Fußball-Nationalelf Löws Problemfälle

Die deutsche Nationalmannschaft fährt gezeichnet von der langen Saison ins Trainingslager nach Südtirol. Insbesondere ein Bayern-Trio macht Joachim Löw Sorgen. Der größte Feind des Bundestrainers ist nun die Uhr.
Update: 21.05.2014 - 10:42 Uhr Kommentieren
Bundestrainer Joachim Löw wird im Trainingslager nicht so arbeiten können, wie er es geplant hat. Quelle: ap

Bundestrainer Joachim Löw wird im Trainingslager nicht so arbeiten können, wie er es geplant hat.

(Foto: ap)

St. Leonhard/BerlinSommer, Sonne, schneebedeckte Bergspitzen: Das idyllisch gelegene Passeiertal in Südtirol bietet ein malerische Kulisse. Doch dafür dürfte die Fußball-Nationalmannschaft um Bundestrainer Joachim Löw bei ihrer Anreise am Mittwoch kein Auge haben. Denn für die 27 mitgereisten Spieler beginnt mit den Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft in Brasilien auch das große Zittern. Sie wissen: Für vier von ihnen endet der Traum von Brasilien mit dem Trainingslager.

Das Länderspiel gegen Kamerun am 1. Juni stellt den Abschluss der gemeinsamen Vorbereitung dar. Einen Tag später muss der DFB gegenüber der Fifa den endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft nennen. Der darf nicht mehr als 23 Spieler umfassen. „Das werden wieder ganz schwere Entscheidungen. Aber das gehört auch zu meinen Aufgaben“, sagte der Bundestrainer vor der Reise nach St. Leonhard pflichtbewusst.

Zu den Wackelkandidaten vor dem Trainingslager gehören neben den Youngstern Erik Durm, Shkodran Mustafi, Matthias Ginter und Christoph Kramer auch Benedikt Höwedes, Julian Draxler, Lars Bender und Kevin Großkreutz.

Löw hat die Qual der Wahl. Oder hätte sie, wenn da nicht die Verletzungssorgen wären, die dem Bundestrainer die schwierige Entscheidung, wer mitfährt und wer zuhause bleibt, möglicherweise ungewollt abnehmen könnten.

Vor allem ein angeschlagenes Bayern-Trio bereitet dem Bundestrainer Sorgen: Phillip Lahm war im Pokalendspiel gegen Borussia Dortmund nach 30 Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz gehumpelt. Die offizielle Diagnose: Bluterguss im Sprunggelenk. Manuel Neuer zog sich kurz vor Schluss des Spiels eine Schulterblessur zu und konnte bei der Siegerehrung den Pokal nur mit dem linken Arm stemmen. Bastian Schweinsteiger stand wegen einer Entzündung der Patellasehne gar nicht erst im Kader.

Für Kapitän Lahm wird eine Trainingspause „von fünf bis sieben Tagen“ veranschlagt, wie der FC Bayern auf seiner Homepage vermeldete. Neuer hingegen müsse „mit dem Training kürzer treten und zur Entlastung des Gelenks vorerst eine Schlinge tragen“. Die Antwort auf die Frage, wann der Keeper wieder ins Training einsteigen kann, fällt vage aus: „Je nach Heilungsverlauf.“

Auch hinter Schweinsteiger steht noch immer ein Fragezeichen. Die Nachnominierung des Gladbachers Kramer, der die selbe Position wie Schweinsteiger spielt, kann allerdings als Vorsichtsmaßnahme Löws betrachtet werden – und signalisiert alles andere als ungebremsten Optimismus.

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