Kevin-Prince Boateng Schalkes Manager Heldt droht seinem Ex

Die Autobiografe des ehemaligen Schalker Profis Kevin-Prince Boateng sorgt für Wirbel. Schalkes Manager Heldt droht mit einem Nachspiel, sollte Boateng gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen haben.
Sollte der ehemalige  Schalke-Profi sich in seiner Biographie negativ über den verein äußern, drohen juristische Schritte. Quelle: dpa
Kevin-Prince Boateng

Sollte der ehemalige Schalke-Profi sich in seiner Biographie negativ über den verein äußern, drohen juristische Schritte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür den ehemaligen Schalke-Profi Kevin-Prince Boateng hat die Veröffentlichung seiner Autobiografie möglicherweise ein juristisches Nachspiel. Der Manager des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, Horst Heldt, verwies auf eine Vereinbarung mit dem Deutsch-Ghanaer. Der zufolge dürfe sich Boateng nicht negativ über seine einstigen Weggefährten oder über Funktionsträger des Vereins äußern.

„Im Zuge unseres friedlichen Auseinandergehens habe ich schon berücksichtigt, dass sowohl für Kevin als auch für Schalke 04 wichtig ist, das sauber zu beenden – und keine schmutzigen Wäsche zu waschen“, sagte Heldt laut Medienberichten. „Sollte es im Buch nun doch Passagen geben, wo er sich über aktuell oder ehemals handelnde Personen aus dem Verein negativ äußert, dann wird er nicht so viele Bücher verkaufen können, wie die Strafe kostet“, deutete Heldt mögliche Konsequenzen an.

In dem am Donnerstag erschienenen Buch mit dem Titel „Ich, Prince Boateng“ widmet der jetzige Profi des AC Mailand unter anderem zwei Kapitel seiner Zeit beim Revierclub. Dort war er im Mai 2015 vom damaligen Trainer Roberto Di Matteo suspendiert worden.

Mit ihm habe er zunächst viele Gespräche geführt. „Aber die Enttäuschung über Di Matteo wuchs schnell - nicht nur bei mir, sondern bei der ganzen Mannschaft. Wenn nach dem Training jeder Einzelne in der Kabine sagt: „Ich bin total kaputt - ich hab ein Burn-out - ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist!“, dann stimmt irgendetwas nicht“, schrieb Boateng. Der Italiener habe nicht motivieren können. „Keine Spannung, keine Aggressivität, keine Emotionen - er stand am Spielfeldrand und strahlte das gewisse Nichts aus.“

Wie Boateng Ballack wegtrat
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Diese Szene brachte das WM-Aus für Michael Ballack: Kevin-Prince Boateng vom FC Portsmouth setzt im FA-Cup-Finale gegen Chelsea zu einer üblen Grätsche gegen den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft an... Foto: Reuters

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... und Ballack geht anschließend mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Foto: Reuters

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Entschuldigend hebt Übeltäter Boateng nach der brutalen Aktion die Hand. Foto: Reuters

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Ballack war das egal - er blieb verletzt liegen und sagte später: "Ich habe mir die Szene nochmal angeschaut. Das sah schon nach Absicht aus." Foto: ap

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Auch intensive Behandlung durch die Chelsea-Betreuer half da nicht weiter. Foto: dpa

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Was Ballack und viele andere in dieser Szene noch befürchteten ist nun traurig Realität: Ein Riss des Innenbandes und ein Teilriss des vorderen Syndesmosebandes des rechten oberen Sprunggelenks bedeuten für den Mittelfeldstrategen das WM-Aus. Foto: Reuters

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"Noch vor der Halbzeit wurde er von Boatengs abscheulichem Foul vom Platz gedrängt", fasste die "News of the World" Ballacks bittersüßen Wembley-Abend zusammen. Die Boulevardzeitung unkte: "Es könnte das traurige Ende seiner Zeit in England gewesen sein." Denn: Ballacks Vertragsgespräche mit Chelsea liegen derzeit auf Eis und seine sportliche Zukunft steht nach der schweren Verletzung mehr denn je in den Sternen. Streitpunkt bei Ballack war bislang die Laufzeit eines neuen Vertrags: Der DFB-Kapitän wollte eine zweijährige Verlängerung bis zur EM 2012, Chelsea aber nur einen Einjahresvertrag abschließen. Dabei spielte der DFB-Kapitän mit 32 Pflichtspieleinsätzen (bei sechs Einwechselungen) und vier Toren seine bislang konstanteste Saison bei den "Blues" und brachte zu Saisonende in defensiver Position direkt vor der Abwehr starke Leistungen. Foto: dpa

Boateng beleuchtet zudem sein schwieriges Verhältnis zu Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes und die Arbeit von Di Matteos Vorgänger Jens Keller. „Von Anfang an wurde Keller als Interimslösung gehandelt und hatte nie den hundertprozentigen Rückhalt des Präsidiums“, behauptet Boateng. „Seine Ansprachen waren okay, bestanden aber meist aus denselben sieben oder acht Floskeln. Ein Großmeister der Rhetorik und Motivation war er nicht, da habe ich ganz andere Kaliber erlebt.“ Gleichwohl sei Keller sportlich erfolgreich gewesen.

Nach seiner Beurlaubung habe Keller eine Mail an die Spieler geschrieben, sich für die tolle Zeit bedankt und allen viel Glück gewünscht, berichtete Boateng. „Sicher war ihm klar, dass er keine Rückendeckung mehr hatte und 80 Prozent der Mannschaft froh über seine Entlassung war. Im Nachhinein behauptete er, er hätte mich geschützt. Die Wahrheit ist: Ich hab meinen Job gemacht und ihm bei den wichtigen Spielen mehrmals den Arsch gerettet.“

  • dpa
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