Fußballer als Unternehmer Die clevere Karriereplanung des Philipp Lahm

Fußballer Philipp Lahm verzichtet freiwillig auf Millionen Euro. Und will nicht Manager des FC Bayern werden. Der Weltmeister setzt zwei Ausrufezeichen und gibt den Startschuss für eine zweite Karriere. Ein Kommentar.
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Abschied von Lahm: Bayern-Fans zeigen Verständnis

DüsseldorfPhilipp Lahm ist noch immer einer der besten Außenverteidiger der Welt. Sein Trainer Carlo Ancelotti sagt über ihn, er könnte spielen bis er 40 Jahre alt ist. Doch das will der inzwischen 33 Jahre junge Weltmeister von 2014 nicht. Als Spieler hat er ohnehin fast alles gewonnen, wovon Fußballer träumen.

Reich geworden ist er beim FC Bayern überdies. Er müsste also gar nicht mehr arbeiten, sondern könnte in den Tag hinein leben. Doch das ist ein Spitzensportler nicht gewöhnt. Und ein Philipp Lahm erwägt dies offenbar ohnehin nicht ernsthaft. Schon als Spieler hat er sich in verschiedene Unternehmen eingekauft.

Erst aussortiert, dann Weltmeister und nun Privatier
Lahm am 7. Februar 2017
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Er wird (vorerst) nicht Sportdirektor des FC Bayern. Nach dem DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg gab Bayern-Kapitän Philipp Lahm bekannt, dass er seine Karriere ein Jahr früher als erwartet beendet - zum Ende dieser Saison. Dadurch verzichtet er freiwillig auf geschätzte zehn Millionen Euro Gehalt, denn sein Vertrag lief noch bis 2018. Seine Karriere in Bildern.

Gang nach München
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Seine ersten Schritte als Fußballer absolvierte Lahm für die FT Gern. Ab 1995 spielte er zunächst in der Jugend des FC Bayern München, ab 2001 dann für die Amateure des Vereins in der Regionalliga Süd.

Leihe nach Stuttgart
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Dort konnte er sich jedoch (noch) nicht für die Profimannschaft empfehlen. Deswegen durfte er sich von 2003 an beim VfB Stuttgart weiterentwickeln – mit Erfolg. Bei den Schwaben avancierte er rasch zur Stammkraft.

Erstes Länderspiel
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Lahm überzeugte auch den Bundestrainer, zu dieser Zeit Teamchef Rudi Völler. Und so debütierte er am 18. Februar 2004 im DFB-Dress. Die deutsche Mannschaft siegte in Kroatien mit 2:1 und für Philipp Lahm begann eine beispiellose Zeit.

Stammkraft im DFB-Dress
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Der Münchener machte durch ansprechende Leistungen mehr denn je auf sich aufmerksam und erkämpfte sich so rasch einen Stammplatz in der Egide Rudi Völlers. Bei der EM 2004 in Portugal war er als Linksverteidiger gesetzt.

Rückkehr zum Rekordmeister
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Auch der FC Bayern wollte von dem Können des kleinen Kickers profitieren und holte eines seiner größten Talente zurück. Am 1. August 2005 stellte der FCB vier neue Spieler vor – darunter Philipp Lahm (l.).

Erstmals für die Bayern
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Sein Bundesliga-Debüt für den Rekordmeister feierte er am 19. November 2005 gegen Arminia Bielefeld.

Unternehmer oder Investor wäre also sicherlich eine interessante Beschäftigung für ihn im Leben nach der Fußballerkarriere. Allerdings kann sich im Fußball kaum jemand vorstellen, dass Philipp Lahm sich von der Branche verabschiedet und etwas völlig anderes macht. Zu gut ist sein Image bei Kollegen und Vorgesetzten. Lahm ist eine geborene Führungsfigur.

Deshalb hätte er nun auch direkt als Sportdirektor ins Management des FC Bayern einsteigen können. Das war der ausdrückliche Wunsch des Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, auf der jüngsten Hauptversammlung hat er dies mehr oder weniger offen auch gesagt. Rummenigges Gegenpart, Vereinspräsident Uli Hoeneß, war da weniger eindeutig.

Doch auch Hoeneß führte zuletzt Gespräche mit Lahm, die der Betroffene als „absolut in Ordnung“ bezeichnete. Die Formulierung lässt aufhorchen, denn im nächsten Satz formulierte Lahm die Absage: „Ich habe einfach für mich entschieden, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist“, Sportdirektor bei den Bayern zu werden.

Das teilte Lahm dem Verein auch so Ende vergangener Woche mit. Er verließ noch ein wenig Zeit vergehen, und dann verrieten es seine Berater der Presse. Das überraschte offenbar den Verein, der eine gemeinsame Stellungnahme formulieren wollte. Warum wohl? Weil die beiden großen Bayern-Bosse nun ziemlich alt aussehen.

Hoeneß muss das sogar vor den Kameras öffentlich ausbaden. Ob er nur schlecht informiert war oder ob er Lahm vielleicht doch überreden wollte zu kommen, bleibt dabei offen. Der Weltmeister von 2014 bestätigt indes seinen Ruf, geradlinig und konsequent zu handeln. Nicht umsonst gilt er als einer der verhandlungsstärksten Köpfe im deutschen Fußball.

Sicherlich wird er weiter im Fußball aktiv bleiben, doch er will sich von dem Geschäft nicht frühzeitig aufreiben lassen. Und erst recht nicht will er von den FC-Bayern-Hähnen Hoeneß und Rummenigge zerpflückt werden, wie er es bei einem anderen Bayern-Spieler erlebte. Christian Nerlinger folgte 2009 auf Uli Hoeneß, übernahm jedoch nur einen Teil von dessen Aufgaben.

Das Problem des FC Bayern: Der Klub hat zwei Alpha-Tiere

Abschied von Lahm: Bayern-Fans zeigen Verständnis

Das wurde ihm letztlich zum Verhängnis, er scheiterte. Sein Nachfolger Matthias Sammer wurde dann konsequenterweise gleich eine Stufe höher als Vorstand installiert, rieb sich offenbar aber auch in dieser Funktion auf. Beides hat Lahm hautnah miterlebt und sicherlich über die Gründe nachgedacht.

Das Problem des FC Bayern ist: Mit Rummenigge und Hoeneß führen den größten Fußballklub im Lande zwei Alpha-Tiere, die wenig Raum für andere lassen. Nur wenn die Kompetenzen der sportlichen Führung klar definiert und von den Bayern-Bossen abgegrenzt sind, macht es Sinn, diese Position zu übernehmen. Das hat Lahm erkannt. Doch was ihm angeboten wurde, war ihm offenbar zu wenig.

Lottes dritter Streich, Dortmund behält die Nerven
Wintereinbruch in Lotte
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Bevor die Sportfreunde Lotte am Mittwochabend gegen den TSV 1860 Lotte antreten konnte, musste erstmal Schnee geräumt werden: Ein Wintereinbruch über Nacht hatte das Feld unter einer acht Zentimeter dicken Schneeschicht begraben. Lange war unklar, ob die Partie überhaupt würde stattfinden können. Nach einem öffentlichen Aufruf wurde der Rasen von zahlreichen Helfern rechtzeitig wieder freigeräumt.

SF Lotte - TSV 1860 München 2:0
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Und das gespielt werden konnte lohnte sich für die Heimmannschaft! Der Drittligist dominierte gegen die eine Liga höher spielenden „Löwen“ aus München komplett und feierte einen so verdienten wie sogar souveränen 2:0 Sieg. Die Sportfreunde erwiesen sich damit einmal mehr als Favoritenschreck dieser Pokalsaison: Zuvor hatten sie bereits Bayer Leverkusen und Werder Bremen aus dem Wettbewerb geworfen.

SV Sandhausen - FC Schalke 04 1:4
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Dem Außenseiter keine Chance ließ der FC Schalke 04. Nach einem 1:1 Achtungserfolg gegen Bayern München am Wochenende zeigten die Königsblauen in Sandhausen einen bravourösen Auftritt und ließen nie Zweifel an einem Favoritensieg aufkommen. Bei einem Pausenstand von 3:0 war das Spiel schon nach der ersten Halbzeit entschieden.

SV Sandhausen - FC Schalke 04 1:4
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Der SV Sandhausen hatte sich zuvor durchaus Hoffnung auf eine Überraschung gemacht: Die Kurpfälzer waren immerhin mit zwei Siegen und 5:0 Toren in die Zweitliga-Rückrunde gestartet. Gegen die eigentlich kriselnden Schalker wurde der Klassenunterschied aber deutlich. Durch Andrew Wooten glückte den Sandhausern immerhin der zwischenzeitlich 1:3 Anschluss- und letztlich Ehrentreffer (64.).

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt 1:2
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Ein gedrehtes Spiel und ein Torwart als Held: Reichlich zu bieten hatte die Partie des Zweitliga-Zweiten Hannover 96 gegen den derzeitigen Bundesliga-Überflieger Eintracht Frankfurt. Letztlich gab es das beanspruchte der Favorit vom Main das bessere Ende für sich.

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt 1:2
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Dabei gingen die Hannoveraner in der 57. Minute zunächst durch Harnik in Führung – Tawatha (62.) und Seferovic (66.) der nach krassem Fehler von Hannovers Prib freie Bahn hatte, drehten das Spiel innerhalöb von zehn Minuten. Dramatisch wurde es in der Schlussphase: Mit der letzten Aktion bekam 96 einen Elfmeter zugesprochen – in der 96. Minute. Doch Salif Sané schoss schwach, Hradecky hielt – und die Frankfurter jubelten.

Borussia Dortmund - Hertha BSC 1:1 n.V, 3:2 im Elfmeterschießen
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Nicht ohne Extrazeit aus kamen Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin. Bei leichten Feldvorteilen für die Borussia ging die „alte Dame“ aus Berlin in der 27. Minute durch Kalou in Führung. Unmittelbar nach der Pause egalisierte dann Reus für Dortmund (47.). Bei diesem Ergebnis blieb es – und das bemerkenswerteste Ereignis der Verlängerung war eine gelbe und dann gelb-rote Karte gegen Dortmunds Sokratis wegen penetranten Meckerns.

Also wählt er einen eleganten Abgang, indem auf dem Höhepunkt seiner Spielkunst abtritt und überdies auf viel Geld freiwillig verzichtet: „Ich kann mich um andere Dinge noch mehr kümmern. Ich kann mich auch selbst ein bisschen umschauen und umhören. Und dann wird man weitersehen. Wir werden sehen, was in Zukunft ist.“

Lahm wird sich die Zeit nehmen, um sich weiter zu bilden. Vielleicht konzentriert er sich auch auf seine unternehmerischen Projekte. Das sind nicht wenige. Er ist Gesellschafter des Müsli-Spezialisten Schneekoppe und der Berliner Agentur „Die Brückenköpfe“. Seit 2015 mischt er beim bayerischen Sportproduktehersteller Sixtus mit, der Kühlsprays, Cremes gegen wunde Haut oder Massageöle herstellt. Zu seinem Portfolio gehört zudem Danova, ein Nürnberger Anbieter von betrieblicher Gesundheitsvorsorge.

Allein dies könnte bereits viel Arbeit mit sich bringen, wenn er sich intensiver einbringt. Manager beim FC Bayern muss er da gar nicht werden. Und wenn doch, dann wird es sicher zu seinen Bedingungen passieren. Ein Philipp Lahm will gestalten und wird sich mit der nun angedachten Rolle als „Privatier“ kaum auf Dauer zufriedengeben.

Nicht nur von Fans des FC Bayern dürfte er daher künftig noch mehr als ohnehin geschätzt werden. Schließlich kommt es ausgesprochen selten vor, dass ein ausgezeichneter Profi-Fußballer freiwillig auf schätzungsweise zehn Millionen Euro Gehalt verzichtet. Und darüber hinaus auch noch die beiden mächtigsten Fußball-Bosse im Lande alt aussehen lässt.

Der 33 Jahre junge Lahm wartet lieber, bis die Alten gehen oder einlenken. Und bestätigt auf diese Weise einmal mehr, was sein Ex-Trainer Pep Guardiola über ihn sagte: „Er ist der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere trainiert habe.“

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