Investoren im Fußball Jogis Glanz überstrahlt Misere der Bundesliga

Spanien hat die besten und England die reichsten Klubs. Wenn die Bundesliga vorne mitspielen will, muss sie sich für Investoren öffnen. Die Erfolge der DFB-Teams verdecken die Probleme im Vereinsfußball. Ein Kommentar.
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„Deutschland ist immer noch die beste Mannschaft der Welt“
Sieger im Confed-Cup
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Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt erstmals den Confederations Cup. Lehrmeister Jogi Löw sagte danach. „Die Jungs haben das klasse gemacht. Ich bin megastolz auf sie.”

Siegtor
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Lars Stindl erzielt nach Vorarbeit von Timo Werner das Tor zum 1:0. "Sein Ballverlust im Aufbau blieb unbestraft (5.). Drittes Turniertor wird goldener Finaltreffer (20.). Ungeheures Laufpensum", urteilte die Agentur dpa in ihrer Einzelkritik.

Hitzige Bayern-Stars
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In der hitzigen zweiten Halbzeit kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Bayern-Spielern Arturo Vidal und Joshua Kimmich (r). „Es war nichts, wir waren beide heiß. Ich habe ihm gesagt, er soll weniger reden und mehr spielen“, berichtete Vidal. „Da passieren Dinge auf dem Spielfeld, die passieren. Wir haben 1:0 gewonnen, von dem her kann ich ganz locker zurückblicken.“

Jubel
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) honoriert den Turniersieg mit 50 000 Euro pro Mann. Die Erfolgsprämie stand für die Profis als Großverdiener aber am Sonntagabend in St. Petersburg nach dem 1:0 im Finale absolut nicht im Vordergrund. „Es geht hier nicht um Geld, für mich ist es mein erster Titel“, sagte Abwehrspieler Antonio Rüdiger (Bildmitte oben).

Timo Werner
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Den goldenen Schuh bekam Timo Werner. Er sicherte sich mit seinem Assist beim 1:0-Finalsieg gegen Chile die Trophäe als bester Offensivmann beim WM-Testlauf - vor Silbermann Stindl und Leon Goretzka. Mit seinem dritten Turniertor verdrängte Stindl in St. Petersburg noch Cristiano Ronaldo vom Torjäger-Stockerl. Werner hängt die Schwalbe gegen Schalke und das Leipzig-Image weiter an. Die Sympathiewerte werden sicher steigen, „wenn er bei der WM noch Tore macht”, konstatierte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in Russland.

Die EM-Champions
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Die U21-Europameister bei der Siegerehrung. DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball: „Nach dem EM-Titel für die U21 ist der Confed-Cup-Sieg für die ebenso junge A-Nationalmannschaft ein weiterer großartiger Erfolg für den deutschen Fußball. Gratulation an Bundestrainer Joachim Löw und sein Team, das mit seinem Auftreten imponiert hat. Für alle Beteiligten wird das Erlebte eine rundum positive und wertvolle Erfahrung sein.“

EM-Tanz
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Die U21-Spieler tanzen um die EM-Trophäe. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: „Zusammen mit dem EM-Titel der U21 ein großartiges Wochenende. Die erfreuliche Vielzahl an Talenten in beiden Mannschaften zeigt die guten Perspektiven für den deutschen Fußball. Auch das A-Team hat spielerisch und in punkto Einstellung begeistert.“

DüsseldorfSeit der katastrophalen Europameisterschaft 2004 in Portugal hat sich viel getan im deutschen Fußball. Die Nachwuchsarbeit ist auf vielen Ebenen wesentlich professioneller geworden und hat dazu geführt, dass aktuell so viele junge deutsche Talente wie wohl nie zuvor bereits sehr früh die internationale Reife erreicht haben.

Davon profitieren viele deutsche Profi-Vereine, aber vor allem die Auswahlteams des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der vorläufige Höhepunkt der neuen deutschen Fußballwelle wurde am Wochenende erreicht: Die blutjungen Kicker der U21 wurden gegen eine spielstärkere Mannschaft aus Spanien Europameister, eine ebenfalls junge Nationalelf gewann ohne zahlreiche Stammkräfte ein Turnier in Russland, den Confed Cup.

Die Helden von St. Petersburg – DFB-Elf zurück in Deutschland

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Bundestrainer Jogi Löw kann für die kommende Weltmeisterschaft in Russland damit aus einem großartigen Pool von mehr als 50 Spielern schöpfen: jeweils rund 20 aus den beiden Siegerkadern sowie ein Dutzend Top-Kicker, die daheim geblieben sind. Solch eine Luxussituation hatte der deutsche Fußball auf nationaler Ebene seit Jahrzehnten nicht mehr.


Zur Euphorie besteht allerdings kein Grund. Denn auf Vereinsebene steht der deutsche Fußball längst nicht so glänzend dar. Sportlich dominieren seit vielen Jahren die spanischen Teams die europäischen Wettbewerbe. Wirtschaftlich enteilen die englischen Klubs dem Rest der Fußballwelt immer mehr. Nur Real Madrid, FC Barcelona, Bayern München und Juventus Turin können da noch mithalten.

Der Bundesliga bleibt – je nach Sichtweise – Platz zwei oder drei. Und daran dürfte sich in den nächsten Jahren kaum etwas ändern. Der Grund: Insgesamt kann die deutsche Liga weder mit England noch mit Spanien mithalten. Das liegt nicht nur an TV- und Sponsorendeals, sondern auch am leicht erschließbaren Fanpotential. Englisch und Spanisch sind Weltsprachen, Deutsch nicht.

Umso wichtiger ist es, den Vorsprung der Premier League insbesondere in Asien nicht zu groß werden zu lassen. Der deutsche Vereinsfußball muss darüber hinaus aber auch zusätzliche Geldquellen anzapfen. Dazu zählt auch ein ungeliebtes Thema: Wie groß darf künftig der Einfluss von Investoren auf den deutschen Klub-Fußball sein?

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„Die 50+1-Regel schadet dem deutschen Fußball“
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