Figueredo wegen Geldwäsche verhaftet Ehemaliger Fifa-Vize nach Geständnis im Krankenhaus

Vom Knast ins Krankenhaus: Der in Uruguay inhaftierte ehemalige Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo ist in eine Klinik eingeliefert worden. Schon vor der Verhaftung soll der Zustand des 83-Jährigen „ernst“ gewesen sein.
Trotz seines angeschlagenen Zustands hatte eine Richterin Haft für den 83-Jährigen angeordnet. Quelle: ap
Herzprobleme

Trotz seines angeschlagenen Zustands hatte eine Richterin Haft für den 83-Jährigen angeordnet.

(Foto: ap)

MontevideoDer nach Uruguay ausgelieferte frühere Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo ist nach kurzer Zeit im Gefängnis wegen Herzproblemen in eine Klinik verlegt worden. Nach Angaben seiner Anwältin sei sein Gesundheitszustand schon bei der Ankunft am Heiligabend „ernst“ gewesen, eine Richterin ordnete aber dennoch zunächst wegen des Verdachts auf massive Korruption und Geldwäsche eine Haft an.

Figueredo hatte nach Angaben des Staatsanwalts Juan Gómez eingeräumt, „große Summen Geld“ kassiert zu haben. Dabei soll es vor allem um den Handel mit TV-Rechten in Südamerika gegangen sein. Figueredo war 1993 bis 2013 Vizepräsident des südamerikanischen Fußballverbandes Comnebol, seit 2013 Präsident.

Wen die Fifa-Ethikhüter durchleuchten und abstrafen
Franz Beckenbauer
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Nach der Anklage der Ermittler um den Schweizer Cornel Borbely wird nun das Urteil der rechtsprechenden Kammer erwartet. Beckenbauer musste wie alle Mitglieder, die bei der WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt waren, vor der Ethikkommission aussagen. Dies hatte er zunächst verweigert und war deshalb im Sommer 2014 vorläufig gesperrt worden. Dieser Bann wurde aufgehoben, die Ermittlungen liefen aber weiter.

Franz Beckenbauer
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Um Interessenkonflikte zu vermeiden, wird nicht der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert das zeitnah erwartete Urteil über Beckenbauer fällen. Dem 70-Jährigen droht im Extremfall eine Sperre für alle Fußball-Aktivitäten, es gibt aber Anzeichen für eine mildere Strafe.
Die Vorwürfe rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland beschäftigen die Ethik-Kommission allerdings noch nicht.

Michel Platini und Sepp Blatter
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Auch nach den 90-Tage-Sperren gegen FIFA-Präsident Joseph Blatter (rechts) und UEFA-Chef Michel Platini gehen die Ermittlungen in diesem Fall unter Hochdruck weiter. Erstmals bestätigten die Ethikhüter, dass die Untersuchungen im Zusammenhang mit einer Zahlung in Höhe von zwei Millionen Schweizer Franken von der FIFA an Platini stehen. Die beiden Top-Funktionäre haben gegen die Suspendierung Berufung eingelegt, ihnen droht eine mehrjährige Sperre.

Michel Platini und Sepp Blatter
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Auch angesichts der bevorstehenden Wahl eines Nachfolgers des scheidenden Weltverbands-Präsidenten Blatter (Mitte) am 26. Februar 2016 wird mit schnellen endgültigen Urteilen gerechnet. Rechtzeitig vor der Strafe hatte Platini (rechts) noch seine offizielle Bewerbung eingereicht.

Jérôme Valcke
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Der FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke (rechts) ist ebenfalls für 90 Tage verbannt. Dem Franzosen wird offiziell „der Missbrauch von Geldern und andere Verletzungen gegen die Regeln und Regularien der FIFA“ zur Last gelegt. Gegen Valcke waren Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe von Ticket-Kontingenten laut geworden.

Ángel María Villar Llona
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Wie im Fall Beckenbauer sind auch die Untersuchungen gegen den spanischen FIFA-Vizepräsidenten Ángel María Villar Llona abgeschlossen. In seiner Funktion als Vize der Europäischen Fußball-Union ist er nach dem Bann gegen Platini aktuell ranghöchster UEFA-Funktionär. Villar Llona war zudem erst am Dienstag bei der FIFA zum Vorsitzenden des WM-Organisationskomitee ernannt worden.

Ex-Exkomitglieder
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Die FIFA-Ethikkommission nannte noch weitere sechs frühere Mitglieder der Weltverbands-Regierung, gegen die ermittelt wird. Die früheren Vizepräsidenten Jeffrey Webb (Kaimaninseln, im Bild) und Eugenio Figueredo (Uruguay) waren ebenso wie Nicolas Leoz (Paraguay) nach Ermittlungen durch die US-Justiz vorläufig gesperrt worden.

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  • dpa
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