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Nach Rücktritt aus DFB-Auswahl Mesut Özil attackiert seinen Sponsor Mercedes heftig

Mercedes soll Mesut Özil aus einer Werbekampagne gestrichen haben. Dem DFB wirft der Fußball-Weltmeister von 2014 Doppelmoral vor.
Update: 23.07.2018 - 00:40 Uhr 7 Kommentare

Özils Rückritt löst harte Integrationsdebatte aus

DüsseldorfMesut Özil will nicht mehr für Deutschland spielen. Seinem Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft war am Sonntag ein verbaler Rundumschlag vorausgegangen. Über Twitter kritisierte er Medien, den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Hauptsponsor Mercedes-Benz für den Umgang mit seiner Person in den vergangenen Monaten. Den Autobauer nannte der gebürtige Gelsenkirchener zwar nicht explizit beim Namen, die Anschuldigungen waren aber eindeutig an die Adresse der Daimler-Marke gerichtet.

Mercedes ist neben dem Sportartikelkonzern Adidas einer von zwei prominenten DFB-Sponsoren, die auch Özil als Marke finanziell unterstützen. Das Logo mit dem Stern prangte am Sonntagabend noch auf Özils Website. Er warf Mercedes vor, ihn aus einer Werbekampagne des Nationalteams für die Fußball-WM in Russland gestrichen zu haben. Dem Fußballer waren nach einem Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan während des Wahlkampfes in der Türkei politische Absichten unterstellt worden.

Nach der Veröffentlichung des Fotos sei er für die geplanten Videodrehs mit Mercedes nicht mehr berücksichtigt worden. Für den Konzern sei es „nicht mehr gut“ gewesen, „mit mir gesehen zu werden“. Es sei ironisch, schrieb Özil weiter, dass Mercedes ihn nicht mehr als Werbegesicht haben wollte, nachdem ein deutsches Ministerium bekanntgegeben habe, Mercedes-Produkte verfügten über „illegale und unautorisierte Software, die Kunden einem Risiko aussetzen“.

Damit spielte Özil auf die Manipulation von Dieselfahrzeugen deutscher Autokonzerne und den Rückruf Tausender Mercedes-Fahrzeuge an. Der DFB lege hier zweierlei Maß an, sagte Özil. Nur er sei kritisiert und nur von ihm sei eine öffentliche Erklärung verlangt worden, nicht aber von Mercedes.

„Wir werden uns die Vorwürfe von Mesut Özil gegenüber den Medien, dem DFB und den Sponsoren in Ruhe ansehen, bewerten und anschließend entscheiden“, schrieb ein Daimler-Sprecher auf Twitter. Die Frage, ob Özils Vorwürfe zuträfen, ließ er unbeantwortet.

Mercedes ist seit 45 Jahren Partner des DFB. 2019 übernimmt der Volkswagen-Konzern die Rolle des Generalsponsors, der in der Hierarchie der DFB-Sponsoren ganz oben steht.

Özil störte sich auch am Verhalten zweier weiterer Sponsoren. Wenige Tage vor einem gemeinsamen Auftritt für ein soziales Projekt an seiner ehemaligen Schule hätten diese ihn im Stich gelassen. „Meine ‚sogenannten‘ Partner, die zu der Zeit nicht länger mit mir arbeiten wollten“, schrieb Özil.

Das Treffen mit Erdogan in London, an dem auch DFB-Teamkollege Ilkay Gündogan teilnahm, bereue er nicht. „Was auch immer der Ausgang der vorangegangenen Wahl gewesen wäre oder auch der Wahl zuvor, ich hätte dieses Foto gemacht“, schrieb Özil.

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7 Kommentare zu "Nach Rücktritt aus DFB-Auswahl: Mesut Özil attackiert seinen Sponsor Mercedes heftig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Özil hat mich bei der WM in Südafrika begeistert - aber jetzt ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Ist Ihnen aufgefallen, dass er als einziger nicht die Nationalhymne mitsingt!!

  • bei der WM in Südafrika, hat mich Mezut Özil entzückt- aber bei dieser WM war er nur noch ein Schatten seiner selbst.
    P.S. ist Jemandem aufgefallen dass er der einzige Nationalspieler ist, der nicht die Hymne mitsingt.

  • Wie so oft hat Uli Hoeneß recht. Sportlich gleicht es einer Befreiung endlich ohne ihn zu spielen. Seit der WM 14 spielte Dt. an guten Tagen zu 10 gegen 11. An schlechten Tagen mit 10 gegen 12.
    Was das Verhalten des DFB angeht, kann man auch nur entsetzt sein. Wenn die Vorwürfe Özils stimmen (was durch aus sein kann) darf es nicht mit Herrn Grindel weitergehen.
    Allerdings muss man zum Verhalten Özils auch sagen, dass es typisch ist für die Türken, die zufällig in Dt. oder sonst wo außerhalb der Türkei geboren wurden. Immer sind nur die andere schuld, keinerlei Selbstreflexion, man ist immer nur das arme Opfer. Wichtig ist immer nur der Bezug zur Türkei.
    Deutscher / Österreicher / Franzose / etc. ist man nur sehr ungern oder wenn man es eben brauchen kann um, wie hier, Titel mit einer Nationalmannschaft zu erreichen. Viel Geld hätte er ja auch als Türke verdient, den Vereinen ist das ja zu recht egal.

  • Ich kann die Meinung von dem Kommentator Heinz Walde nur teilen; Bravo! Wer sich mit einem Herrn Erdogan für Wahlkampfzwecke fotografieren lässt, hat nicht verstanden was Demokratie heißt und jeden Respekt verspielt! Mesut Özil ist, meiner Meinung nach, in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart die an ihn gestellten Anforderungen nicht gerecht geworden.

  • Mesut Özil hat Respekt gefordert, wer sich aber mit dem Despoten Erdogan zwecks Wahlkampfunterstützung fotografieren läßt hat diesen Respekt verspielt.
    Die geistige Einstellung von Mesut Özil wird deutlich durch seinen verbalen Rundumschlag gegen die Medien, den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Hauptsponsor Mercedes-Benz für den Umgang mit seiner Person in den vergangenen Monaten.
    Hier verwechselt einer Ursache und Wirkung.
    Mesut Özil ist in allen Clubs für die er spielte den Anforderungen nicht gerecht geworden und immer waren andere Schuld. In der deutschen Nationalmanschaft het er in allen Turnieren in denen er mitwirkte nur mäßige Leistungen gezeigt. Es ist wohl die Selbstüberschätzung die jetzt auch zu dem verbalen Rundumschlag führte.
    Aber der Gipfel der Unverschämtheit ist, hier allen Rassismus vorzuwerfen, ein Zeichen, dass die Argumente fehlen.
    Ganz klar ist auch, am Misserfolg war Özil nicht alleine Schuld, eine Manschaft besteht aus 11 Spielern.
    Mir wird er nicht fehlen in den Nationalmanschaft, wobei noch ein paar weitere Spieler über ihren Rücktritt nachdenken sollten, aber nicht nur Spieler sondern auch im DFB sind manche Personen überfordert.

  • Hier liegt ein typischer (Problem)-Fall der Doppelten Staatsbürgerschaft vor: Will ich Millionen mit Dt. Spitzenfußball + Sponsoring verdienen, dann bin ich Deutscher.
    Will ich provozieren oder sonstwas bin ich Türke. Ich würde das potentielle Doppelmoral nennen.

  • Mesut Özil hat ohne Zweifel seine Verdienste in der Vergangenheit um den deutschen Fußball. - Aber die Betonung liegt auf Vergangenheit. Sein Treffen mit Erdogan war jedenfalls zu diesem Zeitpunkt kritisch zu sehen, seine (Nicht)Reaktion darauf ein Fehler. Ihn jetzt als Sündenbock für das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft dazustellen, ist jedenfalls nunmehr. Hier bin ich mal gespannt, wie sich seine Fußball-Kollegen in der Nationalmannschaft positionieren. Herr Grindel hat äußerst ungeschickt agiert und sollte dringend zurücktreten. Mit Organisationen wie DFB und FIFA habe ich persönlich nichts am Hut; da geht es nur um viel Geld. Die aktuellen Statements von Özil halte ich für reagieren der "beleidigten Leberwurst" Klar gibt es selbsternannte Fußballexperten, die auch das Thema mit Migration in Verbindung bringen; dies tun aber sicherlich die vielen echten Fußballfans, denen es nur um den Sport geht nicht! Wahrscheinlich wird man sich in der Zukunft nur noch an Herrn Özil in Verbindung mit seinem aktuellen Abgang erinnern.

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