DFB-Vize Koch „Das kann auf Dauer nicht gut gehen“

Zahlreiche (Traditions-)Vereine in der Regionalliga haben finanzielle Probleme. Diese seien aber hausgemacht, sagt der zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einem Interview. Sie lägen nicht an der Ligen-Struktur.
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In Richtung des früheren Bundesligisten Alemannia Aachen sagt der DFB-Vize: „Zwei Insolvenzen in fünf Jahren sind völlig inakzeptabel und Negativwerbung für den Fußball.“ Quelle: Reuters
Rainer Koch

In Richtung des früheren Bundesligisten Alemannia Aachen sagt der DFB-Vize: „Zwei Insolvenzen in fünf Jahren sind völlig inakzeptabel und Negativwerbung für den Fußball.“

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MünchenDie Insolvenzen und Überschuldungen zahlreicher Regionalligisten liegen nach Ansicht des zuständigen DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch am Miss-Management der Vereine und nicht an der Struktur der Ligen. Dies erklärte Koch in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Wenn ein Verein finanzielle Probleme hat, liegt es unabhängig von der Liga vorrangig fast immer daran, dass er planmäßig mehr Geld ausgibt als er einnimmt“, sagte der 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes: „Wenn es am System der Regionalliga liegen würde, hätten vor allem die Vereine Probleme, die einen geringen Etat haben. In Wahrheit sind es aber fast immer die Vereine mit dem höchsten Etat.“

Zuvor hatte unter anderen Hajo Sommers, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen bei „Revier-Sport“ erklärt, alle Ligen unterhalb der ersten beiden entwickelten sich „zu Opfern, die bei den Ansprüchen kaum noch überleben können“. Mit wenigen Ausnahmen drohe alle Vereinen „permanent die Pleite“.

Das liege aber daran, dass viele Vereine „ihre Etats nicht an die Struktur der Regionalliga anpassen und sich dabei wirtschaftlich übernehmen“, entgegnete Koch nun und stellte klar: „Die vierte Liga ist allenfalls eine Halbprofi-Liga. Und wer sich dort Vollprofitum leistet, kann nicht erwarten, dass ihm das andere finanzieren. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“

Deshalb seien oft Traditionsvereine betroffen. „Es trifft meist Vereine, die sich als Profi-Vereine sehen“, meinte der 58-Jährige. Es sei bei „manchen Vereinen offenkundig, dass sie nichts mit der Regionalliga zu tun haben wollen“. In Richtung des früheren Bundesligisten Alemannia Aachen sagte Koch: „Zwei Insolvenzen in fünf Jahren sind völlig inakzeptabel und Negativwerbung für den Fußball.“ Die Alemannia habe den höchsten Zuschauerschnitt aller Regionalligisten. „Wenn ich mit mehr als 6500 Zuschauern pro Spiel nicht auskomme, kann es nicht an der Regionalliga als solcher liegen, wenn andererseits viele Vereine mit 1000 Zuschauern im Schnitt auskommen können“, sagte Koch.

„Die überwiegende Mehrzahl der Vereine kommt in der Regionalliga trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen vernünftig zurecht, das belegen alle Untersuchungen“, erklärte Koch, der auch Chef des Bayerischen Fußball-Verbandes ist, und von November 2015 bis April 2016 zusammen mit Reinhard Rauball als kommissarischer DFB-Präsident fungierte.

Deshalb werde das umstrittene Modell mit fünf Regionalliga-Staffeln auch auf absehbare Zeit nicht verändert. „Eine Rückkehr zur dreigleisigen Regionalliga kommt nicht in Betracht, denn sie wurde abgeschafft, weil viele vor allem kleine und mittlere Vereine pleitegegangen oder vor wirtschaftlich unlösbare Probleme gestellt worden sind“, stellte Koch klar: „Über das Modell, wie man aus sechs Qualifizierten bestmöglich drei Aufsteiger macht, kann und sollte man hingegen weiter diskutieren.“

Dass nicht alle fünf Meister aufsteigen, sei „beileibe nicht ideal, aber eine bessere und vor allem mehrheitsfähige Alternative wurde bislang noch von niemandem vorgeschlagen“. Er fordert von den Vereinen stattdessen Augenmaß: „Richtig ist, dass man nicht um jeden Preis um jeden Spieler mitbieten oder mitpokern darf und den Spielern nicht nur um des angestrebten sportlichen Erfolges willen jedes geforderte Gehalt zahlt.“

Elf Köpfe im Sommermärchen-Skandal
Franz Beckenbauer
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Der Imageschaden ist enorm, der einstige deutsche Fußball-Kaiser schon lange nicht mehr unantastbar. Als Chef des Organisationskomitees steht er in der Hauptverantwortung – und kann einen Geldfluss in Millionenhöhe von seinem Konto nie schlüssig erklären. Stattdessen überrascht sein Geschäftsverhalten, „immer alles einfach unterschrieben“ zu haben. Ein Verfahren gegen ihn in der Schweiz wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs läuft. Dass er für das vermeintliche Ehrenamt über einen Werbedeal von DFB und OK 5,5 Millionen Euro kassierte, lässt Beckenbauer in der öffentlichen Gunst weiter sinken.

Wolfgang Niersbach
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Als DFB-Präsident ist sein Rücktritt unausweichlich, seine Ämter in den Exekutiven von Uefa und Fifa verliert er wegen einer Einjahressperre durch die Ethikhüter des Weltverbands. Sein miserables Krisenmanagement samt ungenügender Informationspolitik des DFB-Präsidiums werden ihm zum Verhängnis. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen Steuerhinterziehung gegen ihn, Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt, das Trio steht auch im Fokus der Schweizer Behörden.

Horst R. Schmidt
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Niersbachs Vorgänger als DFB-Generalsekretär galt stets als Pragmatiker und Hirn der deutschen WM-Organisation. Doch auch sein tadelloser Ruf hat gelitten, nicht nur durch die laufenden Ermittlungen.

Theo Zwanziger
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Der Gesprächigste aus dem inneren DFB-Zirkel. Der frühere Verbandschef weist sehr gerne auf Versäumnisse anderer Beteiligter hin, muss aber auch selbst einen Zeitpunkt über die Abwicklung der Rückzahlung des entscheidenden Kredits von 6,7 Millionen Euro revidieren. Kritiker werfen ihm einen Rachefeldzug gegen seinen Intimfeind Niersbach vor.

Günter Netzer
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Nur drei Tage vor dem Gerichtstermin legen der frühere Mittelfeld-Regisseur und Zwanziger im April ihren öffentlichen Streit bei. Zwanziger behauptete, Netzer habe bei einem Treffen 2012 einen Stimmenkauf von vier asiatischen Fifa-Funktionären vor der WM-Vergabe bestätigt. Netzer wies dies zurück.

Mohamed bin Hammam
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Über Umwege landen zehn Millionen Schweizer Franken (6,7 Millionen Euro) vom DFB auf einem Konto eines Unternehmens, dessen alleiniger Anteilseigner der skandalumwitterte Katari ist. Warum? Um asiatische Fifa-Wahlmänner nachträglich zu bezahlen? Der Untersuchungsbericht der durch den DFB beauftragten Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gibt abschließend keine Antwort, bin Hammam schweigt.

Joseph Blatter
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Eine zweite Theorie zum Verbleib der Millionen, die auch aus DFB-Kreisen gestützt wird: Der Fifa-Chef habe schwarze Kassen im letztlich erfolgreichen Wahlkampf gefüllt. Der inzwischen gesperrte Schweizer dementiert.

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  • dpa
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