieg gegen die Kritiker und für die Ehre. Wir sind stehend aus dem Stadion gegangen. Darauf können wir stolz sein. Wir werden es im nächsten Jahr noch einmal angehen. Ich bin sehr glücklich: Ich freue mich, dass ich Bayern-Trainer bin und diese Spieler trainieren darf.“

(Foto: dpa)
„El Pais“
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„Das Finale in Berlin wird für den FC Barcelona zu einem Heimspiel. Die Deutschen mögen dieses Barça. Es erinnert sie an den FC Bayern in seiner besten Version, aber es bleibt doch ein Barça mit seinen eigenen Charakterzügen.“


(Foto: AFP)
L'equipe
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Die französische Sportzeitung L'equipe zitiert Barcas Trainer Luis Enrique mit den Worten: „Die Mannschaft hat es sich verdient - unter dem bayerischen Himmel war die Spannung schnell vorbei, das Halbfinalduell zwischen Bayern München und dem FC Barcelona war gestern Abend schon zur Halbzeit entschieden.“

Blick
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„Bye Bye, Bayern!“

(Foto: AFP)
Marca
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Die spanischen Sportzeitung „Marca“ titelte nach Champions-League-Weiterkommen der Spanier: „Mit dem Dreizack nach Berlin" - Der Dreiersturm mit Messi, Neymar und Suárez feiert seine Berlinale. Ter Stegen liefert eine Gala-Vorstellung.“

Karl-Heinz Rummenigge
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Karl-Heinz Rummenigge (3.v.l.), Vorstandschef des FCB: „Die Mannschaft geht erhobenen Hauptes vom Platz. Wir können zufrieden sein. Wir haben es gegen die vielleicht beste Mannschaft der Welt nicht geschafft, ins Finale einzuziehen.“

(Foto: dpa)
Luis Enrique
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Der Trainer des FC Barcelona: „Wir haben den Gegner gezwungen, Risiken einzugehen und anzugreifen. Wir wissen, welche Eigenschaften unsere Spieler haben, und die haben wir genutzt. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Spieler und ich muss ihnen gratulieren. Es ist ein super Gefühl, aber wir müssen die anderen Ziele noch erreichen.“

(Foto: ap)

Real setzte aber deutlich mehr Angriffsakzente. Bale prüfte Juves Torhüter Buffon mit einem Fernschuss. Als James Rodríguez nach einem Rempler von Giorgio Chiellini zu Fall kam, entschied Referee Jonas Eriksson auf Strafstoß. Ronaldo verwandelte sicher in die Tormitte. Kurz darauf ärgerte sich der Superstar über einen von ihm selbst schlecht zu Ende gespielten Konter (29.). Das war das große Real-Manko: Ein zweites Tor hätte vor der Pause fallen können, ja müssen. Benzema per Kopfball (30.) und gegen Buffon (41.) sowie Ronaldo (41.) mit einem Schuss ans Außennetz hatten weitere Chancen.

Diese Nachlässigkeiten wurden von Juve - mit 30,6 Jahren im Schnitt extrem erfahren - bestraft. Nach einer Faustabwehr von Casillas und einigem Durcheinander im Real-Strafraum schoss Morata, der schon im Hinspiel getroffen hatte, zum Ausgleich ein. Real hatte noch zahlreiche Chancen, zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Doch Bale (63./72.) und James Rodríguez (67.) verfehlten das Ziel. Kroos beste Möglichkeit war ein Schüßchen in die Arme von Buffon (81.).

  • dpa
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