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Fußballklub US-Milliardär Kroenke will Arsenal London vollständig übernehmen

Die Arsenal-Fans sind entsetzt: US-Milliardär Stanley Kroenke will den Londoner Fußballklub vollständig übernehmen – mit Unterstützung der Deutschen Bank.
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Der US-Sporttycoon Stanley Kroenke besitzt seit Jahren 67 Prozent des Fußballklubs. Quelle: AFP
Demonstrierende Fans im Stadion

Der US-Sporttycoon Stanley Kroenke besitzt seit Jahren 67 Prozent des Fußballklubs.

(Foto: AFP)

LondonFans des Londoner Fußballklubs FC Arsenal gelten als hartgesotten. Denn lange lief es schlecht für den Verein. Vor einigen Wochen ging – zur Freude der einen, zum Leid der anderen – der langjährige Trainer Arsène Wenger. Jetzt müssen auch die Fans gehen, und zwar diejenigen Fans, die gleichzeitig Aktionäre des Fußballvereins sind. 

Der US-Sporttycoon Stanley Kroenke besitzt über seine Firma Kroenke Sports & Entertainment (KSE) seit Jahren bereits 67 Prozent des Klubs, hat nun aber ein Angebot zur Übernahme der 30 Prozent abgegeben, die aktuell noch in Besitz des Russen Alischer Usmanow sind.

Dieser hat bereits zugesagt – und damit kann der 71-jährige Milliardär Kroenke bald einen weiteren Klub in seine Sammlung eingliedern, zu der unter anderem das kalifornische Footballteam Los Angeles Rams, die Basketballer von Denver Nuggets und die Hockeymannschaft Colorado Avalanche gehören. Wenn Kroenke die Anteile des russischen Unternehmers Usmanow hat, kann er die restlichen Anteilseigner mit einem Squeeze-out herausdrängen.

Möglich wird das erst mit Unterstützung der Deutschen Bank. Denn die hat KSE einen Kredit gewährt. Mit 45,3 Millionen Pfund (51 Millionen Euro) aus der eigenen Tasche sowie einem Kredit in Höhe von 557 Millionen Pfund (622 Millionen Euro) von der Bank finanziert Kroenke den Deal. Der Wert des Klubs beträgt damit rund zwei Milliarden Euro.

Gelingt der Deal so, wie Kroenke ihn mit Unterstützung der Deutschen Bank als Berater und Geldgeber geplant hat, bleiben 1.779 Aktien mit einem aktuellen Wert von 52,3 Millionen Pfund übrig.

Und die gehören vornehmlich den Fans, von denen zumindest einige es gar nicht gut finden, dass sie bald ihre Aktien verkaufen müssen. „Das ist ein schrecklicher Tag für den Arsenal Football Club“, meldet sich der Fanklub Arsenal Supporters’ Trust (AST) zu Wort.

Wenn der Klub in die Hände nur eines Besitzers komme, könne dieser sich ohne Kontrolle Dividenden ausschütten und Arsenal Schulden aufdrücken, um seine anderen Unternehmungen zu finanzieren. Viele Fans hätten die Arsenal-Aktien nicht wegen ihres Wertes gehalten, sondern weil ihnen die Zukunft des Klubs am Herzen liege.

Kroenke werde sie „kastrieren“, indem er ihnen eine Beteiligung verwehre. „Der AST ist absolut gegen den Deal.“ In seinem Statement an die Londoner Börse betonte Kroenke, der schon seit elf Jahren bei den „Gunners“ investiert ist, dagegen die Vorteile, wenn der Klub nur einem Eigentümer gehöre.

So könne er schneller agieren, um den Verein voranzubringen, argumentiert Kroenke. „KSE ist ein engagierter, langfristig orientierter Eigentümer.“ Die Finanzierung des Kredits werde er nicht Arsenal aufbürden. In den sozialen Netzwerken gibt es auch Stimmen, die nun auf bessere Zeiten für den Klub hoffen, der mit 13 englischen Meisterschaften und 13 FA-Pokalsiegen zwar zu den erfolgreichsten englischen Fußballvereinen zählt.

Zuletzt aber hatte Arsenal kein Glück – trotz deutscher Unterstützung, etwa durch Mesut Özil, der 2013 für 47 Millionen Euro von Real Madrid nach London gewechselt war. Was Özil von dem bevorstehenden Besitzerwechsel hält, ist nicht bekannt – er hat jedenfalls kein Statement veröffentlicht.

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