Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Minikleider sorgen für Aufregung Tricksereien verärgern die WM-Sponsoren

Wenn es um das Thema Markenrecht geht, versteht die Fifa keinen Spaß. Eine ganze Horde von Juristen ist damit beschäftigt, Trittbrettfahrer ihres Premiumprodukts Fußball-WM zu verklagen. Vor Gericht kann sich der Verband aber nicht immer durchsetzen.
  • Stefan Mauer, Stefan Merx
4 Kommentare
Oranje-Fans beim WM-Spiel Niederlande gegen Dänemark: Die Ordner verweisen 36 Frauen von der Tribüne, weil sie die Kleider eines Bierherstellers trugen. Quelle: dpa

Oranje-Fans beim WM-Spiel Niederlande gegen Dänemark: Die Ordner verweisen 36 Frauen von der Tribüne, weil sie die Kleider eines Bierherstellers trugen.

(Foto: dpa)

KÖLN/JOHANNESBURG. Die Brauerei Bavaria wollte clever sein. Weil neben WM-Sponsor Budweiser keine Biermarke an den Turnierorten werben darf, tricksten die Niederländer: 36 Frauen, verkleidet als Fans von Hollands WM-Gegner Dänemark, schlichen sich am Montag ins Soccer-City-Stadion in Johannesburg. Dort zogen sie sich um und zeigten Minikleider in holländischem Orange, wie sie Bavaria-Bierkästen als Werbung beiliegen. Prompt schritt die Fifa ein: Ordner des Fußballverbands holten die Frauen von der Tribüne – und verhörten sie angeblich drei Stunden lang. Nun hat die Fifa Klage eingereicht, zwei Personen wurden bereits festgenommen. Bavaria-Chef Peer Swinkels versteht die Aufregung nicht: „Die Fifa hat kein Monopol auf die Farbe Orange, die Menschen können tragen, was sie wollen. Unsere Marke ist auf den Kleidern nicht einmal genannt“, sagte er der Zeitung „De Telegraaf“.

Schon die Zahl 2010 ist geschützt

Wenn es um das Thema Markenrecht geht, versteht die Fifa keinen Spaß. Eine ganze Horde von Juristen ist damit beschäftigt, Trittbrettfahrer ihres Premiumprodukts Fußball-WM zu verklagen. An den Veranstaltungsorten vertreibt die Fifa Straßenhändler in der Nähe der Stadien, gegen Konkurrenten der offiziellen Sponsoren geht sie hart vor.

Das Sponsoring ist eine wichtige Einnahmequelle der Fifa. Der Verband hat mit den Marketingrechten für die WM in Südafrika 815 Mio. Euro eingenommen. Einer der großen Sponsoren ist der US-Bierbrauer Anheuser-Busch. Dessen Marke Budweiser ist seit 1986 das offizielle WM-Bier. Pro Jahr lässt sich das der Konzern über zehn Mio. Euro kosten. Kein Wunder, dass Budweiser kein Interesse daran hat, das Fans für Rivalen wie Bavaria werben.

Um die Interessen ihrer Sponsoren und damit ihre Einnahmequellen zu schützen, geht die Fifa auf die Pirsch. Und auf der Suche nach Missbrauch werden die Fifa-Spürhunde immer häufiger fündig. Schon vor Beginn der WM stellte der Verband über 2 500 Verstöße fest. Jörg Vollmüller, Leiter der Fifa-Abteilung Commercial Legal, erwartet beim Turnier in Südafrika einen neuen Rekord an Markenrechtsverletzungen. 1994 waren es gerade 258 Verstöße in 39 Ländern, 2006 schon 3300.

Am Kap hat sich die Fifa ihre Rechte so weit sichern lassen, dass sogar die Zahl 2010 Markenschutz genießen kann. 500 Verstöße stellte die Fifa im Austragungsland bereits fest. „Die meisten Streitfälle klären wir aber im direkten Dialog mit den Betroffenen und nicht vor Gericht“, sagt Fifa-Sprecher David O’Connor.

Dass die südafrikanischen Gesetze gegen das sogenannte Ambush-Marketing greifen, zeigt der Fall Kulula. Die Fluglinie hatte Anzeigen geschaltet mit dem Text: „Unofficial National Carrier of the ‚You Know What‘“. Nach kurzer Zeit musste Kulula die Werbung wieder vom Markt nehmen.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

4 Kommentare zu "Minikleider sorgen für Aufregung: Tricksereien verärgern die WM-Sponsoren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Alles nur Gesetze, um den Amigos ein profitables Einkommen auch ohne gute Produkte zu ermöglichen.

    Wenn dem anderen die Konkurrenz einfach verboten wird, weil man erster war oder mehr zahlte, dann gewinnt nicht das bessere Produkt, sondern der bessere Amigo.

    Alles zum Nachteil der Kundschaft.

  • Wer gibt der FiFA diese Macht ?
    Die Zuschauer, die ihr Geld für Fußball ausgeben! Wenn keine Sau für ein Spiel bezahlen würde, dann hätte die FiFA ein Problem.

  • ich sehe hin und wieder Fussball in SA. Was mich stoert sind die eingewischen FiFA spots. immer dann, wenn spannend ist. Das ist ein Missbrauch des interesses am Fussball. Shame on you FiFA.

    Ansonsten sollte das ein Fest des Fussballs sein. Menschen treffen Menschen und feiern und, wenn ihre Mannschaft verliert, trauern sie miteinander. Was gibt es besseres. Und dann Jagd auf Menschen und Firmen, die sich ein bisschen abschneiden wollen vom Erfolg? Das sind totalitaere Methoden. Das sollten wir nicht dulden.

    Der wirtschafltiche Erfolg der FiFA wird unter diesen nicht genehmigten kleinen Tricks nicht leiden. Wenn die FiFA aber hart gegen diese kleinen Delikte vorgeht, leidet der Fussball.

    Lasst doch Spass Spass sein. Und lacht mit. Die Sache mit den Frauen war gut gemacht. Geniessen wir es.

    Euer
    Rainer

  • Es ist wirklich unglaublich mit welch einer Scheiße sich unsere Gerichte auseinander setzen müssen.

    in diesem System stimmt etwas oder auch einiges nicht!

Serviceangebote