Fußball-Nationalmannschaft Petersen statt Wagner im vorläufigen WM-Kader – Löw und Bierhoff verlängern

Der beste deutsche Bundesliga-Torschütze darf sich Hoffnungen auf die WM machen: Nils Petersen vom SC Freiburg ist von Jogi Löw in den vorläufigen Kader berufen worden.
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Der Nationalstürmer ist neu im A-Kader – Olympia-Erfahrung für die U21 konnte er bereits sammeln. Quelle: dpa
Nils Petersen

Der Nationalstürmer ist neu im A-Kader – Olympia-Erfahrung für die U21 konnte er bereits sammeln.

(Foto: dpa)

DüsseldorfÜberraschung bei der Nominierung des vorläufigen deutschen Kaders für die Fußball-WM in Russland: Bundestrainer Joachim Löw verzichtet auf Bayern-Stürmer Sandro Wagner (30) und setzt stattdessen auf Nils Petersen vom SC Freiburg. Wagner gehörte zuletzt in allen Begegnungen zum Kader. Petersen, bester deutscher Torschütze der gerade beendeten Bundesliga-Saison, hat bisher kein einziges A-Länderspiel bestritten.

Der 29-Jährige, ehemals beim FC Bayern und Werder Bremen, galt lange als Edeljoker, kam selbst bei den Breisgauern und in der 2. Liga meist von der Bank. Bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewann Petersen mit der deutsche U21 die Silbermedaille und wurde Torschützenkönig – dank fünf Treffer beim 10:0 gegen Fidschi. Petersen gilt als nervenstarker Spieler und sehr sicherer Elfmeterschütze. Auch wenn er nicht trifft, spielt er aktiv mit, kämpft und treibt an. Gerade als Einwechselspieler attraktive Eigenschaften.

Darüber hinaus blieben die Nominierungen im Rahmen des Erwartbaren. Im Tor: Manuel Neuer, Bernd Leno, Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp. Für die Abwehr: Jérôme Boateng, Matthias Ginter, Jonas Hector, Mats Hummels, Joshua Kimmich, Plattenhardt, Antonio Rüdiger, Niklas Süle und Jonathan Tah. Mittelfeld und Angriff: Julian Brandt, Julian Draxler, Mario Gomez, Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller, Mesut Özil, Nils Petersen, Marco Reus, Sebastian Rudy, Leroy Sané sowie Timo Werner. Neuer fährt damit ohne Spielpraxis ins Trainingslager. Nicht dabei ist der Siegtorschütze der WM 2014, Mario Götze. Ebenso nicht dabei ist Vorlagengeber André Schürrle. Auch Shkodran Mustafi fehlt diesmal. Emre Can und Lars Stindl fallen verletzt aus. Bis zum 4. Juni muss Löw den Kader auf 23 Spieler verkleinern.

Es waren nicht die einzigen Personalien, die den DFB an diesem Tag bewegten. Die komplette Führungsriege der Nationalmannschaft gab am Mittag ihre Vertragsverlängerung bekannt. Bundestrainer Löw, Assistent Thomas Schneider und Torwarttrainer Andreas Köpke unterschrieben vorzeitig bis zur WM 2022 in Katar. Team-Manager und DFB-Direktor Oliver Bierhoff bindet sich gleich bis 2024 vertraglich an den größten Sportverband der Welt. Damit wird Bierhoff auch die Errichtung der DFB-Akademie komplett begleiten können, von denen der ehemalige Stürmer sich ein „Silicon Valley des Fußballs“ erhofft.

„Eine Vertragsverlängerung ist immer etwas ganz Besonderes“, sagte Löw. Die Verlängerung sei eine „große Verantwortung, verbunden mit der Verpflichtung, die Nationalmannschaft weiterzuentwickeln“, sagte Löw. „Deshalb haben wir mit Freude hier verlängert.“

Noch einmal für Wirbel sorgten bei der Präsentation des Kaders auch die Personalien Ilkay Gündogan und Mesut Özil. Beide hatten sich durch einen Auftritt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Ärger eingehandelt. Fotos von einem Treffen der deutschen Fußball-Nationalspieler mit dem umstrittenen Staatschef in London sorgten für öffentliche Empörung. DFB-Chef Reinhard Grindel reagierte mit harscher Kritik, Bierhoff äußerte Unverständnis und kündigte auch am Dienstag noch einmal eine Aussprache mit dem Duo an.

Der Teammanager kündigte zudem an, auf die besondere Brisanz der Lage um die WM in Russland hinzuweisen und die Spieler dafür zu sensibilisieren. Auch deutsche Politiker und die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierten die Mittelfeldspieler. Emre Can, Sohn aus der Türkei eingewanderter Eltern in Diensten des FC Liverpool, hatte die Einladung Erdogans ausgeschlagen.

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  • Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden, außer Fußballspieler !

  • Der Can von Liverpool hat's anders gemacht. Es gibt halt doch noch Fußballer mit Hirn in der Birne. Diese beiden "blinden" Türken, vielleicht auch noch mit Doppel-oder 3-fach Pass gehören schnellstens aussortiert.

  • Für mich ist hiermit die WM gelaufen; ich möchte nicht mit so einem „Team“ in Zusammenhang gebracht werden; Rückgrat ist scheinbar ein Fremdwort – die Erklärungen sind nur fadenscheinig. Integration in einer Gesellschaft schaut anders aus und ablehnende Bestandteile sollte man nicht in einer Mannschaft halten.

    Dann wird es wie 94 – halt keine Mannschaft; auch nicht schlimm – Verträge können ja dann nochmal überdacht werden (Berti kann ja ein Lied davon singen).

  • Erdogans Vorzeigetürken sollten sich lieber für die türkische Nationalelf bewerben. Die haben in der deutschen Elf nichts mehr verloren.

  • Seh ich genauso, Herr Sieber. Sollen die doch für die Mannschaft "ihres Präsidenten" spielen.

  • Nach den unglaublichen Entgleisungen der Herren Gündogan und Özil habe ich erwartet, dass Löw und der DFB hier klare Antworten finden. Wenn die beiden Herren den türkischen Präsidenten als ihren Präsidenten verstehen, dann haben sie in der Deutschen Nationalelf nichts verloren. Noch hat unser Bundestrainer eine Chance hier zu korrigieren. Am 4. Juni sollte er die beiden Herren streichen. Im Kreis der 23 haben sie erst Recht nichts mehr zu suchen. das einzige was dagegen helfen sollte wäre eine klare eindeutige Bitte um Entschuldigung.

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