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Fußball-Verband Fifa Weltmeister im Geldverdienen

Mit der Fußball-WM hat der Weltfußballverband Fifa ein Monopol auf das größte Medienevent der Welt. Seine Machtposition nutzt der Verband schamlos aus. Knallhart treibt er die Vermarktung voran – mit aggressiven Methoden. Der größte Freund der Fifa ist die Schweiz.
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WM-Pokal: Das Turnier ist das größte Medienevent der Welt. Quelle: ap

WM-Pokal: Das Turnier ist das größte Medienevent der Welt.

(Foto: ap)

JOHANNESBURG/KAPSTADT/KÖLN. Mit den Chefs der Weltkonzerne kann Joseph Blatter locker mithalten. Wie ein Unternehmensboss präsentierte der Fifa-Präsident am Donnerstag beim Kongress seines Weltverbands in Johannesburg die Finanzkennzahlen. Dabei gab er sich großzügig: Alle 208 Mitgliedsverbände erhalten eine Bonuszahlung von je rund 200 000 Euro - Blatter sprach von "Dividende" für "Aktionäre": "Wir wollen dieses hervorragende Ergebnis mit euch teilen."

Noch nie hat der Verband mit einer WM so viel Geld verdient wie in Südafrika. 2,8 Mrd. Euro brachte der Rechteverkauf - 700 Mio. Euro mehr als vor vier Jahren in Deutschland. Den Rekordeinnahmen gegenüber steht eine Mrd. Euro als Zuschuss zu den Organisationskosten.

Wenn es ums Finanzielle geht, hat es die Fifa längst zur Meisterschaft gebracht. "Die Partner der Fifa bekommen deren Verhandlungsmacht deutlich zu spüren", sagt Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission. Das führe zu überhöhten Preisen für Sponsoren und Fernsehsender. Leidtragende seien "Zuschauer und Konsumenten, auf die die Kosten abgewälzt werden".

Wenig zimperlich sichert die Fifa ihr Geschäft: In 2 500 Fällen sind die Juristen des Verbands weltweit gegen Markenrechtsverletzungen zur WM 2010 vorgegangen. Gefeit sind weder Konzerne noch Straßenhändler. Dem Verkäufer eines WM-Schlüsselanhängers drohte die Fifa mit einer Geldstrafe von über 10 000 Euro. Er ficht nun vor Gericht einen Stellvertreterkampf für alle Südafrikaner, die sich gegängelt fühlen.

In einem Innenhof in der Kapstädter City bekommen selbst die Ärmsten die Macht des Verbands zu spüren. Eine Mission hat hier einen Bolzplatz für Straßenkinder eingerichtet. Doch nun ist Kicken untersagt, weil der Platz in einer Spezialzone liegt. Die hat die Stadtverwaltung auf Fifa-Wunsch eingerichtet. Es gelten strenge Regeln: Betteln etwa ist verboten.

Das Wort des Verbands ist Gesetz. Geschäfte darf in der Spezialzone nur machen, wer eine Fifa-Lizenz besitzt oder WM-Sponsor ist. Zwar verkauft die South African Breweries (SAB) ihr Bier in den Fanmeilen - aber nur, weil Sponsor Budweiser nicht genug Kapazitäten hat. Verzichten muss SAB dabei freilich auf das eigene Logo.

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6 Kommentare zu "Fußball-Verband Fifa: Weltmeister im Geldverdienen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ihr spinnt ein bisschen oder?
    wer kein fußball mag ok aber wem spass macht mein gott...

    was die politik in der zeit anstellt hat doch nichts mit dem spaß am event zu tun... wer da geld ausgibt der macht das halt... wofür geben sie denn geld aus? ein feines essen im restaurant? dabei gibts das essen viel billiger und in afrika verhungern menschen aiaiai wo bleibt die moral...

    das kann man immer alles drehen wie man will

  • ich werde die Fussballweltmeisterschaft boykottieren. Nur so kann der Abkassierei ein Ende bereitet werden. Wo seid ihr Moral und Anstand???

  • Sollen sie sich freuen......
    ist eh die letzte Fußball WM für lange Zeit.
    Danach wird weltweit das Chaos losgehen.......
    Wer weiss, was während der WM noch alles für "Vorbereitungen" ablaufen, wenn der Pöbel mal wieder mit Spielen abgelenkt ist.....

  • Dafür, dass hier angeblich "Substanz entscheidet", kommt zurzeit deutlich zuviel unnützes Fußballwissen aus der Tiefe des Raum. Weniger wäre mehr!

  • Es ist nicht die FiFA, sondern die Leute, die Fußball sehen wollen oder Geld dafür bezahlen.
    Wenn keiner diesen Fußballzirkus sehen wollte, dann könnte sich die FiFA auf den Kopf stellen - verdienen könnte man da nix mehr.

  • Das Motto der FiFA für die Fußball-WM 2010 ist "Ne Nako für Abzocke".

    Würden unsere Abzocksender ARD/ZDF diesen Schweinekram gar nicht übertragen, wäre es mir gerade egal woher das Geld bei der FiFA kommt!

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