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Der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga soll für den MSV Duisburg nur eine Zwischenetappe sein „Alles wie auf Schalke, nur kleiner“

Wenn es Walter Hellmich richtig gut geht, dann raucht er gerne eine dicke Zigarre. Meist stammen die Zigarren aus dem Fundus seines Kumpels Rudi Assauer. Dem Manager von Schalke 04 errichtete Bauunternehmer Hellmich die Vorzeige-Arena „Auf Schalke“.
  • Roland Leroi

DUISBURG. In diesen Tagen steckt sich Hellmich öfter mal eine an. Der 61-Jährige ist seit drei Jahren Vorsitzender des Fußball-Bundesligisten MSV Duisburg und hat es sich zum Ziel gesetzt, auf sportlicher Ebene langfristig mit Assauer gleichzuziehen. Auch den Duisburgern hat er schon ein schickes Stadion hingestellt – und nach fünf Jahren Zweitklassigkeit führte er den MSV zurück ins Oberhaus.

„Wir machen alles wie auf Schalke, nur kleiner“, sagt Hellmich, der sich mit halben Sachen nicht zufrieden gibt. Als seine Vorgänger reihenweise am lang geplanten Stadion-Projekt scheiterten, übernahm Hellmich, der bereits den Bau-Zuschlag hatte, im Juli 2002 kurzerhand den Vorsitz beim MSV.

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Als Traditionsverein gelten die Duisburger zwar schon lange, doch abgesehen von einer Vize-Meisterschaft (1964) und drei verlorenen DFB-Pokal-Endspielen (1966, 1975, 1998) gab es nie große Erfolge zu feiern. „Ein Unding, Duisburg gehört zu den 13 größten Städten Deutschlands und muss im Fußball für Furore sorgen“, meinte Hellmich, der gerade den Dinslakener Tennisverein DTG zur deutschen Meisterschaft geführt hatte.

Mit der 32 000 Zuschauer fassenden MSV-Arena hat Hellmich sich ein Denkmal gesetzt, das seiner Meinung nach sogar Champions-League-Niveau hat. Der gebürtige Duisburger begeisterte überdies Sponsoren, baute die Schulden von 7,5 auf rund 2,5 Millionen Euro ab und löste mit dem Aufstieg große Euphorie aus. Er setzt auf „ehrliche Menschen, die arbeiten können.“

Vom früheren Trainer Pierre Littbarski, der zwar Weltmeister, aber nicht besonders fleißig war, trennte sich der Vorsitzende schnell. Stattdessen vertraute er dem unbekannteren Leverkusener B-Jugend-Trainer Norbert Meier den Job an, und fühlt sich nicht enttäuscht. „Weil Meier 24 Stunden täglich für den Club da ist“, sagt Hellmich. Meier war zunächst umstritten, genoss aber immer die Rückendeckung seines Chefs.

Um den Etat nicht zu belasten, durfte Meier allerdings mit Ausnahme des Stürmers Klemen Lavric, für den eine Million Euro nach Dresden floss, nur ablösefreie Spieler verpflichten. Innenverteidiger Uwe Möhrle etwa, der mit Hansa Rostock abstieg. Tobias Willi (Freiburg) und Mike Rietpietsch (Oberhausen) teilen dieses Schicksal. Markus Hausweiler (Mönchengladbach) und Razundara Tjikuzu (Rostock) wurden in ihren ehemaligen Vereinen aussortiert. „Solche Spieler sind motivierter als die satten Profis“, glaubt Meier. So war es auch bei Aziz Ahanfouf, der nach fünf Vereinswechseln schwer vermittelbar war. Einzig Meier traute ihm den Durchbruch zu, was ihm Ahanfouf mit 31 Toren in zwei Jahren dankte.

Zunächst geht es nur um den Klassenerhalt. „Dafür müssen wir richtig beißen“, sagt Hellmich. Am Samstagabend will er sich wieder eine Zigarre anstecken – nach dem Auftaktsieg gegen den VfB Stuttgart. Langfristig freilich hat er höhere Ziele. „Wer einmal in der Bundesliga ist, will auch irgendwann Erster werden“, sagt er und hofft, dass Duisburg noch zu seinen Lebzeiten „mit Schalke auf Augenhöhe gelangt.“

Starke Defensive

  • Neuzugänge

    : Biliskov (VfL Wolfburg), Tjikuzu (Hansa Rostock), Lavric (Dynamo Dresden), Michalke (Alemannia Aachen), Möhrle (Hansa Rostock), Rietpietsch (RW Oberhausen), Poggenborg (Preußen Münster), Willi (SC Freiburg), Hausweiler (Bor. Mönchengladbach), Bodzek (II. Mannschaft)



  • Stärken

    : Als Einheit stieg der MSV auf, mit Teamgeist will er auch in der Bundesliga bleiben. Die Stärke der meisten Spieler liegt im kämpferischen Bereich, und auf eine starke Defensive ist auch das System von Trainer Norbert Meier ausgerichtet.



  • Schwächen

    :Trotz der Stürmer Ahanfouf und Lavric hakt das Offensivspiel noch. Abgesehen von Torwart Georg Koch sind Führungsspieler rar. Bei einem Duisburger Fehlstart dürfte die Euphorie der Fans schnell in Frust umschlagen.
  • Die Aufsteiger

    • Folge 1:

      2.8.2005 Der 1.FC Köln startet euphorisch in die Saison. 25 000 Dauerkarten hat der Verein verkauft.



    • Folge 2:

      3.8.2005 Der MSV Duisburg ist hungrig auf Erfolg. Allen voran Präsident Walter Hellmich.



    • Folge 3:

      4.8.2005 Warum Eintracht Frankfurt auf gutem Weg ist, in der Bundesliga wieder für Furore zu sorgen.
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