Marco Reus Staatsanwaltschaft ermittelt in Führerschein-Affäre

Jahrelang war BVB-Star Marco Reus ohne Führerschein gefahren, dafür akzeptierte er eine Strafe von 540.000 Euro. Nicht genug, findet ein NRW-Landtagsabgeordneter. Die Sache ist wieder ein Fall für die Staatsanwaltschaft.
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Marco Reus: Der Fußball-Nationalspieler aus Dortmund war jahrelang ohne gültigen Führerschein gefahren. Quelle: Reuters
Borussia Dortmunds Marco Reus

Marco Reus: Der Fußball-Nationalspieler aus Dortmund war jahrelang ohne gültigen Führerschein gefahren.

(Foto: Reuters)

DortmundDie Dortmunder Staatsanwaltschaft muss sich erneut mit dem Führerschein-Fall Marco Reus beschäftigen. Einen entsprechenden Bericht der „Ruhr Nachrichten“ bestätigte am Freitag das nordrhein-westfälische Justizministerium. Es geht um Nachfragen eines Landtagsabgeordneten.

Der Fußball-Nationalspieler aus Dortmund war jahrelang ohne gültigen Führerschein gefahren. Reus wurde erwischt und hat inzwischen einen Strafbefehl über 540 000 Euro akzeptiert. Sechs Fahrten ohne Erlaubnis wurden ihm vorgeworfen. Die Ermittlungen zu dem Vorwurf, er habe in der Kontrolle einen gefälschten niederländischen Führerschein vorgezeigt, stellte die Staatsanwaltschaft ein.

Nun hat der CDU-Abgeordnete Peter Biesenbach eine Anfrage an Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) gerichtet. Er will wissen, warum die falschen Papiere nicht zur Anklage gekommen sind und warum nicht ermittelt wurde, ob es mehr Fahrten ohne Führerschein gab. Es gehe darum, den Eindruck aus der Welt zu räumen, dass es einen Promi-Bonus gegeben habe.

Es gehe nicht darum, den Fall neu aufzurollen, sagte ein Sprecher von Kutschaty. Die Staatsanwaltschaft sei gebeten, die Fragen zu beantworten. Diesem Wunsch will die Behörde in zwei bis drei Wochen nachkommen.

Teure Strafbefehle für Fußball-Promis
Russ of Eintracht Frankfurt celebrates with his team mates after scoring a goal against Schalke 04 during their German first division Bundesliga soccer match in Frankfurt
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Nach Reus nun Russ: Schon wieder wird es für einen Fußballer wegen eines Verkehrsdelikts teuer – Marco Russ (Mitte) von Eintracht Frankfurt soll 160.000 Euro zahlen. Eine stolze Summe, die aber wohl auch deutlich niedriger hätte ausfallen können, war doch das Fehlverhalten im Straßenverkehr nicht der Hauptgrund für den Strafbefehl, vielmehr soll Russ für eine falsche eidesstattliche Erklärung zahlen.

Trainingsauftakt Eintracht Frankfurt
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Und das kam so: Russ (links) war in der Nähe von Limburg deutlich zu schnell mit seinem Auto unterwegs und hätte deshalb vor Gericht erscheinen müssen. Das tat er nicht, stattdessen legte der Eintracht-Profi eine eidesstattliche Versicherung nebst ärztlichem Attest vor, die ihn für verhandlungsunfähig erklärten. Als Russ noch am selben Abend allerdings bei einem Testspiel seines Vereins auflief, zeigte das Gericht sich nicht überzeugt und stellte den Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung aus. Da Russ Einspruch eingelegt hat, bleiben ihm nun zwei Möglichkeiten: Entweder er zahlt – oder er muss vor Gericht erscheinen.

Balotelli
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Mario Balotelli

Auch Mario Balotelli, Liebhaber starker Posen und schneller Autos, muss zahlen: 10.000 Euro hätte die italienische Staatsanwaltschaft gerne vom Stürmer des FC Liverpool, ausstehende Zahlungen für insgesamt 18 Verkehrsdelikte in den Jahren 2012 und 2013. Balotelli legte aber im italienischen Bergamo bereits Einspruch ein: Die Strafzettel habe er nie bekommen, wahrscheinlich, so vermutet der findige Ferrari-Fahrer, wegen seines Umzugs von Mailand nach Manchester.

Marco Reus
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Marco Reus

Der Rekordhalter: Fünf Jahre lang fuhr Marco Reus ohne Führerschein Auto, erwischt wurde er aber erst bei einer Routinekontrolle 2014 – obwohl der BVB-Star schon sechsmal wegen kleinerer Verkehrsdelikte zahlen musste. Wegen „vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zwischen September 2011 und März 2014 in sechs Fällen“ gab es von der Staatsanwaltschaft schließlich einen Strafbefehl über 540.000 Euro, sowie jede Menge Spott im Netz.

Allerdings könnte die Affäre für Reus noch ein weiteres Nachspiel haben ...

huGO-BildID: 40832704 Bildnummer: 13466016 Datum: 23.04.2013 Copyright: imago Christoph Reichwein23.04.2013, Dortmund, Fussball, 1. Bundesliga, Bo
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... der Zeitung „Rheinpfalz“ zufolge will der Düsseldorfer Landtag prüfen, ob Reus womöglich noch zu günstig davon kam. Weder wurde dem Profi eine „obligatorische Sperrfrist für die Erteilung der Fahrerlaubnis“ auferlegt, noch wurden Ermittlungen weiter verfolgt, weil Reus einen gefälschten niederländischen Führerschein vorgezeigt haben soll. Die Politik will jetzt wohl prüfen, ob ein „wie auch immer gearteter Promi-Bonus“ im Spiel war.

EFFENBERG
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Stefan Effenberg

2003 beantwortete Stefan Effenberg in einer Polizeikontrolle die Aufforderung, Führerschein und Fahrzeugpapiere vorzuzeigen, eloquent mit einem deutlich vernehmbaren „Arschloch“ in Richtung des Beamten. Die Folge: 90.000 Euro Strafe, entschied das Amtsgericht Braunschweig.

Quelle: Bild

Hajto
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Tomasz Hajto

Nach seiner Fußballerkarriere verdiente sich der Ex-Schalker Tomasz Hajto (rechts) ein Zubrot – als Zigarettenschmuggler. 2003 bedeutete das eine Strafe von 180.000 Euro wegen Hehlerei.

  • dpa
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