Fußball-EM-Qualifikation Deutschland schlägt Schottland 3:2

Kurioser Auftritt des Weltmeister: Zweimal verspielt die DFB-Elf gegen ultradefensive Schotten eine Führung, am Ende gelingt aber doch der nächste Schritt in Richtung EM-Endrunde. Beim nächsten Spiel gegen Irland kann das Frankreich-Ticket gelöst werden.
Update: 07.09.2015 - 23:19 Uhr
EM-Qualifikationsspiel Schottland gegen Deutschland. Die Partie endete 2:3. Im Bild zu sehen: Mesut Özil in Aktion mit den Schotten James Forrest und Scott Brown. Quelle: Reuters
Schottland gegen Deutschland

EM-Qualifikationsspiel Schottland gegen Deutschland. Die Partie endete 2:3. Im Bild zu sehen: Mesut Özil in Aktion mit den Schotten James Forrest und Scott Brown.

(Foto: Reuters)

Angeführt von Schotten-Schreck Thomas Müller hat Fußball-Weltmeister Deutschland praktisch das EM-Ticket gelöst. Das DFB-Team gewann am Montagabend im Hampden Park von Glasgow ein kurioses Länderspiel verdient mit 3:2 (2:2) und festigte mit 19 Punkten die Tabellenführung in Gruppe D. Mit seinen Qualifikationstreffern sieben und acht war Müller (18./34.) wie schon bei seinem Doppelpack beim 2:1-Hinspielsieg gegen Schottland erneut der Matchwinner. Auch am Siegtor von Ilkay Gündogan (54.) war der herausragende Bayern-Profi als Vorlagengeber beteiligt.

„Es ist schön, wenn die Bälle gut fallen und ich die richtigen Entscheidungen treffe. Die letzten Spiele habe ich gut getroffen, aber das kann man nicht immer planen“, sagte Müller und bekam von Joachim Löw ein Extra-Lob: „Thomas hat einen Lauf und steht da, wo ein Stürmer stehen muss. Er hat ein Näschen für solche Situationen.“

Der Bundestrainer sprach aber auch von einem „schwierigen Spiel“. Denn die nie aufsteckenden, aber nicht EM-reifen Schotten konnten vor 52 000 Zuschauern durch ein Eigentor von Weltmeister Mats Hummels (28.) und einem wuchtigen 16-Meter-Schuss von James McArthur (43.) zweimal ausgleichen. Am vorletzten Spieltag reicht der deutschen Mannschaft am 8. Oktober in Dublin gegen den Tabellendritten Irland schon ein Unentschieden zur endgültigen Qualifikation. „Die Mannschaft ist gut. Wir werden das natürlich schaffen“, betonte Löw.

Seid umschlungen, Millionengehälter!
Barcelona's Lionel Messi celebrates scoring his second goal during their Spanish First division soccer match against Granada at Camp Nou stadium in Barcelona
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Er ist die Nummer eins und das nicht von ungefähr: 234 Pflichtspiel-Tore hat Lionel Messi mittlerweile für den FC Barcelona geschossen, ist mehrfacher Weltfußballer des Jahres. Seine Treffer sind für den Verein praktisch unbezahlbar - Barca versucht es dennoch. 33 Millionen Euro verdient Messi jährlich, allerdings inklusive Sponsoren- und Werbeverträge sowie Prämien. Aufgeschlüsselt liegt das Verhältnis etwa bei 10,5 Millionen Euro Gehalt, 1,5 Millionen Euro Prämien und 21 Millionen Euro Werbeeinnahmen. Diese Angaben macht zumindest das seriöse französische Fußballmagazin France Football.

CONCACAF Toronto FC Galaxy Soccer
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Auf Rang zwei folgt ein immer älterer Bekannter: David Beckham. Der 36-jährige Mittelfeldspieler der Los Angeles Galaxy kommt auf ein Jahressalär in Höhe von 31,5 Millionen Euro - und das ohne, Verzeihung, nennenswerte sportliche Erfolge. Von der Summe sind „nur“ 4,8 Millionen Euro Gehalt. Die Prämien belaufen sich auf 700.000 Euro. Der große Rest, 26 Millionen Euro, kommt aus Werbeverdiensten. Zuletzt wäre da zum Beispiel eine eigene Unterwäschekollektion zu nennen.

Real Madrid's Ronaldo holds the ball beside CSKA Moscow's goalkeeper Chepchugov during their Champions League round of 16 second leg soccer match in Madrid
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Und auch er lässt sich seine Tore auffällig gut bezahlen: Cristiano Ronaldo. Torschützenkönig in England und Spanien, Vereinesrekordhalter bei Real Madrid, ehemaliger Weltfußballer. Der Portugiese stand zuletzt bei 100 Toren in 105 Pflichtspielen für Madrid, erzielte allein in den 19 Begegnungen der Hinrunde wieder 23 Treffer. Seine Leistungen bringen ihm jährlich 29,2 Millionen Euro. Erstaunlich: Mit 13 Millionen Grundgehalt verdient er mehr als Messi, dazu kommen 700.000 Euro Prämien. Dafür verdient der begehrte Beau mit 15,5 Millionen Euro Werbeeinnahmen dort deutlich weniger als der Widersacher vom FC Barcelona.

Russia Soccer League
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Samuel Eto'o - ein Name mit Ruf wie Donnerhall. Anschi Mchatschkala - ein Name, der bis zu dieser Saison selbst Fußballexperten mehr zufällig ein Begriff war. Aber wie es mit manchen Vereinen so ist, übernahm ein russischer Oligarch, in dem Fall Suleiman Kerimow, das Ruder beim Erstligaklub. Er holte Roberto Carlos, Guus Hiddink und eben Eto'o. Gespielt wird in der Krisenregion Dagestan, gewohnt im luxuriösen Moskau. Für den Stürmer aus Kamerun, der mit dem Wechsel eindrucksvoll bewies, dass sportlicher Erfolg nicht alles ist, springen satte 23,3 Millionen Euro pro Jahr heraus. Mindestens 20 Millionen davon sind Grundgehalt - was ihn im Prinzip zum bestbezahlten Spieler der Welt macht. Glückwunsch!

Britain Soccer Premier League
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Wayne Rooney, das personifizierte England, kassiert mit Prämien und Werbegeldern üppige 20,6 Millionen Euro pro Jahr. Mit bisher 20 Liga-Treffern in dieser Saison ist Rooney sogar drauf und dran, seinen persönlichen Rekord von 26 Saisontoren zu übertreffen. Dafür reichte es für Klub United weder in Champions League noch in Europa League zum Viertelfinale - für Roney selbst jedoch für eine vielbeachtete Haarimplantation.

Britain Soccer Europa League
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Es folgt: Sergio Agüero. Sergio wer? Der Argentinier gilt als das größte Talent seines Landes - nach Leo Messi natürlich. In der Vorsaison hat er für Atletico Madrid 20 Treffer in der Primera Divison erzielt. Trotz Vertragsverlängerung wechselte er 2011 dann zum Scheich-Verein Manchester City. Dort hat er in der Liga bisher 16 Buden gemacht, international sind die „Citizens“ bekanntlich nicht mehr dabei. Der 23-Jährige kassiert übrigens alles in allem 18,8 Millionen Euro pro Saison.

Manchester City's Toure points during a training session at their Carrington training complex in Manchester
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Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Gnégnéri Yaya Touré ist Afrikas amtierender Fußballer des Jahres und spielt zusammen mit Bruder Kolo für Manchester City. Yaya Touré ist im Mittelfeld für die offensiven Impulse zuständig. Der Ivorer spielte bis 2010 beim FC Barcelona und bekommt jährlich etwa 17,6 Millionen Euro ausbezahlt.

Einfach sei es in Schottland aber nicht gewesen. „Schottland hat nichts für ein gutes, offensives Spiel getan hat. Wir haben das Spiel dominiert und aus dem Spiel heraus keine Chance zugelassen“, ergänzte Löw und Nationaltorhüter Manuel Neuer meinte: „Wir hatten vorne nicht viele Räume und haben bei den Standards Fehler gemacht. Deshalb konnten die Schotten zweimal ausgleichen. Die beiden Gegentore ärgern uns. Trotzdem haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ Man müsse den Schwung mitnehmen, sagte Neuer, der in seinem 60. Länderspiel nicht den besten Tag erwischte.

Ohnehin wurde es für den Weltmeister beim ersten Sieg in Schottland seit dem 24. März 1993 eine mühsame Angelegenheit. Gegen das dichte Abwehrbollwerk der ultradefensiven Schotten - phasenweise verschanzte sich die Mannschaft von Gordon Strachan mit neun Spielern um den eigenen Strafraum - fehlte es der DFB-Auswahl oftmals an Ideen. Trotz des hohen Ballbesitzanteils kam die deutsche Mannschaft viel zu selten zu klaren Chancen.

Zunächst lief für den dreimaligen Europameister aber alles nach Wunsch. Mit der ersten Torchance ging die deutsche Mannschaft auch gleich in Führung. Ein harmloser Schuss von Müller wurde von Russell Martin in der 18. Minute unhaltbar für Keeper David Marshall abgefälscht. Ein Treffer, der der Löw-Mannschaft eigentlich in die Karten spielen sollte.

Doch es kam anders: Ein von Emre Can verursachter Freistoß führte zum völlig überraschenden Ausgleich. Den Freistoß von Maloney klatschte Neuer unglücklich auf den Dortmunder Verteidiger Hummels ab, von dem der Ball direkt ins Tor prallte. Es war das erste deutsche Eigentor seit dem 3. Juni 2011 gegen Österreich, als Arne Friedrich ein ähnliches Malheur unterlief.

Der Treffer ließ den Lärmpegel in Glasgow gehörig steigen. Aber nur für sechs Minuten, ehe Müller mal wieder als Spielverderber agierte. Einen Schuss von Can aus halbrechter Position wehrte Marshall genau zum Bayern-Star ab, der zur erneuten Führung einnickte. Für Müller war es der sechste Doppelpack im DFB-Dress und die Länderspiel-Treffer Nummer 29 und 30. Der Münchner war der überragende Mann auf dem Platz, riss immer wieder Lücken auf und strahlte die größte Torgefahr aus.

Wer aber nun gedacht hatte, alles laufe fortan in geregelten Bahnen, sah sich getäuscht. Can, der in seinem zweiten Länderspiel als Rechtsverteidiger häufig überfordert war, verursachte einen unnötigen Eckstoß und leitete damit den erneuten Ausgleich ein. Beim Schuss von McArthur machte aber auch Neuer eine unglückliche Figur, als er sich von dem vor ihm stehenden James Morrison irritieren ließ (43.). Dabei hatte Gündogan das Abseits aufgehoben.

Neues Trikot, altes Design
Das neue Trikot der Nationalmannschaft
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Klassisches Weiß und einen schwarz-rot-goldenen Kragen als V-Ausschnitt – so sieht das neue Heimtrikot der Fußball-Nationalmannschaft aus, das die Weltmeisterauswahl erstmals beim Qualifikationsspiel am kommenden Freitag in Serravalle gegen San Marino tragen wird. Für den erhofften Weg zur Titelverteidigung in Russland 2018 haben die Weltmeister nun ein Trikot, das mit seinem Design auch an das legendäre grüne Auswärtsshirt vom Triumph 1990 erinnern soll. „Auf dem Trikot ist definitiv genug Platz für einen fünften Stern, und das sollte auch unser Anspruch sein“, sagte Ilkay Gündogan bei der Präsentation.

Normalerweise bekommt das DFB-Team nur alle zwei Jahre neue Trikots. Für den Confederations Cup (17. Juni – 2. Juli 2017) in Russland, an dem Deutschland als aktueller Weltmeister automatisch teilnimmt, hat der DFB von seinem Ausrüster Adidas extra ein neues Trikot entwerfen lassen.

Das Trikot der EM 2016
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Das Dress, das für die EM in Frankreich entworfen wurde, präsentierte Adidas erst im vergangenen Winter. Das auffälligste Merkmal, die ikonische Brustgrafik, die Fußballfans an frühere Triumphe erinnert und die Mode-Fans aus der Straßen- und Skateboard-Kultur kennen, ist auch beim neuen Trikot zu sehen.

Das Auswärtstrikot von 2014
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„Die Farbkombination Rot-Schwarz, sehr edel“, urteilte Philip Lahm damals in einem Promo-Video des DFB. Auch Spielmacher Bastian Schweinsteiger zeigte sich in dem Video erwartungsgemäß begeistert: „Schön, ich mag die Farbe, vor allem mit den silbernen Nummern. Es gab schon viele schöne, das ist aber ganz sicher weit vorne mit dabei.“

Heimtrikots 2013
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Alle zwei Jahre, für Welt- oder Europameisterschaft, entwirft Adidas für die deutsche Nationalmannschaft ein neues Trikot-Set. Im vergangenen Jahr sahen die Trikotliebhaber Rot: Denn so viel gab es von der Signalfarbe bei den Heimtrikots noch nie. Der breite, abgeflachte Haken auf der Brust betont die athletischen Astral-Oberkörper der Bundesjungs und versinnbildlicht im Verlauf von Dunkel- zu Hellrot das Farbschema der deutschen Fahne. Vom Ärmelansatz zum unteren Ende des Trikots verläuft ein gedoppelter Längsstreifen, der in seiner leicht geschwungenen Form an die deutsche Welle von 2006 erinnert. Im Gegensatz zu den überdimensionierten spitz zulaufenden V’s von Schalke oder Spanien lässt der Hersteller aus Herzogenaurach die Köpfe von Jogis Elf aus zurückhaltend geformten Halsausschnitten herausgucken.

Feste Marke
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„Die Nationalmannschaft“ hat sich längst zur festen Marke entwickelt – und war deswegen auf Nackenhöhe in das Trikot eingestickt. So wie man hierzulande das französische Team die „Equipe Tricolore“ nennt, die Italiener die „Squadra Azzura“ und die Brasilianer die „Seleção“ – so weiß jeder in der Fußballwelt, wer mit „Die Nationalmannschaft“ gemeint ist. Klingt vielleicht nicht so sexy und exotisch, hat aber Wiedererkennungswert. Genauso wie die drei schwarzen Streifen auf der Schulter. Da weiß jeder: Adidas war am Werk. Längs über die Schultern lief ein Bogen in Schwarz-Rot-Gold, Blockbuchstaben in einfachem Schwarz zieren den Rücken. Die Rückennummer in grün schimmerndes Anthrazit fiel etwas aus der Optik des Trikots.

Blockbildung statt Firlefanz mit geschwungenen Linien
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Die traditionsreiche Geschichte der DFB-Elf begann am 5. April 1908. Die Teamoffiziellen trugen Zylinder oder Melone, die Zuschauer Schirme, die ersten deutschen Nationalspieler stattliche Gesichtsbehaarung. Im Gegensatz zum neuen DFB-Design dominiert beim ersten offiziellen Outfit Schwarz das Bild. Von den schweren, für die Zeit typisch langen Fußballhosen zieht sich ein schwarzer Block über den Torso von Fritz Becker, Fritz Baumgarten, Fritz Förderer und ihren Kameraden. Lediglich die langen Ärmel sind weiß, immerhin abgesetzt von einem schwarzen Ärmelbund, das uns auch später wieder begegnen wird. Der knöpfbare Kragen ähnelt einem Poloshirt und auf der Brust prangt der riesige Reichsadler, hinterlegt von einer weißen Wappenkontur.

„Trikot in die Hose!“
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Brav befolgen der spätere DFB-Trainer Sepp Herberger (4. von links) und seine Mannen im Jahr 1921 die Anweisung vor dem Mannschaftsfoto. In den 20er Jahren entwickelt sich die auf Jahrzehnte in Stein gemeißelte Maxime: Weißes Trikot, schwarze Hose. Damit greift man auf die Farben des 1919 untergegangenen Deutschen Reichs zurück und ignoriert das Schwarz-Rot-Gold der Weimarer Republik. Liegen die Modeschöpfer bei dem zu groß geratenen Adler auf der Brust noch leicht daneben, beweisen sie ein Händchen für Detailliebhaber mit den schicken Querstreifen am oberen Ende der schwarzen Fußballsocken. Der Kragen ist nun auch in Weiß, vorm Hals befinden sich Schnürbänder. Und selbst im September trägt man lange Ärmel.

Der Dortmunder war die einzige Änderung von Löw im Vergleich zum Polen-Spiel, für Gündogan musste der Leverkusener Karim Bellarabi weichen. Der Mittelfeldspieler präsentierte sich diesmal allerdings nicht so stark wie nach seiner Einwechslung gegen Polen, als er von Löw explizit gelobt worden war. Exzellent war aber sein Treffer zur erneuten Führung. Nach einem feinen Doppelpass mit dem überragenden Müller erzielte er sein viertes Länderspieltor (54.).

Dennoch lief es in der Mittelefeldzentrale diesmal nicht so rund. Auch Bastian Schweinsteiger, der neben Toni Kroos das Spiel organisieren sollte, konnte abgesehen von einem wuchtigen Distanzschuss (62.) kaum Impulse setzen. Dem Neuzugang von Manchester United ist noch anzumerken, dass er sein Optimum noch nicht erreicht hat. Dagegen war Mario Götze - gegen Polen schon mit zwei Toren umjubelter Held - auch diesmal wieder ein Gefahrenherd. Ein Treffer blieb dem WM-Helden aber versagt.

So war es am Ende ein mühsamer Arbeitssieg der deutschen Mannschaft, die aber dank der optimalen Ausbeute von sechs Punkten aus den beiden Spielen kaum noch Zweifel an der EM-Teilnahme gelassen hat.

  • dpa
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