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Nationalmannschaft bekommt drei Tage frei Kraft tanken in der Heimat

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Der Sturm und Drang, den Klinsmann ohne Frage entfacht hat, führt zwar zu solch schönen Toren wie von Schweinsteiger gegen Russland. Aber Aussetzer in der Abwehr verhinderten wieder einmal das erhoffte Erfolgserlebnis. "Russland ist auch keine Übermannschaft. Ein Unentschieden ist mir und der Mannschaft zu wenig", sagte Schweinsteiger, der in seinem 14. Länderspiel erstmals traf. "Wir müssen in der einen oder anderen Situation einfach cleverer agieren, dann sind wir auch erfolgreicher", forderte Torhüter Oliver Kahn. "Wir machen einfach zu viele Fehler. Wir stehen zu weit vorn, anstatt ruhig und clever zu spielen", ergänzte Torsten Frings.

Klinsmann hat die Mängel bereits in den vergangenen Tagen bekämpft. "Wir haben viele Übungen gemacht, in denen es darum geht, hellwach zu sein, Handlungs-Schnelligkeit rein zu bringen, das Ganze noch einen Tick energischer und schneller zu machen", berichtete der 40-Jährige. Bei den 20-jährigen Schweinsteiger und Podolski fruchtete das gegen die schnellen, technisch beschlagenen Russen am besten. "Er hat auf dem Platz seine Unbekümmertheit gezeigt", lobte Ballack seinen Bayern-Mitspieler. "Er ist bereits ein kleiner Mehmet-Scholl- Verschnitt, verliert auch nach einem verlorenen Dribbling nicht den Mut", ergänzte der Kapitän.

"Der Ausgleich ist ärgerlich, sonst wäre es ein zufrieden stellendes Spiel gewesen", kommentierte Gerhard Mayer-Vorfelder den Abend von Gladbach. Auch ihm sind die Problemzonen nicht verborgen geblieben. Andreas Hinkel auf Rechts hatte zwar durchaus einige gute Offensivaktionen, stand aber oft auch falsch und produzierte haarsträubende Fehlpässe. So testete Klinsmann mit Bernd Schneider als rechten Verteidiger vor Sebastian Deisler eine Variante, die er noch vor wenigen Tagen als "vierte Alternative" bezeichnet hatte. Jetzt sagte er: "Sicher eine Möglichkeit zu spielen." Auf Links fehlt Thomas Hitzlsperger vor allem taktische Erfahrung für diese Position. Allerdings ist der künftige Stuttgarter nahezu ohne Konkurrenz, weil auch dem Bremer Christian Schulz die Reife fehlt.

Erst einmal aber sollen sich die Spieler nochmals aktiv erholen, bevor sie sich am Sonntag um 17.00 Uhr wieder in Frankfurt treffen. Jeder müsse selbst wissen, was er in den kommenden Tagen tun müsse, sagte Ballack: "Aber wir müssen aufpassen, dass in den drei Tagen nicht geschludert wird."

» Fotostrecke: Bilder vom Spiel

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