Lizenzstreit RB Leipzig bekommt Zweitliga-Lizenz

RasenBallsport Leipzig hat nach einem langen Streit um die Lizenz die Spielberechtigung für die 2. Bundesliga erhalten. Der Verein hatte zuvor verbindliche Erklärungen abgegeben, die Auflagen zu erfüllen.
Update: 15.05.2014 - 18:17 Uhr Kommentieren
RB Leipzig spielt in der Saison 2014/2015 in der Zweiten Liga. Quelle: dpa

RB Leipzig spielt in der Saison 2014/2015 in der Zweiten Liga.

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Zwölf Tage nach dem sportlichen Aufstieg steht RasenBallsport Leipzig endgültig als künftiger Club der 2. Fußball-Bundesliga fest. Am Donnerstag gab der Lizenzierungsausschuss der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einer zweiten Beschwerde des Vereins nach und erteilte dem ambitionierten Projekt des Brauseherstellers Red Bull die Lizenz.

„Wir freuen uns, offiziell bestätigen zu können, dass ein Konsens erzielt werden konnte“, teilten die Leipziger mit. „Wir werden nun in allen Bereichen mit Hochdruck den Start in die 2. Bundesliga vorbereiten.“ Bei einem negativen Bescheid hätte ein langwieriger Rechtsstreit gedroht.

Für die Lizenzerteilung einigten sich die DFL und RB Leipzig auf einen Kompromiss. In Zukunft wird der Verein mit einem neuen Logo antreten und auch seine Führung von Geldgeber Red Bull unabhängiger besetzen. Der Club hat diese Bedingungen der DFL zwar noch nicht gänzlich umgesetzt, sich aber dazu verpflichtet, dies zu tun.

Nachdem die Lizenz zunächst verweigert worden war, hatte RB-Mäzen Dietrich Mateschitz sein Millionen schweres Engagement in der Messestadt infrage gestellt. Doch noch vor der positiven Entscheidung signalisierte Mateschitz in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview Kompromissbereitschaft. „Alle Bemühen sich um einen Konsens, und ich glaube, dass er erreicht werden wird“, sagte der Österreicher.

Dieser ist nun offensichtlich da. „Durch die verbindliche Erklärung, seine Gremien künftig mit mehrheitlich unabhängigen Persönlichkeiten zu besetzen sowie das bisherige Logo mit Blick auf die Anforderungen der UEFA zu verändern, hat der Club die wesentlichen Voraussetzungen zur Teilnahme am Spielbetrieb im Konsens erfüllt“, erklärte Harald Strutz, Vorsitzender des Lizenzierungsausschusses. „Einer Lizenzierung steht daher nichts mehr im Wege“, meinte Strutz weiter, der auch Präsident des Bundesligisten FSV Mainz 05 ist.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ergänzte: „Der Satzung des Ligaverbandes liegt das Leitbild eines offenen Vereins zugrunde. Die nun zugesagten Änderungen der Mitwirkungs- und Gestaltungsrechte der Vereinsmitglieder erfüllen diese Anforderung.“

Wem Red Bull Flügel verleiht
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Am bekanntesten ist das Engagement in der Formel 1: Auch Weltmeister Sebastian Vettel fährt seit 2009 für Team Red Bull. In dieser Saison läuft es aber noch gar nicht rund. „Ich hoffe, dass es uns bis Saisonhalbzeit einigermaßen glückt, dass der Vorsprung von Mercedes nicht mehr uneinholbar ist“, sagte Rennstall-Besitzer Dietrich Mateschitz in einem Interview den „Salzburger Nachrichten“ (Montag): „Wie immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt!“

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Bei bereits 55 Punkten Rückstand von Titelverteidiger Sebastian Vettel auf den neuen WM-Spitzenreiter und Seriensieger Lewis Hamilton von Mercedes scheint die erneute Titelverteidigung nach fünf von 19 Saisonrennen fast außer Reichweite. Zumal in Nico Rosberg auch der zweite Mercedes-Mann schon 52 Punkte mehr hat als Vierfach-Champion Vettel auf Rang vier (45).

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Red Bull sponsert in der Formel 1 auch die Scuderia Toro Rosso, was auf Englisch eben Red Bull bedeutet: Das italienische Formel-1-Team ist seit 2005 im Besitz von Dietrich Mateschitz und ging aus dem ehemaligen Minardi-Team hervor.

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Möglich macht das Dietrich Mateschitz. Der Gründer und Besitzer von Red Bull setzte frühzeitig auf den Sport, der dem Werbespruch „Red Bull verleiht Flügel“ Emotionalität einhauchen sollte. Sein Privatvermögen wird auf mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt.

Sturm Graz' Bodul and Red Bull Salzburg's Ilsanker fight for the ball during their Austrian league soccer match in Graz
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Red Bull investiert weltweit in den Fußball: etwa Red Bull Brasil, Red Bull Ghana, den New York Red Bulls sowie in Österreich mit Red Bull Salzburg (hier köpft Stefan Ilsanker den Ball). Das Engagement gefiel vielen Fußballfans im Lande lange allerdings ganz und gar nicht. Das Phänomen ist vergleichbar mit Deutschland, wo die Dax-Konzerne Bayer (Leverkusen) und VW (Wolfsburg) beziehungsweise Mäzen Dieter Hopp (Hoffenheim) die Bundesligaklubs mit Millionensummen nach vorne bringen – zum Unmut der Vereine und Fans ohne finanzstarken Hintergrund.

Ralf Rangnick
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Trotzdem will Red Bull auch in Deutschland einen Verein hochpäppeln – da läuft's für den Brause-Hersteller derzeit runder als in der Formel 1. Der SSV Markranstädt, der in Rasenball Leipzig umbenannt wurde, hat es gerade den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft. Großen Anteil an dem sportlichen Erfolg hat Sportdirektor Ralf Rangnick (Foto). Doch es gibt Ärger: Die DFL hatte Leipzig nur unter Auflagen die Zweitligalizenz erteilt und den Einspruch der Sachsen dagegen abgelehnt. Daraufhin hatte am Donnerstag RB-Mäzen Mateschitz sein Millionen schweres Engagement in der Messestadt infrage gestellt. Am 28. Mai fällt die endgültige Entscheidung.

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Doch für die Fokussierung auf Extremsport-Events (hier der Australier Steve Black bei einem Klippensprung-Wettbewerb 2010 in Italien) erntet Red Bull immer wieder Kritik, besonders, weil Sportler bei den von dem Getränkehersteller finanzierten Wettbewerben ums Leben kommen. Im Jahr 2009 etwa starben die beiden Basejumper Ueli Gegenschatz und Eli Thompson während ihrer Auftritte für Red Bull.

In den vergangenen Wochen hatte sich der Streit um die Lizenz von RB Leipzig zu einer hitzig geführten Debatte um die Mitbestimmung in deutschen Fußball-Clubs entwickelt. Viele Fans befürchten, dass nun weitere Investoren dem Beispiel von RB Leipzig folgen werden.

Viele Rechtsexperten waren dagegen der Meinung, dass RB Leipzig juristisch im Vorteil war und vor ordentlichen Gerichten sogar die 50+1-Regel der DFL hätte kippen können. Die Regelung in den DFL-Statuten soll verhindern, dass Investoren die Mehrheit an den als Kapitalgesellschaften organisierten Clubs erlangen. Nun bewahren durch den Kompromiss beide Seiten ihr Gesicht - auch wenn RB Leipzig in Zukunft mit neuem Logo daher kommt.

  • dpa
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