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Fans sind verärgert Frust über WM-Sicherheitsvorkehrungen in Stadien

Wenn Reinhard Beck an die Weltmeisterschaft denkt, dann vergeht dem eingefleischten Fußball-Anhänger die Lust am runden Leder: "Zur Zeit ist ein Stadion-Besuch wirklich nicht mehr angenehm.
Deutschland will sich bei der Fußball-WM in Sicherheitsfragen vorbildlich präsentieren, doch die Fans fühlen sich dann nicht mehr wohl. Foto: Osttribüne des Dortmunder Stadions, dpa Quelle: dpa

Deutschland will sich bei der Fußball-WM in Sicherheitsfragen vorbildlich präsentieren, doch die Fans fühlen sich dann nicht mehr wohl. Foto: Osttribüne des Dortmunder Stadions, dpa

(Foto: dpa)

HB NÜRNBERG. Jetzt haben wir noch mehr Kontrollen und die Repressalien gegenüber den Fans sind noch härter als früher", klagte der Fan- Betreuer von Borussia Dortmund auf dem am Dienstag zu Ende gegangenen 11. Deutschen Präventionstag in Nürnberg, einem Podium für Wissenschaftler, Polizei, Mitarbeiter aus Sozial-Verwaltungen und Länderbehörden.

Bund und Länder, so vermuten er und andere Fan-Club-Vertreter, wollten sich der Welt wohl als Musterknabe in Sachen Stadion- Sicherheit präsentieren - und drohten damit das ohnehin nicht einfache Verhältnis von Polizei und Fan-Clubs noch stärker zu belasten.

Beck, der bei fast jedem Auswärtsspiel dabei ist, ärgert vor allem die Einkesselungsstrategie der Polizei: Eingepfercht vor dem Stadion werde den Fans jede Bewegungsfreiheit genommen. "Wir können nicht mal Pinkeln oder uns was zu trinken kaufen", schimpfte der Borussen-Fan bei einer Podiumsdiskussion. "Wir werden kaserniert und noch mehr schikaniert als eh schon. Ich habe einfach Angst, dass auch künftig beim Thema Fans nur noch an Sicherheitsaspekte gedacht wird und nicht daran, dass wir zu den Auswärtsspielen als Gäste kommen und auch als solche behandelt werden wollen", sagte Beck und gab damit die Gefühlslage vieler Mitstreiter wieder.

Unterstützung erhielt der Dortmunder Fan-Vertreter von ungewohnter Seite. "Auch ich fühle mich unwohl als Fußball-Fan", räumte ein Beamter des Landeskriminalamtes (LKS) Bremen und gleichzeitig Werder - Fan ein. "Wenn man stundenlang von der Polizei eingepfercht wird, dann ist das wirklich sehr unangenehm. Wenn ich mir vorstelle, dass das das Einsatzkonzept für die Fußball-WM ist - na dann, gute Nacht", kritisierte er die eigenen Kollegen.

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