Deutscher Fußball Misserfolg der Engländer ist ein Glücksfall

Bayern dominiert die Portugiesen, und Wolfsburg düpiert die Spanier. Nebeneffekt der Siege: Die Bundesliga sichert sich drei Startplätze in der Champions League – auf Jahre hinaus. Die Engländer müssen dagegen zittern.
Update: 08.04.2016 - 09:20 Uhr
„Ein Sahnestück des europäischen Fußballs“
Im Stadion
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Alle Augen sind auf Jürgen Klopp gerichtet. Wenn der einstige BVB-Meistermacher erstmals seit rund elf Monaten wieder das Dortmunder Stadion betritt, ist ihm ein warmer Empfang sicher.

Presseauflauf
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Selbst im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid im April 2013 war der Presseraum des Dortmunder Stadions nicht so voll besetzt wie vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) gegen den FC Liverpool. Die Rückkehr von Coach Jürgen Klopp an seine alten Wirkungsstätte sorgte für einen rekordverdächtigen Andrang von Medienvertretern.

Spaß mit der Presse
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Jürgen Klopp war ganz der alte. In vertrauter Umgebung meisterte der Trainer des FC Liverpool das minutenlange Blitzlichtgewitter mit einem Dauerlächeln.

Pressekonferenz
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Der Personenkult im Vorfeld der Partie ging jedoch selbst dem an grelles Rampenlicht gewöhnten Fußball-Lehrer zu weit: „Niemand muss jubeln, wenn ich reinkomme. Ich brauche das nicht. Zu Beginn unseres Lebens haben wir auch immer gegen unsere Freunde gespielt, und es war nie ein Problem.“

Fans und Ordner
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„Ich bin an einem Ort, an dem ich eine wunderschöne Zeit hatte. Besser hier als in Nordkorea. Aber bei einem Tor von Borussia Dortmund werde ich sicher nicht jubeln.“
(Der Liverpooler Trainer Jürgen Klopp auf die Frage, was er bei seiner Rückkehr nach Dortmund empfindet.)

Selfies
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„Er hat uns ja einen Verhaltenskodex mitgegeben. Es wäre schön, wenn alle, die ich nicht begrüßen darf, ein Schild um den Hals tragen.“
(Jürgen Klopps Reaktion auf die Aufforderung von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an die Dortmunder Fans, sich nicht vom einstigen Borussen-Coach einlullen zu lassen.)

Ein Geschenk
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Liverpools Trainer Jürgen Klopp nimmt zum Ende des Training seiner Mannschaft von einer Reporterin einen Präsentkorb entgegen, den diese bei Menschen aus Klopps altem Wohnviertel gesammelt hat.

DüsseldorfSeit Jahren kommen die besten Vereinsmannschaften aus Spanien. Das zeigt sich nicht nur an den Titeln von Barcelona und Real Madrid in der Champions League, sondern auch an den Dauererfolgen der Spanier in der Europa League. Überdies hat erneut keine andere Liga noch so viele Teams in europäischen Pokalwettbewerben: Insgesamt sechs von sieben sind es noch in dieser Saison.

Die Riege der Spanier könnte nun jedoch schneller kleiner werden als erwartet. Dafür gesorgt hat am Mittwoch ausgerechnet der VfL Wolfsburg, der völlig überraschend die Startruppe von Real Madrid rund um Cristiano Ronaldo mit 2:0 nach Hause schickte. Der Vorsprung ist eine ausgezeichnete Basis für das Rückspiel in einer Woche. Ein Tor der Wolfsburger in Madrid – dann müsste Real schon vier schießen.

Der Sieg der Wölfe ist nicht nur ein historischer, sondern auch ein Triumph, der noch viele Jahre in Deutschland nachwirken wird. Denn dadurch und den Sieg der Bayern gegen Benfica Lissabon hat die Bundesliga den Vorsprung der Italiener in der Fünfjahreswertung des Fußballverbandes Uefa wieder aufgeholt. Drei Startplätze in der Champions League sind nun auf Jahre hinaus so gut wie sicher.

Einen vierten Platz im wichtigsten europäischen Wettbewerb auf Vereinsebene kann sich ein Teilnehmer aus Deutschland zudem sichern, wenn sich der Bundesliga-Vierte in einem Qualifikationsspiel durchsetzt. Das ist in den vergangenen Jahren meistens gelungen, zuletzt rutschte so noch Bayer Leverkusen in die Champions League.

Die europäische Königsklasse ist für die Weiterentwicklung des deutschen Vereinsfußballs von enormer Bedeutung – sportlich natürlich, aber vor allem wirtschaftlich. Nur wer hier dauerhaft präsent ist, kann sich die besten Fußballer auf Dauer sichern. Denn die Uefa schüttet enorm hohe Startgelder und satte Prämien für Erfolge in der Gruppen- und Finalphase aus.

Wer den Millionensegen aus der Champions League geschickt investiert, hat mittelfristig gute Chancen, im europäischen Vereinsfußball oben mitzuspielen. Und kann mit etwas Glück auch schon mal einen der großen Vier – Real, Barca, Bayern und Manchester United – ärgern. So wie das Wolfsburg am Mittwoch gegen Real gelungen ist.

 

Im Fußball zählen nicht nur Millionengehälter
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