Finanz-Ranking der Bundesliga Bayern München bleibt eine Geldmaschine – und hat trotzdem ein Problem

In Deutschland dominiert Bayern München die Geldrangliste unangefochten. Im internationalen Vergleich verliert der Rekordmeister an Boden.
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Auf dem Marienplatz feiert der Rekordmeister traditionell seine Meistertitel. Quelle: dpa
Meisterfeier in München

Auf dem Marienplatz feiert der Rekordmeister traditionell seine Meistertitel.

(Foto: dpa)

München.Auf einer Meisterfeier hat man wohl selten so viel lange Gesichter gesehen: Als der FC Bayern am vergangenen Sonntag die sechste deutsche Meisterschaft in Folge feierte, kamen zwar 15.000 Fans auf den Münchener Marienplatz. Doch war den Spielern wie Mats Hummels die Enttäuschung über das am Vorabend verlorene DFB-Pokalfinale anzusehen. Die Feier war eher eine Pflichtübung, nur zum Abschied von Trainer Jupp Heynckes wurde es emotional.

Doch auch wenn das Saisonfinale nach einer guten Saison eher enttäuschend war: Zumindest finanziell müssen sich die Bayern keine Sorgen machen. Das zeigt die „Football Money League“ von Deloitte. Hier landete der FCB unter den deutschen Mannschaften unangefochten auf dem ersten Platz. In Europa kamen die Münchener im Umsatz-Ranking auf den vierten Platz hinter Manchester United, Real Madrid und dem FC Barcelona.

Basis der Rangliste sind die Umsätze in der Saison 2016/17. Die aktuellen Zahlen für die gerade abgelaufene Spielzeit legen zum Beispiel die Münchener erst im Herbst vor. An der Grundaussage dürfte sich aber nichts geändert haben – schließlich konnte der FC Bayern in der Champions League wieder bis ins Halbfinale vorstoßen, das gegen Real Madrid verloren wurde. „Generell zeigt sich im Bundesliga-Ranking einmal mehr die große Relevanz der UEFA-Wettbewerbe für die Umsätze der Bundesliga-Clubs“, sagte Deloitte-Partner Karsten Hollasch.

In diesen elf Top-Teams stecken sechs Milliarden Euro
Milliardenspiel Fußball
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Viel hilft viel: In den Kadern der elf teuersten Fußballteams der Welt stecken insgesamt sechs Milliarden Euro Transferausgaben. Welcher Klub wie viel Geld in sein aktuelles Team gesteckt hat, errechneten die Sportforscher vom Schweizer Institut Cies. Das Ranking.

Platz 11: FC Bayern München
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Auf Platz 11 der teuersten Fußballvereine schafft es Bayern München. 363 Millionen Euro stecken im aktuellen Kader des deutschen Topklubs. Stürmer Robert Lewandowski war da ein Schnäppchen, denn der polnische Nationalspieler kam einst ablösefrei aus Dortmund. Doch allein in dieser Saison weisen die Münchener ein Transferdefizit von über 80 Millionen Euro aus. Corentin Tolisso kostete gut 41 Millionen Euro, Kingsley Coman 21 Millionen Euro, Niklas Süle 20 Millionen und Sandro Wagner immerhin 13 Millionen Euro.

Platz 10: FC Everton
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Der „kleine“ Klub aus Liverpool schafft es dank starker Investitionen in die Top Ten. Spektakulärster Neuzugang war Englands bekanntester Stürmer Wayne Rooney, doch der kehrte ablösefrei aus Manchester zu seinem Heimatklub zurück. Die Besitzer des Vereins um Milliardär Farhad Moshiri nehmen viel Geld in die Hand, um im englischen Fußball mithalten zu können: In die Mannschaft wurden 365 Millionen Euro investiert. Teuerster Neuzugang war Gylfi Sigurdsson für fast 50 Millionen Euro.

Platz 9: FC Arsenal
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Den „Gunners“ wird unter Trainer Arsene Wenger oft zu große Zurückhaltung am Transfermarkt vorgeworfen. Eine Aussage, die die englischen Finanzverhältnisse ganz gut widerspiegelt: 403 Millionen Euro stecken in der neuen Mannschaft von Ex-BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner allein kostete schon fast 64 Millionen Euro. Durch gute Verkäufe ist das Transfersaldo in London jedoch aktuell im Plus.

Platz 8: Juventus Turin
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Zu den elf teuersten Mannschaften gehört auch Juventus Turin. Der Verein von Gianluigi Buffon schafft es mit 448 Millionen Euro auf Platz 8.

Platz 7: FC Liverpool
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Emre Can spielt bei einem der teuersten Vereine: 461 Millionen stecken in dem aktuellen Kader des FC Liverpool.

Platz 6: Real Madrid
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Noch mehr Geld wurde in den spanischen Verein Real Madrid investiert – 497 Millionen Euro haben die Sportforscher errechnet.

So kamen die Bayern vor allem dank der Champions-League-Erfolge und Millionen aus dem Verkauf von Merchandising ohne Berücksichtigung von Transfererlösen auf Gesamtumsätze von 587,8 Millionen Euro – und deklassiert damit die Konkurrenz. Borussia Dortmund (332,6 Million Euro) und FC Schalke 04 (230,2 Millionen Euro) sind in Deutschland zwar auf Platz zwei und drei, doch Lichtjahre von den Münchenern entfernt.

International sieht das bislang noch anders aus: Während Vereine wie Arsenal London, Juventus Turin oder Atletico Madrid ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern konnten, sank der Umsatz der Münchener sogar leicht.

Der Abstand zur Spitze wächst damit: Manchester United, der weltweit umsatzstärkste Club mit einer riesigen internationalen Fangemeinschaft, konnte 2016/2017 ganze 88,5 Millionen Euro mehr umsetzen als die Münchener. Und auch der Champions-League-Halbfinalgegner der Bayern, Real Madrid, ist mit einem Umsatz von 674 Millionen Euro wirtschaftlich stärker unterwegs als die Münchener.

Was also tun, um die Lücke zu Real Madrid zu schließen, das die Champions League zweimal hintereinander gewonnen hat und schon wieder im Finale steht? Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte angedeutet, dass er sich auch größere Transfers vorstellen könne. Doch ganz anders sprach bei der Meisterfeier Präsident Uli Hoeneß. „Wir werden nix mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen“, sagte er.

Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Philosophie sich durchsetzt. Potenzial für weitere Einnahmesteigerungen gibt es. So sind laut Deloitte in den letzten zehn Jahren die Einnahmen der Vereine aus dem Merchandising um 177 Prozent gestiegen.

Die günstigsten Trikots verkauften dabei zuletzt der SC Freiburg und der SV Darmstadt, die Leibchen kosteten bei ihnen knapp 70 Euro. Bei den Bayern und Schalke waren 20 Euro mehr fällig. Die Einnahmen aus den Medienrechten haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Experten sehen vor allem bei der internationalen Vermarktung Potenzial. Möglichkeiten, noch mehr Geld einzunehmen, gibt es für die Bayern also reichlich. Nun muss nur noch der sportliche Erfolg stimmen.

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