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Finanzen der Fußballklubs Gute Schulden, schlechte Schulden

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Fananleihen helfen bei der Finanzierung – denn nicht alle wollen ihr Geld zurück
Diese Rekorde können die Bayern noch knacken
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Die längste Serie ohne Niederlage, die meisten Spiele mit mindestens einem Treffer in Folge, die meisten Punkte in einem Jahr – die Rekord-Bayern knacken Bestmarken wie am Fließband. Pep Guardiola hat das geschafft, womit niemand gerechnet hat: Er hat die beste Mannschaft der Welt noch besser gemacht. Das macht das Rennen um die Meisterschaft nicht gerade spannender, Langeweile ist aber dennoch nicht angesagt. Denn noch sind nicht alle Bestmarken getoppt. Welche Rekorde die Bayern noch knacken können.

(Foto: Screenshot)
Meisterfeier FC Bayern - Rathaus
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In der vergangenen Saison feierten die Bayern schon am 28. Spieltag, als noch sechs Partien ausstanden, die Meisterschaft – Rekord! Wird der Bestwert in dieser Saison noch einmal verbessert? Dazu müssen die Bayern während der englischen Woche nur ihr Heimspiel gegen Hertha BSC gewinnen.

(Foto: dpa)
meiesten auswärtstore
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Der FC Bayern mag mit seinen Rekorden einen ganze Wandschrank füllen können. Die meisten Auswärtstore in einer Saison gehen aber (noch) auf das Konto der Bremer Hüpfdohlen: Insgesamt 43 Mal netzte das Team während der Saison 2006/2007 in der Fremde ein. Ärgerlich: In der vergangenen Spielzeit scheiterte Bayern knapp an diesem Rekord, sie schossen 42 Tore in fremden Stadien. Aktuell sind es 37.

(Foto: Imago)
höchster sieg
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Den 29. April 1978 würden BVB-Fans gern aus dem kollektiven Gedächtnis löschen: Borussia Mönchengladbach erwischte einen absoluten Sahnetag gegen den Revier-Club und schoss ein Tor nach dem anderen. Der Schiri musste die Bälle in der zweiten Halbzeit eigenhändig aus dem Netz fischen, weil BVB-Keeper Peter Endrulat sich nur noch schämte. Die Anzeigetafel wies nach Abpfiff den 12:0-Endstand aus – ein historisches Ergebnis, das es weder zuvor noch danach in der Bundesliga gegeben. Solch einen hohen Sieg hat München noch nicht geschafft.

(Foto: Imago)
Marcel Titsch-Rivero, schnellster Platzverweis
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Vielleicht eine Idee für die Abwehrriege des Rekordmeisters, wenn die Meisterschaft schon frühzeitig eingetütet wurde: Der schnellste Platzverweis in der Bundesliga-Geschichte. Bisher darf sich noch der Ex-Frankfurter Marcel Titsch-Rivero als Rekordhalter rühmen. Ganze 43 Sekunden Bundesliga-Luft durfte er in seinem zweiten Einsatz schnuppern, bevor er vom Platz flog.

(Foto: dpa - picture-alliance)
FC Bayern München - FC Augsburg
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Und noch ein Rekord, den die Bayern den Bremern strittig machen können: Die meisten Jokertore in einer Saison erzielte Werder 2006/2007. 17 mal traf in dieser Spielzeit ein zuvor eingewechselter Spieler ins Schwarze. Ob Guardiola ein ähnlich glückliches Händchen bei Einwechslungen hat? Bislang hatte er es zumindest nicht nötig, aber Rekorde sind schließlich da, um gebrochen zu werden.

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Michael Tönnies, schnellster hattrick
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Verschmitzter Blick und Nasen-Bürster: Michael Tönnies ist der Hattrick-Gott. Nur fünf Minuten brauchte der MSV-Stürmer in der Saison 1991/92 für den Dreierpack – und erzielte so den schnellsten Hattrick der Bundesliga-Geschichte. Als wäre das nicht schon eindrucksvoll genug, gelang ihm das Kunststück nicht gegen irgendeinen zweitklassigen Keeper, sondern beim 6:2-Sieg gegen den Karlsruher SC um Torwart-Legende Olli Kahn. Insgesamt traf Tönnies während der Partie fünfmal ins Schwarze. Angeblich wurde der „Titan“ in seinen Träumen noch Jahre später von der Oberlippenpracht des Angreifers heimgesucht.

(Foto: Imago)

Die vier finanziellen Hauptstützen des Etats von Fußballklubs sind: Erlöse aus dem Verkauf der TV-Rechte, Spieltagseinnahmen vor allem durch Eintrittskarten, Werbegelder von Sponsoren, Fanartikelverkauf. Wer mehr braucht, muss andere Quellen anzapfen.

Anreize dafür, sich auch für Spielerkäufe zu verschulden, gibt es reichlich: Wer besser in der Bundesliga besser abschneidet, erhält mehr TV-Geld, lastet sein Stadion besser aus und auch die Werbepartner lassen dann mehr Geld springen. Wer die Champions League erreicht, kann schon mal um die 25 Millionen Euro allein für das Mitmachen in der Vorrunde verbuchen. Wenn der sportliche Erfolg aber ausbleibt, werden die Schulden zur Gefahr für den Verein.

Wie aber kommen die Klubs an die zusätzlichen Millionen, wenn sie investieren wollen? Banken sind zurückhaltend, wenn Fußballvereine sich Geld leihen wollen – das Geschäft funktioniert eben anders als beim mittelständischen Automobilzulieferer. „Fußball-Unternehmen müssen in der Regel für Bankkredite deutlich höhere Zinsen bezahlen als andere Unternehmen, denn ihr Geschäft ist riskanter“, sagt Christoph Breuer, Leiter des Instituts für Sportökonomie an der Deutschen Sporthochschule.

Die Klubs pumpen deshalb lieber ihre Anhänger an. Fananleihe heißt das Finanzwerkzeug, das sogar zweistellige Millionenbeträge in die Klubkasse spülen kann – und das zu vergleichsweise günstigen Zinsen. So sammelte der 1. FC Köln zehn Millionen Euro bei seinen Fans ein und zahlt dafür fünf Prozent Zinsen. Gar 17,5 Millionen Euro waren es beim HSV vor einem Jahr – sechs Prozent Zinsen waren für den damals schon klammen Nordklub günstig. Schalke 04 konnte so elf Millionen Euro einnehmen. Der Vorteil am Rande: Nicht alle Fans wollen ihr Geld zurück und lassen sogar die Zinsen verfallen, weil sie die Schmuckurkunde an der Wand behalten und die Zinskupons nicht abschneiden wollen.

Ein Börsengang, wie ihn Borussia Dortmund im Jahr 2000 wagte, wurde in Deutschland von einem Fußballklub bislang nicht wiederholt. Fünf Jahre später schrammte der Klub haarscharf an der Insolvenz vorbei, weil das eingespielte Geld für teure Spielerkäufe verpulvert wurde und sich die Schulden türmten. Inzwischen hat Dortmund mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Trendwende geschafft.

Die Bundesliga testet den Kapitalmarkt nun auf neuem Weg. Mitte 2012 sammelte Schalke bei institutionellen Anlegern über eine Anleihe zunächst 35 Millionen Euro ein, im vergangenen Herbst stockten sie noch einmal um 15 Millionen Euro auf. „Der Fußball hat sich zu einem boomenden Wirtschaftsfaktor entwickelt“, sagt Peter Peters, Finanzvorstand der Schalker. Das mache den Sport auch für Anleger interessant.

Ziel sei, „die Finanzverbindlichkeiten mittelfristig weitgehend abzubauen“, so Peters. 6,75 Prozent Zinsen zahlt Schalke pro Jahr. Mit einem Anstieg des Kurswertes um insgesamt fünf Prozent hat sich das Papier bisher gut entwickelt. Eingesetzt wird das Geld zur Umschuldung – die Konditionen der Kredite, die abgelöst wurden, dürften also schlechter gewesen sein.

Verträge können nur kurzfristig Bilanz aufhübschen
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