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Ex-DFB-Präsident Zwanziger „So wie ich das sehe, lügt Niersbach“

Das ist ein schwerer Schlag für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: Sein Intimfeind, der ehemalige Verbandschef Theo Zwanziger, bezichtigt ihn der Lüge. Er sagt: Es gab eine schwarze Kasse bei der WM-Bewerbung.
Update: 23.10.2015 - 14:30 Uhr 8 Kommentare
Der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (l) und der damalige DFB-Generalsekretär, Wolfgang Niersbach, im Jahre 2011: Damals waren sie Freunde, heute sind sie verfeindet. Quelle: dpa
Niersbach und Zwanziger

Der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (l) und der damalige DFB-Generalsekretär, Wolfgang Niersbach, im Jahre 2011: Damals waren sie Freunde, heute sind sie verfeindet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger erhebt in der Affäre um die dubiose Millionen-Zahlungen vor der WM 2006 schwere Vorwürfe gegen seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach. „Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab“, sagte Zwanziger dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Dies hatte Niersbach tags zuvor in der Zentrale des Deutschen Fußballbundes bestritten. Es sei „ebenso klar, dass der heutige Präsident des DFB davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe, lügt Niersbach“, so Zwanziger weiter.

In einem Gutachten, das Zwanziger in Auftrag gegeben habe, heiße es, dass Franz Beckenbauer dem früheren Adidas-Chef Louis-Dreyfus für dessen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung an die Fifa einen Schuldschein „auf sich persönlich ausgestellt“ habe. In einem Telefongespräch habe Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, Zwanziger berichtet, dass das Geld an Mohamed Bin Hammam geflossen sei, berichtet das Magazin weiter. Der Katari unterstützte 2002 den Fifa-Präsidenten Joseph Blatter in dessen Wahlkampf gegen Issa Hayatou.

Damit geht das Rätsel um die mysteriöse Millionenzahlung des DFB an die Fifa vor der WM 2006 in Deutschland in die nächste Runde. Am Donnerstag war der Versuch von DFB-Chef Niersbach, mit einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz einen Befreiungsschlag zu landen, vorerst gescheitert. Es war nicht neu, dass der DFB-Präsident einen Zusammenhang zwischen der Zahlung an die Fifa und der mögliche Bestechung der vier asiatischen Funktionäre energisch bestritt. „Das Fußballmärchen ist und bleibt ein Fußballmärchen“, lautet Niersbachs Credo, welches er auch am Donnerstag schon zum Mantra erhob.

„Märchenhafter denn je“
„Mein Name ist Niersbach, und ich weiß von nichts!“
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ARD via Twitter

(Foto: dpa)
„Die traurige Nachricht des Tages lautet, dass auch Beckenbauer und damit das WM-Organisationskomitee und der DFB tief im Sumpf der Machenschaften von Blatter gesteckt haben könnten. Der Konjunktiv ist weiter notwendig, weil auch nach Niersbachs Auftritt viele Fragen ungeklärt sind.“
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„Hamburger Abendblatt“

(Foto: dpa)
„DFB-Präsident Niersbach ist in diesem Spiel der ärmste Hund (...) Bei der Pressekonferenz sah er um Jahre gealtert aus. Bei seinen Aussagen wird jedes Wort zerpflückt.“
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„Bild“-Zeitung

(Foto: dpa)
„Märchenhafter denn je“
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„Frankfurter Allgemeine Zeitung“

(Foto: dpa)
„Man kann sich fragen, ob die alte Geschichte mit dem Stimmenkauf nicht netter gewesen wäre als die nun von Niersbach präsentierte 6,7 Millionen Euro für so eine schöne WM – das wäre doch vielen Menschen noch eher vermittelbar gewesen als diese dreckige Geschichte aus den Hinterzimmern.“
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„Süddeutsche Zeitung“

(Foto: Reuters)
„Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz wollte Wolfgang Niersbach (...) in der Affäre um das Organisationskomitee der WM 2006 aufklären. Es sollte ein Befreiungsschlag sein. Aber der Auftritt des 64-Jährigen verkam zu einer beschämenden Posse.“
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„Die Welt“

(Foto: dpa)
„Angesichts der merkwürdigen Vorgänge, die jetzt im Mittelpunkt stehen, und Niersbachs Milieustudie aus der merkwürdigen Welt der Sportpolitik fällt es immer schwerer, die wunderbare Geschichte vom sauberen Sommermärchen zu glauben.“
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„Rheinische Post“

(Foto: dpa)

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes erklärte am Freitag auf seiner turnusmäßigen Sitzung in Dortmund, den mit seinem Präsidenten Wolfgang Niersbach an der Spitze den eingeschlagenen Weg der umfassenden, lückenlosen Aufklärung aller Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM 2006 konsequent weiterzuverfolgen. Die internationale Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer habe bereits ihre Arbeit aufgenommen und werde in Kürze mit den Befragungen beginnen.

„Für den Ligaverband und für mich persönlich ist entscheidend, dass alles restlos und ohne Ansehen von Personen aufgeklärt wird“, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. „Es ist für den gesamten deutschen Fußball unerlässlich, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt, auch wenn sie zu schmerzhaften Erkenntnissen führen sollte.“

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Fifa dementiert Niersbachs Aussage
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8 Kommentare zu "Ex-DFB-Präsident Zwanziger: „So wie ich das sehe, lügt Niersbach“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Und für die vernarrte Untersuchung wer, wann, wo, irgendwie 2,50 € beim DFB abgehoben hat, geben wir jetzt wahrscheinlich für Rechtsanwälte und Recherchen 20 Mio. € aus. Deutschland ist schon ein sehr verblödetes Land, das muss ich leider sagen....

  • Herr Zwanziger war doch schliesslich verantwortlich ! Die Frage lautet nicht wirklich, ob Herr Niersbach was gewusst hat (damals hatte er nichts zu sagen !), sondern vielmehr, welche aktuell vergebenen, vergangenen und zukünftige WM's überhaupt ohne Schmiergeld und Gefälligkeiten auskommen. Wenn der Rest der Welt (USA vielleicht mal ausgenommen.) das im Fussball unverändert als völlig normal ansieht, sollten wir uns jetzt nicht so künstlich aufregen. Dass die Mitbewerber sich ordentlich aufregen und empören, ist nur verständlich. Sie haben sicher auch geschmiert aber - weil vermutlich zu knausrig - eben garnichts bekommen. Alle tun es aber nur die Deutschen regen sich über sich selber auf ..
    Ganz wichtig: die künftigen WM's müssen unbedingt mit Hilfe noch höherer Schmiergelder vergeben werden dürfen. Der Vorteil: unsere ARD und ZDF Offiziellen können dann wenigstens ordentlich mitbieten und so endlich die Fernsehgebühren wieder anheben, um das dann zu bezahlen ...

  • HB

    Hat das HBO einen neuen Trend gefunden, die Kommentarspalten ( bei Flüchtlingsthemen z. B ) jetzt STUNDENWEISE zuzulassen ?

    Wäre interessant zu erfahren, wer die ADMINISTRATION bei diesem Verfahren verantwortet....? Kann sich nur um einen Id**TEN handeln !

  • Für die Kohle haben wir wenigstens was bekommen. Soll sich doch mal Kollege Wowereit für BER rechtfertigen oder Merkel für ihre Hunderte Milliarden für Flüchtlinge, EZB-Politik, Strom-Stuss-Wende und Griechenland.....da gab´s nämlich nix dafür!

  • Des is mir völlig wurscht! Selbst wenn die mit 6,5 Mio. Euro irgendwen bestochen haben, war das doch ein geiler Deal und eine geile WM! Günstig sozusagen! Also was soll das typisch-deutsche Nachgetrete....

  • >> der ehemalige Verbandschef Theo Zwanziger, bezichtigt ihn der Lüge. Er sagt: Es gab eine schwarze Kasse bei der WM-Bewerbung. >>

    Das ist einer Selbstanzeige gleich zu setzen !

    Die Gerichte sollten sich jetzt den Zwanziger vorknüpfen !

  • >> „Es ist für den gesamten deutschen Fußball unerlässlich, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt, auch wenn sie zu schmerzhaften Erkenntnissen führen sollte.“ >>

    Das ist ungefähr so, als ob man fordern würde, die Politik sollte aufhören zu lügen.

    Unfassbar, welche Träumer es noch gibt !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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