Fußball-Sponsoring Deutsche Bahn steigt bei Hertha BSC aus

Seit neun Jahren prangt das Logo der Deutschen Bahn auf den Trikots von Hertha BSC. Nun muss sich der Berliner Fußballklub einen neuen Partner suchen. Und der sollte mindestens 4,5 Millionen Euro pro Jahr zahlen.
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Wer Millionen in die Bundesliga-Klubs pumpt
Die Deutsche Bahn steht auch weiterhin als Hauptsponsor zu Hertha BSC
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Hertha BSC Berlin: 4,5 Millionen Euro

4,5 Millionen Euro zahlt die Deutsche Bahn an den Hauptstadtklub. Egal ob die Hertha in Liga zwei oder eins spielt – die Bahn bleibt der Hertha treu. Bis 2018 läuft der aktuelle Vertrag.

Borussia Dortmund - FC Augsburg
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FC Augsburg: 1,8 Millionen Euro

Der FC Augsburg ist die Überraschungs-Mannschaft der Bundesliga. Trotz weniger Sponsorengelder haben die Bayern lange um die Europa-League mitgespielt. Der Gerätehersteller AL-KO investiert 1,8 Millionen Euro in den Verein. Der FCA ist damit Bundesliga-Schlusslicht beim Sponsoring.

SC Freiburg - Fototermin
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SC Freiburg: 2,5 Millionen Euro

Sponsor des SC Freiburg ist Ehrmann. Seit 2010 ist der Konzern aus Oberschönegg Trikotsponsor der Breisgauer. Durch den noch bis Saisonende laufenden Vertrag bekommt der SC 2,5 Millionen Euro pro Bundesligasaison.

FUSSBALL - Braunschweig vs Moenchengladbach, 1. BL
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Eintracht Braunschweig: drei Millionen Euro

Seit dem Sommer vergangenen Jahres streift sich Mirko Boland (Foto) Trikot mit dem Logo von Seat über, der spanischen Tochter des Volkswagenkonzerns. Volkswagen war noch im letzten Jahr der Sponsor der Niedersachen. Da der VfL Wolfsburg aber bereits den VW-Schriftzug auf der Brust trägt, musste sich die Eintracht eine neue Finanzspritze suchen. Rund drei Millionen Euro zahlt Seat. Der Vertrag läuft jetzt aber aus.

Neuer Hannover 96 Sponsor Frenzel Kind
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Hannover 96: drei Millionen Euro

Das Bild stammt aus dem Jahr 2002 – so lange ist das schon her, dass Hannover 96 Tui als Hauptsponsor präsentierte. Und die Reisegesellschaft ist es noch immer. Aus der glücklichen Ehe gehen für die Niedersachen drei Millionen Euro jährlich hervor.

nürneberg away
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1.FC Nürnberg: 3,2 Millionen Euro

Der Klub aus Nürnberg wird vom Niedrig Kalkuliert Discount (NKD) gesponsert. Für die großflächige Werbung im Stadion sowie auf dem Dress erhalten die Franken 3,2 Millionen Euro. Der Vertrag läuft noch bis 2016.

TSG Hoffenheim: Fünf Millionen Euro
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Suntech ist insolvent, also musste ein neuer Sponsor her bei der TSG Hoffenheim. Und wer kommt das besser in Frage als die SAP? Die wurde von Dietmar Hopp mitgegründet. Hopp führte die TSG von der Oberliga in das Oberhaus des deutschen Fußballs. Fünf Millionen Euro steckt SAP bis 2020 in die Kraichgauer.

BerlinNeun Jahre war die Deutsche Bahn treuer Hauptsponsor von Hertha BSC – im Sommer ist Schluss. Das Unternehmen räumt seinen Platz auf der Brust der „Alten Dame“, 4,5 Millionen Euro war ihnen das zuletzt wert.
Doch die Liebe zwischen dem ehemaligen Staatsunternehmen und dem Hauptstadtklub hat schon ordentlich gelitten.

Als der Dienstleister 2006 erstmals auf dem Trikot der Berliner erschien, kassierte die Hertha dafür noch satte sieben Millionen Euro pro Jahr. In der Saison 2009 waren es sogar 7,5 Millionen plus 500.000 Euro Sonderzahlung bei Erreichen des internationalen Geschäfts.

Doch mit dem sportlichen Niedergang des Vereins verringerten sich auch die Zahlungen des Sponsors, gleich zwei Abstiege machte die Bahn ohne Murren mit – und zahlte noch drei Millionen Euro pro Jahr. Nach dem letzten Aufstieg erhöhten sich die Zahlungen wieder auf zuletzt 4,5 Millionen Euro.

Mehr wollte der Hauptsponsor nun aber nicht mehr zahlen. Er macht damit den Weg frei für einen neuen Geldgeber. Das Geld wird an anderer Stelle gebraucht: Bis 2019 steckt die Bahn zusammen mit dem Bund insgesamt 28 Milliarden Euro in das größte Modernisierungsprogramm der Infrastruktur aller Zeiten.

Dennoch geht die Bahn der Hertha nicht ganz von der Fahne, mit einer Zahlung von einer Million Euro pro Jahr bleibt das Unternehmen der größte „Exklusiv-Partner“. Die Bahn wird also weiterhin mit Bandenwerbung bei Heimspielen im Olympiastadion vertreten sein.

Und die Hertha? Die muss sich nun einen neuen Hauptsponsor suchen, der bereit ist, ebenfalls mindestens 4,5 Millionen Euro pro Saison zu zahlen. Dass das schwierig werden könnte, zeigt das Beispiel Leverkusen. Die Werkself lief in der Vergangenheit bereits öfters eine Zeit lang mit blanker Brust auf, weil sich nicht direkt ein neuer Partner finden ließ. Und das, obwohl Leverkusen regelmäßig mindestens in der Europa League, wenn nicht gar in der Champions League vertreten ist. Davon ist die Hertha weit, weit entfernt. Bis zum Sommer dürfte es also spannend werden in Berlin.

Die Öko-Meister der Bundesliga-Sponsoren
Hannover 96 - Lazio Rom
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Außer Konkurrenz: Hannover 96

Mit dem alten Sponsor Tui hätten die Hannoveraner am ersten Drittel kratzen können. Doch der neue Trikotsponsor Heinz von Heiden Massivhäuser ist von Greenpeace für den Öko-Test noch nicht berücksichtigt worden.

Die Umweltorganisation Greenpeace unterzieht die Hauptsponsoren der Bundesligavereine seit 2011 regelmäßig dem Öko-Check. Eine große Forschungsarbeit ging der Rangliste zwar nicht voraus, aber das Magazin suchte die bedeutendsten Nachhaltigkeitsbemühungen oder -fehltritte von Unternehmen heraus, die Fußballvereine sponsern.

Schalke 04's Sam attempts to shoot past Dynamo Dresden's goalkeeper Kirsten during their German soccer cup match in Dresden
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FC Schalke 04

Den letzten Rang belegt wie im Vorjahr der Gelsenkirchener Verein, dessen russischer Hauptsponsor Gazprom unter anderem in der Kritik steht, weil „er in der arktischen Petschorasee Öl fördert und damit unbeherrschbare Umweltkatastrophen riskiert“, so Greenpeace im Öko-Check. Fazit: Gazprom nutzt den Klimawandel aus.

Pogon Szczecin vs Werder Bremen
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Werder Bremen

Dass die Rolle der Sponsoren so wichtig ist, dass sie sogar das Fan-Lager spalten kann, zeigt sich bei Werder Bremen. Der Verein mit der grünen Raute landet auf Rang 17 des Ökorankings, denn Sponsor Wiesenhof steht immer wieder wegen des Einsatzes von Gen-Futter und nicht tiergerechter Haltung in der Kritik. Als die Fleischfirma 2012 neuer Sponsor wurde, traten zahlreiche Mitglieder aus dem Verein aus. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin legte aus Protest sein Amt als Umwelt-Botschafter von Werder nieder. Zwar kam Werder nicht ganz freiwillig mit Wiesenhof zusammen, da der Verein zuvor Marketingrechte verkauft hatte. Doch in diesem Frühling verlängerten Werder und Wiesenhof ihre Zusammenarbeit. Fans sahen deshalb „die Integrität des SV Werder Bremen […] massiv erschüttert“, wie es auf einer ihrer Seiten heißt. Weitere Austritte folgten, die Facebook-Gruppe „Wiesenhof als Werder-Sponsor? NEIN Danke“ hat fast 17.000 Mitglieder.

FC Energie Cottbus - Hamburger SV
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Hamburger SV

Auch der Hamburger SV schneidet im Öko-Check schlecht ab. „Viel grünes Blabla, nichts dahinter“, sagt Greenpeace. Auf der Website der Airline gibt „Seine Hoheit, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum,“ höchstpersönlich „eine Erklärung zum Problem der Nachhaltigkeit beim Umweltschutz für die Emirates Group ab“. Ein Satz, den man sich durchaus mehrmals auf der Zuge zergehen lassen kann „zum Problem der Nachhaltigkeit“...

Borussia Moenchengladbach training session in Sarajevo
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Borussia Mönchengladbach

Auch Mönchengladbach befindet sich wie bereits im Vorjahr auf den Abstiegsplätzen der Greenpeace-Bundesliga-Tabelle. Verantwortlich dafür ist die Deutsche Bank-Tochter Postbank, die mit Lebensmittel spekuliert. Ein Pluspunkt weist die Postbank aber dennoch auf: Nach Protesten beteiligt sie sich nicht am Riesen-Kohlehafen am Great Barrier Reef. Doch so kritisch betrachtet nicht jeder Fan das Sponsoring seines Vereins. Zum Sponsor Areva, ein französisches Unternehmen, das Nukleartechnik entwickelt, sagte ein Fan des 1. FC Nürnberg: „Mich interessiert Fußball, was die Spieler auf ihrem Trikot stehen oder auf ihren Hintern tätowiert haben, ist mir völlig egal.“

FC Copenhagen vs Bayer Leverkusen
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Bayer Leverkusen

Mit dem neuen Sponsor LG Electronics kann Leverkusen nicht punkten. Laut Greenpeace vergibt „Rank a Brand“, das Markenhersteller auf ihre Transparenz zur ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit untersucht, den Koreanern miese Noten bei Klima-, Umwelt und Arbeiterschutz.

Für die Vereine der Fußball-Bundesliga spielt der Umweltschutz eine wachsende Rolle. Viele Clubs haben in den vergangenen Jahren ihre Spielstätten energetisch saniert, Solaranlagen installiert oder Stadionbesucher zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel aufgefordert. Zugleich richten viele Fans ihren Augenmerk zunehmend auf die wirtschaftliche Ausrichtung der Vereinssponsoren.

Borussia Dortmund - Fototermin
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Borussia Dortmund

Für die Borussia aus Dortmund reichte es mit dem Chemieriesen Evonik (der erst kürzlich mit einem Investment von 350 Millionen Euro beim Bayern-Verfolger eingestiegen ist) am Ende noch gerade so für einen sicheren Platz im (unteren) Mittelfeld der Tabelle. Evonik erzeugt zwar alles von Naturkosmetik über Biogas-Filter bis zu PVC-Weichmachern. Doch noch immer besitzt er dreckige Kohlekraftwerke, bemängelt Greenpeace.

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