Fifa Niersbach stichelt gegen Scheich Salman

Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat viel Einfluss verloren. Das hindert ihn nicht, Wahlkampf für den europäischen Kandidaten zu machen. Wegen der Menschenrechte nimmt er den Favoriten aus Bahrain ins Visier.
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Der Ex-DFB-Präsident sieht das internationale Ansehen des Verbandes durch die WM-Affäre nicht geschädigt. Foto: Arne Dedert Quelle: dpa
Wolfgang Niersbach

Der Ex-DFB-Präsident sieht das internationale Ansehen des Verbandes durch die WM-Affäre nicht geschädigt. Foto: Arne Dedert

(Foto: dpa)

Das Ansehen des deutschen Fußballs hat durch den Sommermärchen-Skandal nach Ansicht von Ex-DFB-Chef Wolfgang Niersbach international keinen Schaden genommen. „Bei den vielen Sitzungen der vergangenen Monate waren die Fragen zur WM 2006 nur ein Randthema", sagte Niersbach vor dem außerordentlichen Wahlkongress der FIFA in Zürich am 26. Februar der Deutschen Presse-Agentur.

„Das internationale Ansehen des DFB ist nach meiner Wahrnehmung unverändert gut”, glaubt Niersbach. Gut drei Monate nach seinem Rücktritt vom DFB-Führungsposten sieht er auch weiterhin keine Veranlassung, seine Ämter in den Top-Gremien der internationalen Verbände aufzugeben.

„Obwohl die Mandate bei FIFA und UEFA durch persönliche Wahlen zustande kommen, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, die Interessen des deutschen Fußballs wahrzunehmen, mich dabei mit dem DFB-Präsidium abzustimmen und regelmäßig zu informieren. Dies ist auch im Vorfeld des Kongresses geschehen. Unser Verhältnis ist intakt”, sagte der 65-Jährige.

Niersbach ist noch bis 2019 in die FIFA-Exekutive gewählt und könnte selbst bei Widerstand durch DFB-Funktionäre nicht zu einem Rücktritt gezwungen werden. Zuletzt hatte auch die DFB-Interimsspitze um Reinhard Rauball die weiterhin gute Kooperation mit Niersbach betont.

Niersbach, der wegen der Untersuchungen zu möglicherweise unlauteren Machenschaften vor der WM-Vergabe sein nationales Amt im November aufgeben musste, sprach sich für UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino als Nachfolger von Weltverbandschef Joseph Blatter aus.

„Er bringt die Erfahrung und alle fachlichen Voraussetzungen mit, um die FIFA wieder auf einen sicheren Kurs zu bringen”, sagte Niersbach. Von angeblichen Deals um FIFA-Posten unter den Kandidaten wisse er nichts. Wahlberechtigt ist Niersbach am Freitag nicht. Die deutsche Stimme - die Infantino versprochen ist - muss ein DFB-Vertreter abgeben.

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