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Champions League Kein blaues Wunder in Mailand

Für Schalke 04 ist der Traum vom erstmaligen Einzug ins Champions-League-Achtelfinale geplatzt. Trotz einer couragierten Leistung beim AC Mailand verloren die Gelsenkirchener am Dienstagabend ihr letztes Gruppenspiel mit 2:3 (1:1) und mussten ihren Platz in der K.o.-Runde dem PSV Eindhoven überlassen.

HB MAILAND. Die Niederländer gewannen zeitgleich gegen Fenerbahce Istanbul mit 2:0. Ein drittes Schalker Tor hätte den Gelsenkirchenern zum Weiterkommen gereicht und das Aus für den Vorjahresfinalisten AC Mailand bedeutet.

Vor 43 816 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion erzielten Andrea Pirlo (42.) und der Brasilianer Kaka mit einem Doppelschlag (52., 60.) die Tore für Milan. Christian Poulsen (44.) und Lincoln (66.) trafen für die Schalker. Während der AC Mailand als Sieger der Gruppe E am 21./22. Februar international weiter erstklassig spielt, bleibt der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick als Trostpreis der Uefa-Cup. Zuschauen muss in der Zwischenrunde am 15. Februar der Georgier Levan Kobiaschwili, der seine dritte Gelbe Karte kassierte.

„Die Enttäuschung überwiegt. Wir hatten uns viel vorgenommen“, sagte Rangnick, der seine Mannschaft nahe an einer Sensation wähnte: „Wir haben Milan, als es angeknockt wirkte, selbst wieder ins Spiel gebracht mit zwei Fehlern, die auf internationalem Niveau nicht passieren dürfen. Vor dem 1:2 hat man die Nervosität bei Milan förmlich greifen können.“ doch Rangnick weiß auch, dass seine Mannschaft das weiterkommen nicht in Mailand verspielt hat. „Wenn man überlegt, wie viele gute Spiele wir gemacht haben, ist das Ausscheiden schon extrem bitter. Wenn man solche Rechnungen anstellt, sind wir in Istanbul ausgeschieden. Dort waren wir die klar bessere Mannschaft und haben noch den Ausgleich kassiert. Im Moment kann der Uefa-Cup kein Trost sein.“ Auch Manager Rudi Assauer wirkte niedergeschlagen: „Wir hätten den Sack zumachen können. Aber wenn wir in Eindhoven nicht verloren hätten, hätten wir heute auch nicht zittern müssen.“

Die Schalker präsentierten sich in San Siro, wo sie 1997 gegen Inter Mailand den Uefa-Cup gewonnen hatten, selbstbewusst. Sie waren gut organisiert und beeindruckten Milans starke Mittelfeldreihe mit aggressiv geführten Zweikämpfen. Aus dem Spiel heraus ließen die „Königsblauen“ in der ersten Halbzeit kaum zwingende Chancen zu. Erst eine Standardsituation kurz vor der Pause konnte der italienische Vizemeister nutzen. Pirlo verwandelte einen Freistoß aus fast 30 Metern unhaltbar für Torhüter Frank Rost. Doch die Schalker Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Zwei Minuten später war Poulsen zur Stelle und sorgte mit einem Kopfball-Aufsetzer nach einem Freistoß von Lincoln für den Ausgleich.

Das erste Champions-League-Tor des Dänen war fast eine Kopie des Siegtreffers am vergangenen Samstag in Bielefeld und eine besondere Genugtuung für den defensiven Mittelfeldmann. Poulsen hatte Mailands Regisseur Kaka beim 2:2 im Hinspiel mit robuster Gangart abgemeldet und wurde von den italienischen Fans in San Siro gnadenlos ausgepfiffen.

Während Milans Trainer Carlo Ancelotti nach der blamablen 1:2- Niederlage in Verona vier Veränderungen in seiner Mannschaft vorgenommen hatte, gab Rangnick Hamit Altintop den Vorzug vor Gustavo Varela. Abwehrchef Marcelo Bordon meldete sich nach seiner Oberschenkelverhärtung ebenso fit wie auf der Gegenseite Paolo Maldini. Der Kapitän der Mailänder konnte jedoch nur 30 Minuten mitwirken. Maldinis Oberschenkelverletzung brach wieder auf, als er nach einem Fehlpass versuchte, den entwischten Altintop einzuholen.

Der Schlagabtausch kurz vor der Pause ließ Schalke alle Möglichkeiten für die zweite Halbzeit, und Rangnick wechselte in Gerald Asamoah einen weiteren Stürmer ein. Doch nach einer verheißungsvollen Chance für Lincoln (51.) kam die kalte Dusche: Kaka traf nach Vorarbeit von Andrej Schewtschenko mit einem Flachschuss ins entlegene Eck zum 2:1 und erhöhte acht Minuten später sogar auf 3:1, als Schalke alles auf eine Karte setzte. Der Bundesliga-Vierte steckte jedoch nicht auf, hatte weitere Großchancen und kam durch einen abgefälschten Schuss von Lincoln noch einmal auf 2:3 heran. Doch der ersehnte dritte Treffer blieb den wacker kämpfenden „Knappen“ versagt.

Schalke 04 hat das zweite "Wunder von Mailand" verpasst. Achteinhalb Jahre nach dem sensationellen Uefa-Cup-Triumph über Inter ereilte die Königsblauen trotz großem Kampf im Giuseppe-Meazza-Stadion gegen Stadtrivale AC Mailand diesmal der K.o. in der Champions League. Die Schalker müssen sich nach dem 2:3 (1:1) gegen den achtmaligen Europacup-Sieger mit acht Punkten hinter Milan (11) und dem niederländischen Champion PSV Eindhoven (10) mit dem dritten Platz in der Vorrunden-Gruppe E begnügen. Als Trostpreis bleibt der Elf von Trainer Ralf Rangnick lediglich der Einzug in die Zwischenrunde des Uefa-Cups (15./16. und 23. Februar 2006).

Kaka mit Doppelschlag

Vor 45 000 Zuschauern, darunter 7 000 Schalker Fans, waren die Schalker Treffer durch Christian Poulsen kurz vor der Pause und Lincoln (66.) zu wenig. Andrea Pirlo hatte zunächst den 17-maligen italienischen Meister in Führung gebracht. Im zweiten Durchgang machte Kaka mit einem Doppelschlag (52. und 60.) alles klar. Keine Schützenhilfe bekam der Bundesliga-Vierte von Christoph Daum, der mit Fenerbahce Istanbul in Eindhoven verlor.

Die Schalker boten dem Champions-League-Finalisten lange Zeit Paroli. Aus einer gesicherten Abwehr heraus kamen die Königsblauen immer wieder zu guten Chancen. So hatten Mladen Krstajic (25.) und Hamit Altintop (27.), der für Gustavo Varela in die Anfangsformation gerückt war, gute Möglichkeiten zur frühen Führung.

Auf der Gegenseite war für die geballte Offensivkraft der Mailänder im ersten Durchgang kaum ein Durchkommen. Lediglich in der 19. Minute wurde es einmal brenzlig, als der Schalker Schlussmann Frank Rost zweimal gegen den ukrainischen Top-Torjäger Andrej Schewtschenko und den brasilianischen Mittelfeldstar Kaka klärte. So bedurfte es schon einer Standardsituation zur Führung der Gastgeber, als Pirlo einen sehenswerten Freistoß in den linken oberen Torwinkel setzte.

Poulsen markiert zwischenzeitlichen Ausgleich

Die Antwort der Rangnick-Elf folgte allerdings postwendend. Nach einem Freistoß von Lincoln war Poulsen per Kopf zur Stelle. Der Däne gehörte ohnehin zu den auffälligsten Akteuren auf dem Platz. Dabei wurde der 25-Jährige von den Milan-Fans bei jeder Aktion ausgepfiffen. Poulsen war bei der Euro 2004 in die Spuck-Attacke von Italiens Superstar Francesco Totti verwickelt, und nach dem Hinspiel hatte sich Milan-Trainer Carlo Ancelotti abwertend über den Dänen geäußert.

Auch im zweiten Durchgang suchten die Gäste ihr Glück in der Offensive. So hatten Gerald Asamoah (49.) und Lincoln (51.) gleich zwei gute Torchancen. Doch im Gegenzug sorgte Kaka für die kalte Dusche (52.). Als der Brasilianer acht Minuten später erneut traf, schien die Partie bereits entschieden. Doch die Schalker kämpften aufopferungsvoll und wurden durch einen abgefälschten Schuss von Lincoln mit dem Anschlusstreffer belohnt.

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