Historischer Sieg
Volkswagen krönt Investment im Frauenfußball

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Wolfsburg-Etat ist Liga-Spitze

Thomas Röttgermann ist einer von drei Geschäftsführern der GmbH und für das Projekt Frauenfußball verantwortlich. Er meint: „Wir sagen nicht, wir wollen jedes Jahr drei Titel gewinnen. Das wäre doch arrogant gegenüber der Konkurrenz.“ Ziel sei vielmehr, parallel zur Zielsetzung des VW-Konzerns eine Marktführerschaft zu entwickeln.

„Vorrangig möchten wir den Erfolg nicht an Titeln festmachen, sondern erst einmal unsere Leistungen verstetigen und verbessern.“ Deswegen sei das Wiedererreichen des Champions-League-Finals und auch der erneute Kampf um die Meisterschaft nicht hoch genug anzurechnen, lobt Röttgermann.

Wie groß das Budget ist, auf das die Fußballerinnen des VfL zurückgreifen können, gibt der Geschäftsführer nicht preis. Nach Informationen von Handelsblatt Online verfügt die gesamte Frauenfußball-Abteilung des VfL über einen Etat von 3,5 Millionen Euro - das ist Liga-Spitze.

Zum Vergleich: Der FFC Frankfurt, lange Zeit der Krösus der Frauenfußballvereine, arbeitet mit jährlich etwa 1,8 Millionen Euro. Abseits der Spitzenmannschaften gibt es ein erhebliches Gefälle in der finanziellen Ausstattung: Kleinere Klubs müssen mit nicht einmal 500.000 Euro auskommen.

Werden also künftig in der Frauen-Bundesliga nur noch Vereine erfolgreich sein, hinter denen große Konzerne oder äußerst finanzstarke Sponsoren stehen? Doris Fitschen meint: „Nein“. Die ehemalige Nationalspielerin ist beim DFB für die Vermarktung des Frauenfußballs verantwortlich und verweist auf Turbine Potsdam und den 1. FFC Frankfurt, die derzeit an der Spitze der Bundesliga-Tabelle stehen – und reine Frauenfußball-Vereine sind.

„Wir freuen uns natürlich, wenn Vereine wie der VfL Wolfsburg oder Bayern München den Frauenfußball forcieren. Aber letztlich ist es ein gesunder Wettbewerb. Heute können nicht mehr nur zwei Vereine die Meisterschaft holen wie vor einigen Jahren, sondern drei oder vier. Das Niveau ist ausgeglichener, davon profitieren alle“, sagte Fitschen im April im Interview mit Handelsblatt Online.

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