Hamburger SV Beiersdorfer rechtfertigt Millionen-Minus

Positive Neuigkeiten gab es bei der Mitgliederversammlung des HSV kaum. Die Zahlen sind schlecht, Geld für Verstärkungen gibt es keins. Dennoch sieht Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer den Verein auf einem guten Weg.
Kritiker werfen Dietmar Beiersdorfer zu wenig Transparenz vor. Quelle: dpa
Mitgliederversammlung Hamburger SV

Kritiker werfen Dietmar Beiersdorfer zu wenig Transparenz vor.

(Foto: dpa)

HamburgDrei Tests, drei Pleiten, viele Verletzte und kein Geld für Verstärkungen: Fünf Tage vor dem Rückrundenstart gegen Bayern München blickt der Fußball-Bundesligist Hamburger SV in eine sorgenvolle Zukunft. „Ich bin kein Träumer. Die Entwicklungen sollten nicht täuschen. Unsere Situation ist immer noch unvorhersehbar und gefährlich“, räumte der HSV-Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer am Sonntag bei der Mitgliederversammlung des Tabellenzehnten ein. Er lobte die Arbeit von Trainer Bruno Labbadia, zeigte sich aber mit 22 Punkten aus der Hinrunde nicht zufrieden.

„Bruno Labbadia hat sich weiterentwickelt. Er ist jeden Tag hungrig auf Erfolg. Die Vertragsverlängerung war wichtig für die HSV-Zukunft“, sagte Beiersdorfer. Nach den vielen personellen Ausfällen im Trainingslager in Belek äußerte er aber große Bedenken vor der Rückrunde: „Mit dem schweren Auftakt gegen die Bayern wird sie schwierig.“

Angesichts des Rekordfehlbetrags von 16,9 Millionen Euro bei der HSV-Fußball-AG warnte der ehemalige Abwehrspieler vor Panikmache. „Wir befinden uns nicht im Angstzustand. Wir gehen sorgsam mit unserem Geld um“, versicherte der 52-Jährige: „Der HSV ist kreditfähig und kreditwürdig“. Auch nach dieser Saison sei mit einem Minus zu rechnen. Dennoch sei der Verein auf dem Weg zu einem grundsoliden Bundesligisten. Die Rede wurde vom Applaus der nur 309 Anhänger im Congress Centrum Hamburg (CCH) begleitet, aber auch von Kritik einzelner Redner, die ihm zu wenig Transparenz vorwarfen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt versicherte: „Die finanzielle Krise ist noch nicht ganz überwunden, aber wir haben sie im Griff.“

Die Besten der Bundesliga
Knapp geschlagen
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Der Torgarant der Liga, BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang, kam auf 23 Prozent. Das reichte für den zweiten Platz.

Bester Feldspieler
2 von 16

Der Bayern-Stürmer Douglas Costa erhielt in der traditionellen Umfrage des Fachmagazins „Kicker“ 30,3 Prozent der Stimmen von insgesamt 244 Bundesligaspielern. Sieger im Sommer 2015 war Kevin De Bruyne (52,5 Prozent), der inzwischen für Manchester City kickt.

Bester Torhüter
3 von 16

Dauersieger ist Weltmeister Manuel Neuer (31,6 Prozent). Auch im Sommer sowie in den beiden Umfragen davor hatte er vorn gelegen.

Trainer – Gewinner
4 von 16

Gewinner unter den Trainern wurde der Gladbacher Andre Schubert (35,2 Prozent). Schubert hatte den Chefposten bei Borussia Mönchengladbach übernommen, weil Lucien Favre zurückgetreten war. Zunächst war er Interimstrainer, später wurde er zum Chefcoach befördert – nicht zuletzt, weil er eine einzigartige Siegesserie in der Bundesliga hinlegte.

Trainer – Verlierer
5 von 16

Alexander Zorniger vom VfB Stuttgart agierte zwar mutig, aber am Ende sehr glücklos. Sein Team spielte tollen Fußball nach vorn, machte aber hinten nicht dicht. Das kostete ihn am Ende den Job. 44,3 Prozent der Fußballprofis in den 18 Bundesligavereinen sahen ihn deshalb als Verlierer.

Aufsteiger der Saison
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Dieses Attribut erhielt der Schalker Stürmer Leroy Sané (22,1 Prozent), der mit seinen Dribblings, Toren und Vorlagen für Furore sorgte. Inzwischen wird sein Marktwert auf mehr als 50 Millionen Euro taxiert, wenn man den Transfergerüchten glauben darf.

Absteiger der Hinrunde
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In dieser Kategorie lieferten sich zwei Dortmunder Spieler ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende gewann der Verteidiger Neven Subotic (10,2 Prozent) vor Mats Hummels (9,0 Prozent). Beide waren vor Jahren ein eingespieltes Verteidiger-Duo, das dem BVB zwei Meisterschaften sicherte. Als Absteiger gilt – trotz des positiven Abschlusses zur Winterpause – ebenfalls der Leverkusener Stefan Kießling (9,0 Prozent).

Beiersdorfer stellte die Entwicklung der jüngeren Spieler Gideon Jung, Dren Feka und Finn Porath heraus und bezeichnete den Bau des Trainingszentrums Campus als Meilenstein. Spatenstich soll im Februar sein. Er versicherte, dass der Verein die Fan-Anleihe von mehr als 17 Millionen Euro zurückzahlen werde: „Wir werden unseren Verpflichtungen nachkommen.“

Vor dem Hintergrund der schwierigen sportlichen Situation ist es für die sportliche Führung nur ein schwacher Trost, dass Bayern München seinen letzten Test mit 1:2 gegen den Zweitligisten Karlsruher SC auch verloren hat. Bis zum Anstoß am kommenden Freitag (20.30 Uhr) im Volksparkstadion wollen die Norddeutschen nach dem Verkauf von Marcelo Diaz für zwei Millionen Euro zu Celta Vigo noch einen Stürmer verpflichten.

Sportdirektor Peter Knäbel ist auf Reisen, kann aber nicht viel Geld ausgeben. „Ich habe mit ihm telefoniert, es gibt noch nichts zu vermelden“, sagte Beiersdorfer. Der Ungar Zoltan Stieber reiste unterdessen zum 1. FC Nürnberg, um den Medizincheck zu absolvieren. Das Ausleihgeschäft stand kurz vor dem Abschluss.

  • dpa
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