Kampf gegen Wettkriminalität Fifa schließt Vertrag mit Sportradar

Im Kampf gegen Wettkriminalität hat der Welt-Fußball-Verband Fifa eine Vereinbarung mit dem Sportradar Integrity Services getroffen. Das Unternehmen wird den Verband mit Monitoring- und Nachrichtendiensten ausstatten.
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Fifa hat einen Vertrag mit Sportradar geschlossen, um gegen Wettkriminalität vorzugehen. Quelle: AP
Welt-Fußball-Verband

Fifa hat einen Vertrag mit Sportradar geschlossen, um gegen Wettkriminalität vorzugehen.

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LausanneDer Welt-Fußball-Verband Fifa hat eine Vereinbarung mit dem Sportradar Integrity Services geschlossen. Das Unternehmen gilt als führender Anbieter von Spielmanipulations-Erkennung und -prävention und wird der Fifa künftig eine umfassende Palette an Monitoring- und Nachrichtendiensten zur Verfügung stellen. So soll verdächtiges Wettverhalten in zahlreichen internationalen und nationalen Wettbewerben identifiziert und dem Weltverband zur Verfügung gestellt werden.

Die FIFA werde sicherstellen, dass die Ergebnisse den zuständigen Kontinent-Organisationen zugänglich gemacht und Folgemaßnahmen wie Disziplinarverfahren unterstützt werden können, heißt es in einer Erklärung der FIFA vom Freitag. Die Überwachungstätigkeiten umfassen FIFA-Turniere wie die Weltmeisterschaft und die Qualifikationsspiele, den Confed Cup, die Olympischen Fußballturniere und verschieden Jugendwettbewerbe ebenso wie eine Vielzahl nationaler Ligen.

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Sportradar will auch eine Palette von Betrugspräventionsdiensten anbieten sowie eine maßgeschneiderte App zur Verfügung stellen, um Spieler, Trainer und Mitarbeiter vor betrügerischen Aktivitäten zu warnen. „Die Erhaltung der Integrität des Spiels ist für die FIFA vorrangig“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino.

In der Vergangenheit hatte die organisierte Kriminalität Sportwetten in erschreckendem Ausmaß zur Geldwäsche genutzt und nach Ansicht von Experten auch die Glaubwürdigkeit von WM-Spielen erschüttert.

„Ich kann der Aufstockung gar nichts abgewinnen“
DFB-Präsident Reinhard Grindel
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„Ich bin nicht glücklich mit dieser Entscheidung und hätte mir vor allem gewünscht, dass alle wichtigen Fragen zu Organisation und Modus komplett geklärt sind. Da der Beschluss aber im FIFA-Council einstimmig getroffen wurde, gilt es nun, ihn zu respektieren und den Blick nach vorn zu richten.“

Bundestrainer Joachim Löw
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„Ich finde das bisherige WM-Format mit 32 Mannschaften immer noch gut und kann aus rein sportlicher Sicht einer Aufstockung gar nichts abgewinnen. Für mich hat die EM 2016 in Frankreich (mit von 16 auf 24 erhöhter Teilnehmerzahl; Anm. d. Red.) nicht zu einer Steigerung der Qualität beigetragen, im Gegenteil. Da gab es viele zähe Spiele, bei denen sich Mannschaften vor dem eigenen Tor geradezu verschanzt haben. Der Fußball ist dadurch nicht attraktiver geworden. Man sollte das Rad nicht überdrehen.“

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff
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„Ich kann jeden verstehen, der die Aufstockung des Teilnehmerfeldes als eine Verwässerung empfindet. Auch für mich fühlen sich 48 Teams beim größten und wichtigsten Turnier der Welt zu viel an. Die Faszination einer Weltmeisterschaft liegt für die Fans und Zuschauer doch darin, die besten Mannschaften mit den großen Stars zu sehen, davon geht was verloren. (...) Wir müssen aufpassen, dass der Wert und der Kern des Fußballs erhalten bleiben und die Fans weiterhin spüren, dass es primär um den Fußball auf dem Platz geht.“

DFB-Ehrenspielführer Uwe Seeler
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„Ich halte das für völlig verkehrt. Ich finde das überhaupt nicht gut. Das Turnier wird zu langatmig. Es hat sich schon bei der EM mit 24 Mannschaften gezeigt: Die Qualität leidet. Aber wir können klagen, wie wir wollen. Damit müssen wir nun leben. Es ist Sache der FIFA.“

Michael Schade, Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen
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„Alle sind sich einig, dass der Terminkalender übervoll ist und die Belastung für die Spieler immer höher wird. Die Zeche werden die Vereine zahlen.“

Carlo Ancelotti, Trainer des FC Bayern München
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„Wir warten ab, was passiert. Generell bin ich gegen mehr Spiele, weil der Kalender schon so voll ist. Aber die FIFA sagt, dass sie die Zahl der Spiele nicht ändert. Wir werden abwarten und sehen, was passiert.“

Pal Dardai, Ungar und Coach von Hertha BSC
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„Das ist gut für die kleinen Teams, gut für Ungarn. Schwierig wird es für die Stars, die ohnehin schon viele Spiele haben. Schon bei der EM hat man gesehehen: Island und Wales haben davon profitiert. Für die Fans der kleinen Länder ist das ein Traum.“

Einer Studie der Pariser Universität Panthéon-Sorbonne und des Internationalen Zentrum für Sportsicherheit ICSS aus Katar zufolge werden mehr als 100 Milliarden Euro jährlich über Sportwetten gewaschen. 80 Prozent der weltweiten Wetten seien demnach illegal.

  • dpa
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