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Fifa-Ermittlungen Wie Schweizer und US-Behörden die Fifa überraschten

Die Fifa hat nichts von den monatelangen Ermittlungen der Schweizer und US-Behörden mitbekommen. Nur so war es möglich die Verdächtigen festzunehmen. Für Fifa-Präsident Sepp Blatter könnte es ebenfalls eng werden.
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Über der Fifa brauen sich dunkle Wolken zusammen. Die überraschenden Razzien könnten noch viel Unangenehmes ans Tageslicht bringen. Quelle: AFP
Fifa-Skandal

Über der Fifa brauen sich dunkle Wolken zusammen. Die überraschenden Razzien könnten noch viel Unangenehmes ans Tageslicht bringen.

(Foto: AFP)

Bern Nach außen drang nichts. Alles blieb geheim. Und das, obwohl viele Menschen zusammenarbeiteten, über Monate hinweg, in zwei weit voneinander entfernten Ländern. Nur so konnten die US- und Schweizer Ermittler am Mittwoch ihre gemeinsamen Aktionen in Zürich starten, die die Fifa in ihren Grundfesten erschütterten. Und einen optimalen Effekt auslösen. Ein kleines Leck hätte wohl alles zerstört. Denn dann hätten die Verdächtigen aus der Schweiz flüchten oder wichtiges Beweismaterial vernichten können.

„Es war eine monatelange Planung“, sagte der Sprecher der Schweizer Staatsanwaltschaft, André Marty, der Nachrichtenagentur AP. „Es war ganz schön schwierig, den besten Moment herauszufinden.“ Am Mittwoch sei dann der Tag gewesen, an dem sowohl die meisten der für die US-Ermittlungen als auch der für die Schweizer Ermittlungen interessanten Leute in der Schweiz gewesen seien - für den Fifa-Kongress am Donnerstag und Freitag in Zürich.

„Blatter wie Osama bin Laden“
Spiegel Online
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Joseph Blatter rauft sich die schüttere Stirn: Mit diesem Bild illustriert Spiegel Online die Analyse des gestrigen Tages. „Für den Fifa-Präsidenten könnte es nach den Festnahmen in Zürich und dem Boykottaufruf der Uefa tatsächlich brenzlig werden“, schreibt der Onlinedienst des Magazins. Das Warten auf seine fünfte Amtszeit habe sich Blatter wohl anders vorgestellt.

(Foto: Screenshot)
Zeit Online
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„Läuft nicht ganz rund“: Süffisant betitelt Zeit Online einen Bericht zum Korruptionsskandal bei der Fifa. Im Artikel heißt es: „Die Fifa verdient immer mehr Geld mit jeder WM. Denn sie hat den Wettbewerb zwischen den Austragenden geschürt.“ Das lade auch zum Missbrauch ein.

(Foto: Screenshot)
Bild
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Auf der Titelseite der Bild-Zeitung prangt in Großbuchstaben der Aufruf an Fifa-Chef Joseph Blatter: „Hau ab!“ Die Fifa liege in Trümmern, aber Blatter tue so, als sei nichts gewesen. „Treten Sie endlich zurück, Herr Blatter“, lautet die unmissverständliche Empfehlung der Zeitung.

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Süddeutsche Zeitung
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Ironisch nimmt der Onlinedienst der Süddeutschen Zeitung den Fifa-Kommunikationschef Walter de Gregorio auf die Schippe. Der Fifa-Sprecher hatte am Mittwoch über den Gemütszustand von Präsident Blatter gesagt: „Er tanzt natürlich nicht in seinem Büro.“ Der Zugriff der Justiz hätte für Blatter „nicht ungünstiger kommen können“, meint die Zeitung.

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Neue Zürcher Zeitung
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Die Neue Zürcher Zeitung schreibt am Donnerstag zur Festnahme führender Fifa-Funktionäre:„Auch wenn die Fifa versuchen wird, ihren Kongress am jüngsten Aufruhr vorbeizunavigieren, werden leere Stühle von den Festnahmen zeugen. Die Fifa wird sich um einen ruhigen Kongress bemühen und vermutlich den Präsidenten Joseph Blatter im Amt bestätigten.“ Ihre dunklen Geister werde sie aber so schnell nicht los.

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Blick Online
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„Wildwest im Nobelhotel Baur au Lac. Die Welt schaut auf die Schweiz. Und schüttelt ungläubig den Kopf“, schreibt der Online-Dienst der Schweizer Boulevardzeitung Blick. Der Weltfußballverband werde „durchgeschüttelt wie noch nie in seiner Geschichte“. Wenn die Wahl zum Präsidenten tatsächlich stattfinde, werde Blatter im Amt bestätigt. „Es gibt momentan und in dieser Krisensituation keine überzeugende Alternative“, heißt es in dem Bericht weiter.

(Foto: Screenshot)
The Guardian
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Der britische Guardian kommentiert die Korruptionsermittlungen lakonisch: „Blatter sitzt ganz oben auf diesem dampfenden Haufen von Bestechung. Er mag äußerlich ruhig wirken, aber er ist am Ende. Entweder er geht, oder die Fifa bricht zusammen.“ Ohne grundlegende Erneuerung sei zu bezweifeln, „dass der internationale Fußball und sogar die Fußball-Weltmeisterschaft überleben werden“. 

(Foto: Screenshot)

Marty betonte, die Fifa habe über die bevorstehenden Aktionen der Strafverfolgungsbehörden keine Tipps erhalten. So konnten sieben hochrangige Fußballfunktionäre wegen Korruptionsverdachts festgenommen werden. Und in der Fifa-Zentrale in Zürich wurden Daten und Dokumente im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar sichergestellt.

Die Abstimmung zwischen den Verhaftungen für das amerikanische Verfahren auf der einen Seite und der Durchsuchung des Fifa-Hauptquartiers in Zürich auf der anderen sei sehr wichtig gewesen, sagte Marty. Die Schweizer Staatsanwaltschaft habe sich zum Handeln entschieden, nachdem die Klage der Fifa durch „ziemlich interessante Bankdokumente“ gestützt worden sei, die die Ermittler in den vergangenen Monaten erhalten hätten.

Der Handelsblatt Expertencall
Sepp Blatter könnte ins Kreuzfeuer der Ermittler geraten
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