Desaster für Jürgen Klopp „Das Pfeifkonzert war unser kleinstes Problem“

Borussia Dortmund hat wieder verloren. Die Unterstützung der treuesten Fans ist plötzlich weg. Beim BVB herrscht nach der Pleite gegen Augsburg Untergangsstimmung. Doch Trainer Klopp kämpft und denkt nicht an Aufgabe.
Update: 05.02.2015 - 14:22 Uhr 7 Kommentare

Klopp: „Felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt“

DortmundVon echter Liebe war nichts mehr zu spüren. Selbst die treuesten Fans verweigerten der Dortmunder Mannschaft erstmals in dieser Saison die Gefolgschaft. Nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg entlud sich der in den vergangenen Monaten aufgestaute Frust. Auch Berater werden kritischer: „Es fehlt das Professionelle, es scheint ein Plan zu fehlen“, urteilte Manager-Coach Stefan Wachtel auf Handelsblatt Online.

BVB-Trainer Jürgen Klopp versteht die Reaktionen der Fans, wie er am Donnerstag mittags auf einer Pressekonferenz in Dortmund erklärte. Doch davon irritieren lässt er sich nicht. „Das Pfeifkonzert war unser kleinstes Problem gestern Abend“, bilanzierte Klopp. Entscheidend seien andere Dinge: Sein Team verliere die entscheidenden Zweikämpfe defensiv und gewinne die entscheidenden Zweikämpfe offensiv nicht oft genug.

Daran will Klopp nun arbeiten. Und deswegen habe er seinem Team direkt am Morgen per Videoanalyse die Fehler im Spiel gegen Augsburg aufgezeigt. Nun will er die Mannschaft auf den nächsten Gegner in Freiburg so vorbereiten, dass endlich mal wieder drei Punkte eingefahren werden können. Und das Team den letzten Tabellenplatz in der Bundesliga wieder verlassen kann.

Gedanken an Aufgabe verwies er ins Reich der Phantasie. „Resignation war nicht im Ansatz in mir“, dementierte er entsprechende Eindrücke vom Abend vorher. Und Sätze wie „Ich habe kein Bock mehr“ oder „Ich resigniere“ könne er komplett ausschließen. „Ich bin nach wie vor felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt“, sagte Klopp.

Manche der treuen Fans können solche Sätze dagegen nicht mehr hören. Vermittlungsversuche von Routinier Roman Weidenfeller und Kapitän Mats Hummels am Zaun vor der Südtribüne trugen am Mittwoch nach dem Spiel nicht zur Besänftigung bei.

Mit einem lauten Pfeifkonzert verabschiedete der Anhang die Profis in die Kabine. Der Stimmungsumschwung gab Hummels zusätzlich zu denken: „Die Situation ist schlimmer als jede, die wir bisher erlebt haben.“ Mit der bereits elften Saisonschlappe verspielte der wankende Tabellenletzte bei den Fans den letzten Kredit.

„Wenn man nach dem 19. Spieltag dort steht, wäre es eine Frechheit, kein Verständnis für die Reaktion der Fans zu haben“, sagte Hummels später. Nuri Sahin konstatierte: „Die Situation fühlt sich echt scheiße an.“ Weidenfeller warnte: „Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren.“

Wettanbieter glauben an Klopp
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Desaster für Jürgen Klopp - „Das Pfeifkonzert war unser kleinstes Problem“

7 Kommentare zu "Desaster für Jürgen Klopp: „Das Pfeifkonzert war unser kleinstes Problem“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich verstehe die Argumentation Richtung Bayern München nicht. Die stehen doch im Verhältnis zu den reichen Klubs in Europa genau so da wie Dortmund im Verhältnis zu Bayern. Und selbst wenn das nicht so wäre, warum ist es denn dann so und Dortmund ist nicht auf Augenhöhe? Riesenstadion, Rieseneinzugsgebiet, treue Fans, was hält Dortmund denn davon ab, in der Bayern-Liga zu spielen? Meine Antwort: Dilettantisches Management und ein Trainer, der ein zu kleines Spektrum hat.

  • Klopp wird langsam nervig. Soll sich doch endlich selbst mal ein Ultimatum setzen: und zwar 3 Punkte aus dem nächsten Spiel. Und wenn er das nicht packt, sollte er (freiwillig!) gehen. Niemand ist unersetzlich, schon lange nicht der gute Herr Klopp!

  • Na ja, Borussia wollte eben deutscher Meister werden- und jetzt reichts wohl nur für den Uefa-Cup... (:

  • Taktisch könnte Klopp in einer derart schwierigen Situation durchaus anders spielen lassen, Hinten den Laden zumachen - wie viele andere im übrigen auch - und vorne die Stärken der schnellen Stürmer ausspielen. So schwierig kann das doch nicht sein, selbst Gladbach oder auch Chelsea spielt so. Es gewinnt nunmal nicht die Mannschaft mit den meisten Kilometern.

  • Vetternwirtschaft ruiniert den BVB. Dazu noch ein geschwätziger Präsident.
    In der 2. Liga droht dann das finanzielle aus.

  • Dortmund wird nicht absteigen. Die schaffen das.

    Kopf hoch, Kloppo!

  • Ganz ehrlich? Wenn ich Jürgen Klopp wäre, dann würde ich das Managment bei Borussia Dortmund verlassen, aber nicht die Fans.

    Während man in München immer noch auf den Kader zurückgreifen kann, der seit 2006/2007 aufgebaut wurde, muss der beste Trainer Deutschlands auf mehrere Spieler verzichten, die dann auch noch von München aufgekauft wurden. Wie soll Klopp mit einer Mannschaft die zahlreichen Taktiken im Fussball auf Bundesliganiveau einüben, wenn sich die Mannschaft während der Saison erst kennen lernen muss.

    Und andersherum: Ein Managment, dass sein Fundament verkauft, das verkauft automatisch auch die Säulen des ganzen Hauses.

    Ich wünsche Jürgen Klopp alles Gute und zwei Jahre Trainerpause nach dieser bail out Orgie. Angesichts dieser nun sichtbar gewordenen Einstellung des Managments wird auch klar, warum der Weltklassetrainer Klopp nur die zweiten Plätze in der Bundesliga- Episode der Jahre 2008- 2014 erreichen konnte. Da hat jemand ein wirklich dickes Fell.

    Wenn Jürgen Klopp in Dortmund bleibt, auch bei einer möglichen Saison in der 2.Bundesliga, dann hat das Managment in Dortmund wirklich verdammt viel Glück gehabt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%