Contra Wiederholung Die Hertha trägt auch selbst Schuld

Die Relegation haben nicht die auf den Rasen stürmenden Fortuna-Fans entschieden. Die Hertha hat ihre Chance auf den Verbleib in der Bundesliga im Spiel nicht genutzt.
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Thorsten Giersch

Thorsten Giersch leitet die Redaktion von Handelsblatt Live.

DüsseldorfSollte das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin wiederholt werden? Die Frage ist berechtigt, denn es spricht grundsätzlich einiges dafür. Aber meine Antwort lautet dennoch nein.

Denn man darf diese hässliche Aktion hunderte Rabauken nicht isoliert betrachten. Wäre vorher nichts anderes Auffälliges passiert - dann könnte man ernsthaft über eine Wiederholung nachdenken trotz der Irrsinnigkeit aus sportlicher Sicht. Aber die Hertha-Fans waren eben kein Stück besser, daher darf man nicht Fortuna Düsseldorf die Alleinschuld an diesen unfassbaren Vorkommnissen geben.

Erstens kam die Situation, also die extrem lange Nachspielzeit, wegen Ausschreitungen im Hertha-Block zustande. Die Partie musste unterbrochen werden, weil Berliner Anhänger nach dem 2:1 für die Fortuna dutzende Raketen auf das Spielfeld geschossen haben.

Eindeutig galt die Warnung: Beim nächsten Mal wird das Spiel abgebrochen. Und es gab ein nächstes Mal. Es gab weitere Raketen und Riesenböller aus dem Hertha-Block. Schiedsrichter Stark ließ Gnade vor Recht ergehen.

Wer die Wiederholung des Spiels fordert, also dem Schiedsrichter vorwirft, das Spiel nicht abgebrochen zu haben, der sollte das beachten. Er hätte das Spiel zweimal abbrechen können/sollen/müssen - je nach Wertung: Mitte der zweiten Halbzeit wegen den Hertha-Fans und am Ende wegen den Anhängern der Fortuna.

Von einer Wiederholung würde natürlich nur die Hertha profitieren. Dabei haben ihre Anhängern den ersten potenziellen Spielabbruch provoziert. Hätte er die Partie – wie angedroht – an dieser Stelle beendet, wären Hertha „Schuld“ gewesen und sicher nicht mit einem Rückspiel unter sportlich deutlich besseren Bedingungen belohnt worden.

So kam es wegen der Hertha-Fans zur langen Nachspielzeit und den Geschehnissen, für die sich Fortuna Düsseldorf schämen muss. Doch zu verhindern sind solche Dinge eben auch nicht. Und wer sieht, mit wie viel Herz und Risiko sich Spieler und Offizielle gegen die Rabauken stemmten, der muss zugeben, dass der Verein alles getan hat, um das Chaos einzudämmen.

Wie oft wurden schon Spieler zum Beispiel von Wurfgeschossen verletzt, ohne dass ein Spiel wiederholt wurde? Und in diesem Fall war dies ja nicht einmal der Fall. Das soll nichts verharmlosen oder die gefühlte Gefahr für Herthas Spieler kleinreden. Aber in der heutigen Fußballwelt muss man eben Kompromisse machen: Es ist organisatorisch schlicht unmöglich, die Partie zu wiederholen - allein schon wegen der Planungen für die neue Saison und der Europameisterschaft, wo einiger der Spieler gebraucht werden.

Nun fragen wir mal nach der Moral: Wäre eine Spielwiederholung denn wirklich gerecht? Nein, definitiv nicht. Wem hat die 20-minütige Pause aus sportlicher Sicht eigentlich mehr geschadet? Meine Meinung: Wie schon die erste Unterbrechung nach rund einer Stunde ging auch diese eher zulasten der Gastgeber als der Hertha-Spieler.

Bei den Düsseldorfern hat sich doch das Nervenflattern potenziert. Hier kamen doch die Gedanken „wenn wir das noch vergeigen …“. Und hat die erste, von Herthas Fans provozierte Pause, der Fortuna nicht auch geschadet. Hättet sie die deutlich angeschlagenen Berliner nach dem 2:1 nicht viel mehr zugesetzt und mit dem 3:1 ausgeknockt ohne die Unterbrechung? Mein weiß es nicht, aber diese Variante ist wahrscheinlicher, als das Hertha in den letzten 90 Sekunden ohne Fortunas verrückte Fans besser ausgesehen hätte.

Berlin hatte rund 200 Minuten Zeit gehabt, um dem Spiel einen Stempel aufzudrücken - und es nicht geschafft.

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32 Kommentare zu "Contra Wiederholung: Die Hertha trägt auch selbst Schuld"

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  • Wiederholungsspiel??? dann können ja künftig Fangruppen immer spiele abbrechen lassen wenn das ergebnis nicht passt und ein wiederholungsspiel erzwingen. das fänd ich ein echt armes urteil.

  • Dem kann man nur zustimmen. Aber ich würde das nicht daran festmachen, dass Niersbach als DFB-Präsident Fortuna Fan ist und viele andere auch noch, sondern eher daran, dass die Schiris die in diesen Partien pfeifen unerfahrene sind und nicht unvoreingenommen pfeifen, weshalb meist der "bessere" Verein bevorzugt wird. Und die andere Seite ist Dr. Felix Brych, über den man glaube ich kein weiteres Wort verlieren muss. Man vergleiche nur die beiden Spiele Fortuna vs. Frankfurt und Hertha vs. Gladbach, dann fällt jedem sofort auf, dass die Mannschaft die einen klaren Vorteil aus seinen Fehlentscheidungen zieht immer eine Mannschaft ist die einen enormen Rückhalt im DFB hat...Jedoch glaube ich nicht, dass die Entscheidung über ein Wiederholungsspiel von irgendetwas beeinflusst wird, da der vollziehende Richter Hans E. Lorenz ist über den man so glaube ich zumindest sagen kann, dass er vollkommen unparteiisch nach den Fakten und Gesetzen entscheiden wird, dass Hertha ein Wiederholungsspiel gegen Düsseldorf spielen wird. Die Frage ist nur, was passiert wenn ein anderer Richter kommt, der dann natürlich von Niersbach und Co. geschmiert wird, falls Düsseldorf dann Einspruch erhebt!

  • Die beiden Hauptargumente sind sind völlig falsch recherchiert. Raketen sind andere Geschosse und Bengalos. Beides macht sich nicht gut auf dem Rasen, aber zeigt dies doch eindeutig die Unglaubwürdigkeit des Artikels. Die zweite Unterbrechung wurde nicht von den Herthafans verursacht, sondern für der Düsseldorfer Polizei! Beim 2:2 kamen 100 Polizisten in den Innenraum und betraten sogar das Spielfeld. Die folgenden Böller waren einzig eine Reaktion auf Polizei, mehr nicht!

  • Hätte, hätte liegt im Bette sage ich nur. Sein Argument dafür, dass Hertha es nicht "verdient hätte" ist zum Einen, dass Hertha es in 200 Minuten nicht geschafft hätte ihren Stempel dem Spiel aufzudrücken, was schon ein Argument ist, wo sich einem die Haare sträuben, da eine Entscheidung ob es ein Wiederholungsspiel gibt nicht nach dem Auftrete einer Mannschaft, sondern nach den Richtlinien des DFB und der DFL gehen muss und zum Anderen schreibt er davon, dass Wolfgang Stark ja auch schon bei der Aktion der Hertha Fans das Spiel "!HÄTTE!" abbrechen können. Hat er nicht bei Hertha gemacht und hat er nicht beim Platzsturm der Düsseldorfer gemacht! Also von daher ein vollkommen unsinniges Argument, solange wie es um die Entscheidung eines Wiederholungsspiels geht. Unsinnig ist des Weiteren, das Argument wenn er schreibt, dass die Fortuna Fans ja nicht gewalttätig waren, sondern in der Euphorie den Pfiff falsch verstanden hätten! Diese Aussage ist aus dem Grunde vollkommener Wahnsinn, weil Hertha kurz vor der Nachspielzeit den Ausgleich gemacht hat und die Fans und alle zu Beginn der Nachspielzeit schon am Spielfeldrand und hinter dem Tor standen! Bei einem Einfluss von Außen auf das Spiel muss abgebrochen werden! Was für ein enormer Druck das sein muss, wenn die Düsseldorfer Fans überall am Rande stehen und die Spieler auslachen die den Ball holen kommen muss man vielleicht mal überlegen. Beweis für meine Aussagen sind die TV Bilder, in welchen man zum Einen sieht wie Levan Kobiaschwili unter Polizistenbeinen die ca 50cm vom Spielfeldrand wegstehen, um Fans zurückzuhalten den Ball wiederholt. Der Autor ist meiner Meinung nach einfach nur dumm! Er hat das Problem nicht auch nur im Geringsten verstanden, und die gesamte skandalöse Situation oberflächlich und "moralisch" bewertet! Zur Erinnerung: Politiker sind allein ihrem Gewissen und der Moral verpflichtet, Richter, also die Judikative müssen das Gesetz vertreten. Und das sagt eindeutig aus: Wiederholungsspiel!

  • Ich finde es auch sehr skuril, dass hier tatsächlich bei diesen Bildern Argumente an den Haaren herbei gezogen werden. Seit wann beenden, auch wenn nicht bösartig gemeint, Fans ein Spiel? Diese Fans sind auf das Feld gerannt, weil sie nicht mehr ertragen konnten, dass Hertha in jeder Sekunde ein Tor schießt und sie sich Ihre erschwindelte 1. Liga abschminken können. In Dresden, Rostock, Frankfurt usw. wäre ein solches Spiel direkt abgebrochen worden, aber unser neuer DFB Präsident Herr Niersbach wünscht sich ja so sehr seine Fortuna erstklassig zu sehen, da kann man so ein Spiel auch mal durch gehen lassen. Eine kleine Randinformation zum "verdienten 3. Platz der Fortuna": 14 Elfmeter, 9 Mal in Überzahl gespielt, 1 Elfmeter gg. Düsseldorf, nur 1 Mal in Unterzahl gespielt und in nur 10 Spielen war nix zu vermelden. Das hat schon alles einen sehr komischen Beigeschmack.

  • Also gehen wir nach den regeln hätte der Schiri abbrechen müssen, allein schon um seine Glaubwürdigkeit zu waren!!! Er sagte doch beim nächste Vorfall wird abgebrochen, oder ??
    Aber davon abgesehen war Hertha am Drücker als die Fans kamen und der dd gerade irritiert ,was nach 20 Minuten Pause anders war.also wurden die Bedienungen geändert durch das eingreifen der Fans.da es dadurch keinen Abbruch gab (der angekündigt war), wahrscheinlich auch weil der Chef vom Schiri da war und dd Fan ist, muß es meiner Meinung nach ein geisterspiel geben.

  • Der Autor hat das Problem nicht wirklich verstanden. Der Gastgeber konnte die Sicherheit im Stadion nicht garantieren und das Spiel konnte nicht unter vernünftigen Bedingungen zu Ende gespielt werden. Welche Fans nun etwas mehr, oder weniger Schuld hatten, ist völlig uninteressant. Soll das etwa un Zukunft jeweils erst per Schuld-Schätzung entschieden werden? Nein, nur ein Wiederholungsspiel kommt für mich in Frage, alles andere wäre eine Farce, eine Kapitulation vor den Schwachsinnigen in unseren Stadien.

  • Ja das sehe ich auch soooooo,Pyro darf eben nicht legalisiert werden.......hat man gestern ja gesehen.....tja und die Düsseldorfer.....auch bekloppt,da lässt man Vollidioten in ein Stadion,die eigentlich in die Geschlossene gehören......Bald wird es gar keine Zuschauer mehr in unseren Stadien geben.....Fan kann man ja nicht sagen,denn das sind keine Fans!!!!!!!!Das sind durchgeknallte Irre ,die im richtigen Leben nicht klarkommen und meinen sie müssen dann mal eben die 3.Halbzeit einläuten !!!!! Wann werden wir hier endlich vernünftige Verhältnisse haben???
    Leider wird es immer schlimmer statt besser....was ich da gestern gesehen habe ist das Allerletzte!!!!!

  • Interessant, mit welcher Werbung der HB-Verlag Geld verdient!
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    Versteh ich echt nicht ?!?

  • absolut richtig. es ist egal für welchen Verein man ist, wenn man das einmal neutral betrachtet war Hertha einfach die schlechtere Mannschaft. Meiner Meinung nach ist das der letzte dumme Versuch einer Mannschaft die es nicht verdient hat in der Bundesliga zu spielen, den Abstieg noch abzuwenden. Ich habe sie für Fußballer mit mehr Stolz gehalten.

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