Kritik am Rekordmeister „Bei den Bayern schlägt Kommerz die Ethik“

Bayern München erntet noch mehr Kritik für seine Testspielreise nach Saudi-Arabien. Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger findet klare Worte. Auch Politiker sind mit der Reise nicht einverstanden.
Update: 21.01.2015 - 13:21 Uhr 5 Kommentare
Bastian Schweinsteiger (M., hier gegen Al-Hilals Mihai Pintilii) absolvierte mit dem FC Bayern München ein Testspiel in Saudi-Arabien. Quelle: Reuters

Bastian Schweinsteiger (M., hier gegen Al-Hilals Mihai Pintilii) absolvierte mit dem FC Bayern München ein Testspiel in Saudi-Arabien.

(Foto: Reuters)

MünchenDer frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat den FC Bayern München für seine Testspielreise nach Saudi-Arabien harsch angegriffen. „Ich weiß schon länger, dass bei den Bayern Kommerz Ethik schlägt und sich im Zweifel auf die Seite des Geldbeutels gestellt wird“, sagte Zwanziger der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch).

Das Verhalten bewertete der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes als „schade“, aber nicht überraschend. Die Münchner hatten am Samstag auf ihrer Rückreise aus dem Trainingslager in Katar ein Testspiel gegen Al-Hilal in Riad mit 4:1 gewonnen.

Dem islamischen Königreich werden zahlreiche Menschenrechtsverstöße und die Diskriminierung von Frauen vorgeworfen. Daraufhin hatten bereits mehrere Spitzenpolitiker den deutschen Fußball-Rekordchampion kritisiert.

Die Reise des FC Bayern wurde nach Angaben eines Sprechers von einem Sponsor finanziert. Geld von den Gastgebern in Saudi-Arabien habe der Verein nicht erhalten. Nach Ansicht des sportpolitischen Sprechers der Grünen, Özcan Mutlu, habe es der Bundesliga-Tabellenführer verpasst, mit einer Absage des Testspiels ein „starkes Signal für Demokratie und Menschenrechte zu setzen“.

„Fußballer müssen ja keine Politiker sein, aber sie sollen sich der Menschenrechtslage bewusst sein und durchaus mal ein Zeichen setzen“, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Dagmar Freitag (SPD), der „Süddeutschen Zeitung“.

Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, mahnte, bei Sportveranstaltungen nicht die Augen vor der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien zu verschließen. „Sport kann dabei nicht die Lösung sein, aber einen wichtigen Beitrag dazu leisten“, sagte Strässer der „SZ“.

Die beste Bundesliga-Elf aller Zeiten
Tor: Manuel Neuer
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Hält nicht nur, sondern spielt auch mit: Manuel Neuer lässt Torwart-Titanen wie Oliver Kahn oder Sepp Maier hinter sich. Der 28-Jährige Welttorhüter schaffte den Sprung in die Bundesliga beim FC Schalke 04. 2011 wechselte Neuer nach München und wurde 2014 mit der DFB-Elf Weltmeister. In der Abstimmung erreichte Neuer den 6. Platz.

Die „Sport Bild“ hat fünf erfolgreiche Trainer der Bundesliga-Geschichte über die größten Stars der Bundesliga-Geschichte abstimmen lassen. Zur Jury gehörten Ottmar Hitzfeld, Rudi Gutendorf, Otto Rehhagel, Armin Veh, Markus Weinzierl und „Sport Bild“-Autor Raimund Hinko.

Abwehr: Franz Beckenbauer
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Fünfmal Deutscher Meister, viermal Pokalsieger – und Weltmeister: Franz Beckenbauer absolvierte 424 Spiele in der Bundesliga für den FC Bayern München und den Hamburger SV. Der Libero mit der eleganten Spielanlage wurde von der Jury zum besten Bundesliga-Spieler aller Zeiten gewählt.

Abwehr: Philipp Lahm
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Führte die DFB-Elf als Kapitän zum Weltmeistertitel 2014: Philipp Lahm wurde mit dem FC Bayern bereits fünfmal Deutscher Meister und fünfmal Pokalsieger – und ist noch nicht einmal am Ende seiner Karriere angelangt. Bislang kam der 31-Jährige in 324 Bundesliga-Spielen für den VfB Stuttgart und Bayern München zum Einsatz, schoss dabei zwölf Tore. Im Ranking der 100 größten Bundesliga-Stars aller Zeiten belegt Lahm den 8. Platz, auf der Position des Verteidigers ist er hinter Beckenbauer jedoch Zweiter.

Abwehr: Andreas Brehme
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Schoss die Deutsche Nationalmannschaft 1990 mit einem verwandelten Elfmeter zum dritten Weltmeister-Titel: Andreas Brehme (l., hier gegen Hasan Salihamidzic) bestritt 301 Spiele in der Bundesliga für den 1. FC Kaiserslautern und den FC Bayern München. Deutscher Meister wurde er 1987 mit dem FC Bayern und 1998 sensationell mit Aufsteiger Kaiserslautern. In der „Sport Bild“-Abstimmung landete Brehme auf Platz 18 – und ist damit drittbester Abwehrspieler.

Mittelfeld: Lothar Matthäus
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Rekordnationalspieler und Weltfußballer des Jahres: Lothar Matthäus erreichte insgesamt den dritten Platz – und ist damit der beste Mittelfeldspieler der Bundesliga aller Zeiten. Der heute 53-Jährige wurde unter anderem siebenmal Deutscher Meister. Für Borussia Mönchengladbach und den FC Bayern München absolvierte er insgesamt 464 Spiele.

Mittelfeld: Günter Netzer
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Popstar im Gladbacher Mittelfeld: Günter Netzer (r., am 20.12.1972 gegen den machtlosen Freiburger Torhüter Urban Klausmann) erzielte in 230 Bundesliga-Spielen für Mönchengladbach 82 Tore. Der heute 70-Jährige wurde zum insgesamt fünftbesten Spieler aller Zeiten gewählt und ist damit zweitbester Mittelfeldspieler.

Mittelfeld: Wolfgang Overath
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Kölner Kultfigur: Wolfgang Overath (l., hier am 06.10.1973 in Köln gegen Bayern-Abwehrspieler Georg Schwarzenbeck) kam beim 1. FC Köln in 409 Spielen zum Einsatz und erzielte 84 Treffer. Mit den Geißböcken wurde der heute 71-Jährige 1964 Deutscher Meister. In der Abstimmung belegt Overath den 7. Platz und ist somit drittbester Mittelfeldakteur.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Kritik am Rekordmeister: „Bei den Bayern schlägt Kommerz die Ethik“"

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  • Was erwarten Sie von einem Verein, dessen Führungskräfte wg. Geldgeschäften z.T vorbestraft sind (Hoeneß:Steuerhinterziehung, Rummenigge:Abgabenhinterziehung (wobei nicht klar ist, wofür er in Katar (!) die beiden 100.000 € Uhren erhalten hat.
    Geld stinkt bei einigen offensichtlich nicht.

  • @ Hendrik Müller:
    sic!

  • Sind Sportler nicht auch Botschafter unseres Landes?
    Aber der FCB versteht sich ja mittlerweile als Wirtschaftsunternehmen und die interessieren sich nicht unbedingt für Menschenrechte, da gilt es die Marke zu vertreten – mir san mir, oda?

  • Was für eine Heuchelei. Und die Politik handelt mit denen Waffendeals aus.

  • Artike: "Nach Ansicht des sportpolitischen Sprechers der Grünen, Özcan Mutlu, habe es der deutsche Fußball-Rekordmeister verpasst, mit einer Absage des Testspiels ein „starkes Signal für Demokratie und Menschenrechte zu setzen“."

    Eröffnen wir endlich eine weitere Front im Kalten Krieg gegen unsere Gegner! Lasst uns endlich alles boykottieren, was uns nicht passt, weil WIR haben die Wahrheit gepachtet.

    Wir machen am besten nur noch Sportveranstaltungen dort, wo alles perfekt ist. Und was perfekt ist, bestimmen wir.

    Die (Grüne) Politik muss unser Sport- und Freizeit-Leben endlich zu 100% bestimmen

    Oder??

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