Fußball-Nationalmannschaft Wie Bundestrainer Löw den deutschen Fußball retten will

Im Büßergewand und mit etwas mehr Mut zur Jugend: Bundestrainer Löw hat seine WM-Analyse präsentiert. Es wurde eine „Weiter so“-Show.
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Beim System sei er zu unflexibel gewesen, gesteht der Nationalcoach ein. Quelle: imago/Eibner
Joachim Löw

Beim System sei er zu unflexibel gewesen, gesteht der Nationalcoach ein.

(Foto: imago/Eibner)

Er ist wieder da: Joachim Löw, 58, einstiger Magier des deutschen Fußballwesens, der nach dem WM-Debakel eine schöpferische Pause brauchte. Der Wiedereintritt in die Umlaufbahn der Mediengesellschaft, am Mittwoch zum „High Noon“ in den Katakomben der Münchener Allianz-Arena, ist an sich schon eine Nachricht, weil Trainer im Fußball – so wie Chefs der Wirtschaft – schon aus weit banaleren Anlässen gefeuert werden als wegen einer historischen WM-Blamage.

Eine „Weiter so“-Show braucht natürlich auch passende Bilder, und so erscheint der gefallene Held ganz in Schwarz mit V-Pullover. Ein Büßergewand, bei dem sein Hals-Goldkettchen hervorlugt. „Fast arrogant“ habe er das alte Spielsystem perfektionieren wollen, bezichtigt sich Löw, man war halt zu unflexibel. Und er versagte, „das Feuer zu entzünden“.

Mit mehr jungen Spielern und weniger Helfern soll die Flamme nun lodern. Burn, baby, burn. Insgesamt aber hat die Analyse von „Bundes-Yogi“, so sehnlichst erwartet, den Charme von Lebenshilfe-Seiten deutscher Frauenjournale. Das Eindrucksvollste sind Posthorn und Mercedes-Stern auf der Sponsorenwand hinter ihm.

Ein Thema musste natürlich auch Mesut Özil sein, lange Löws Lieblingsspieler und Musterschüler. Enttäuscht gewesen sei der Trainer, Versuche der Kontaktaufnahme via Telefon und SMS seien gescheitert. Vor und während der WM habe die Sportliche Leitung das Thema „absolut unterschätzt“, räumte Löw ein. „Dieses Thema hat Kraft gekostet, dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war.“ Sportlich hingegen bereute er die Nominierung nicht.

Am Schluss sagt Löw, seit 2004 dabei, noch was zum Selbstgefühl: Es sei „gut – oder erwecke ich einen anderen Eindruck?“

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